hartz 4 und umziehen in eine andere Stadt

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Du spielst, wie ich annehme, auf die "Pflicht" an, bis 25 noch unter dem Dach der Eltern zu wohnen.

Erst mal die Antwort auf deine Frage: Ja. Kann aber etwas Mühe kosten. Du hast die deutsche Staatsbürgerschaft? Davon gehe ich jetzt mal aus.

Die Reihenfolge sieht folgendermaßen aus:

  1. Von der Mutter eine Auszugsaufforderung besorgen.
  2. Wohnung in der Wunschstadt finden, Vertrag nicht unterzeichnen, sondern dem dortigen Jobcenter mit Antrag auf Zustimmung vorlegen.
  3. Dem Jobcenter der aktuellen Stadt einen Antrag auf Umzugskosten zustellen.
  4. (möglich) Eilantrag beim zuständigen Sozialgericht (des Wunschortes) wegen der Zusicherung stellen.

Du spielst, wie ich annehme, darauf an: "(5) Sofern Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, umziehen, werden Bedarfe für Unterkunft und Heizung für die Zeit nach einem Umzug bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres nur anerkannt, wenn der kommunale Träger dies vor Abschluss des Vertrages über die Unterkunft zugesichert hat."

Die Verpflichtung hat er aber, wenn es (grob formuliert) anders nicht geht. Ein sehr schlagkräftiges Argument ist, wenn die Eltern sich weigern, das Kind weiter bei sich wohnen zu lassen. Die haben umgekehrt nämlich nicht die Pflicht, das mitzumachen. Ein weiteres, etwas umständlicher zu begründendes Argument ist, dass du bereits eine eigenständige Familie hast (mit dem Kind), also ein eigenes Leben. Aber da muss man ggf mehr diskutieren, daher wäre die Auszugsaufforderung mit Stichtag ratsam.

Du musst - mit deutscher Staatsbürgerschaft - allerdings nicht begründen, wieso du in eine andere oder gerade diese Stadt ziehen willst. Auch im Alg II-Bezug hat man die grundgesetzlich garantierten rechte, zu denen das recht auf Freizügigkeit, also die freie Wahl des Wohnortes gehört.

Viel Erfolg.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von miri130891
11.06.2014, 05:47

Vielen lieben dank für die ausführliche Antwort das hat mir schon sehr weitergeholfen ja die deutsche Staatsbürgerschaft habe ich somit also ein problem weniger :)

0

Zum Einen bist du über 18, und ab 18 müssen Eltern ihr Kind nicht mehr bei sich wohnen lassen oder wieder bei sich aufnehmen. Eine Auszugsaufforderung seitens der Eltern wäre nach § 22 SGB II ein Härtefallgrund, der grundsätzlich eigene Unterkunftskosten für unter 25 Jährige begründet.

Da du aber bereits selber ein Kind hast, erübrigt sich das sowieso - du kannst auch von dir aus ausziehen, und die Zustimmung ist zu erteilen. Dir und deinem Kind stehen die angemessenen Unterkunftskosten/Wohnfläche für eine 2-Personen-Bedarsfgemeinschaft zu . Alle Anträge/Korrespondenz immer nachweislich einreichen und auf Schriftliches bestehen.- Zum Umzug und den Formalitäten etc: http://hartz.info/index.php?topic=24.0

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?