Hartz 4/ Geld/ Arbeiten?

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7 Antworten

Ab deinem 15 Lebensjahr stehen dir auf dein Erwerbseinkommen Freibeträge nach § 11 b SGB - ll zu,die dann von deinem Nettoeinkommen abgezogen werden und dein anrechenbares Einkommen ergeben !

Dieses anrechenbare Einkommen wird ausschließlich auf deinen Bedarf angerechnet,den deine Mutter für dich bekommt. Es sein denn,deine Mutter bzw.du bekommst auch noch Kindergeld,dann könnte dieses Kindergeld voll auf die Mutter und Schwester verteilt werden,wenn du ein hohes Einkommen hättest.

Das müsste dann so hoch sein,das du nach dem Abzug deiner Freibeträge + dein Kindergeld,abzüglich deines Regelsatzes + dein Kopfanteil für Unterkunft und Heizung,immer noch so viel Geld übrig hättest,das dieses den Betrag deines Kindergeldes übersteigen würde oder genau dem Betrag entsprechen würde.

Läge der Überschuss über der Höhe des Kindergeldes,darf dann dieser Überschuss nicht mehr bei Mutter und Schwester angerechnet werden,nur wenn du das freiwillig machen würdest.

Bekommst du kein Kindergeld mehr,dann darf von deinem Einkommen gar nichts bei Mutter und Schwester angerechnet werden,sondern nur bei dir. Kannst du also mit deinem anrechenbarem Einkommen deinen Bedarf bei deiner Mutter decken,dann bist du aus der Berechnung der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) raus und musst nur deinen Kopfanteil der Kosten für Unterkunft und Heizung an deine Mutter zahlen,dich selber verpflegen oder Kostgeld abgeben.

Der Kopfanteil berechnet sich aus der gesamten Warmmiete,geteilt durch die Personen im Haushalt,das würden dann bei euch jeweils 1 / 3 sein,dazu dann der individuelle Regelsatz,weil der alters abhängig gezahlt wird.

Lovelylolo 10.06.2014, 21:00

Ich bin jetzt 18 und bekomme ab August kein Kindergeld mehr, was also heißen würde, dass ich aus der Bedarfsgemeinschaft "einfach" ausscheiden würde, jedoch meinen Anteil an der Miete etc. selber zahlen müsste. Hab ich das richtig verstanden???? und was ist ein individueller Regelsatz???

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isomatte 10.06.2014, 21:45
@Lovelylolo

Nein !

Nur weil du kein Kindergeld mehr bekommst,scheidest du nicht aus der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) aus,dazu musst du erst einmal so viel Einkommen erzielen,das du deinen individuellen Bedarf decken kannst.

Wenn du kein Kindergeld mehr bekommst,dann darf von deinem Einkommen nichts bei Mutter oder Schwester angerechnet werden,auch wenn du nach der Deckung deines Bedarfes noch 300 € übrig hättest.

individueller Regelsatz bzw.Bedarf bedeutet,das man folgende Ansprüche hat,davon aber Kindergeld,Unterhalt / Unterhaltsvorschuss und alle Einkommen angerechnet werden.

Auf Erwerbseinkommen hat man dann diese Freibeträge nach § 11 b SGB - ll,die nicht angerechnet werden.

Der individuelle Bedarf bei dir würde also betragen :

  • 313 € Regelsatz,der steht dir ab dem 18 Lebensjahr zu bis zum 25
  • dazu kommen 1 / 3 der Kosten für Unterkunft und Heizung,also der Warmmiete

Das ist dann dein individueller Bedarf,bei deiner Schwester beträgt der Regelsatz bis 5 Jahre derzeit 229 € und ab 6 - 13 sind es derzeit 261 € und von 14 - 17 derzeit 296 €.

Würde die Warmmiete jetzt angenommen 600 € betragen,dann würde diese durch euch 3 Personen geteilt,es stünde dann jedem 1 / 3,also 200 € für die Kosten der Unterkunft und Heizung zu.

Dann würde dein individueller Bedarf 313 € Regelsatz betragen + 200 € Kopfanteil für Unterkunft und Heizung,gesamt also 513 €.

Würdest du jetzt 1000 € Brutto verdienen,dann hättest du darauf Freibeträge nach § 11 b SGB - ll von insgesamt 280 €.

Angenommen du würdest 780 € Netto bekommen,diese 280 € Freibetrag abziehen,dann hättest du nur noch ein anrechenbares Einkommen von 500 €. Da dein individueller Bedarf in diesem Beispiel aber bei 513 € liegen würde,hättest du noch einen ALG - 2 Anspruch von 13 € im Monat.

Du würdest dann immer noch Mitglied bzw.in die Berechnung der BG - einfließen.

Verdienst du 1200 € Brutto ( das würde die Grenze bei dir sein ,für die Berechnung deiner Freibeträge ) dann hättest du min.300 € an Freibeträgen,die dann angenommen von deinen 900 € Netto abgezogen würden.

Dann hättest du ca.600 € anrechenbares Einkommen,zieht man deinen individuellen Bedarf von 513 € ab,liegst du über deinem Bedarf und somit würdest du aus der Berechnung der BG - raus sein.

Der Überschuss dürfte nicht bei Mutter oder Schwester angerechnet werden,erst wenn du wieder Kindergeld beziehen würdest und nach dem Abzug deiner Freibeträge auf dein Einkommen und deinem individuellen Bedarf noch einen Überschuss hättest.

Dieser Überschuss würde dann deinem Kindergeld zugerechnet,welches du zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen würdest und dieser Überschuss würde dann bei Mutter und Schwester angerechnet,aber max.bis auf die Höhe deines Kindergeldes.

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Lovelylolo 10.06.2014, 22:02
@isomatte

ok. Ich will dich wirklich nicht nerven, aber dieses Thema ist ziemlich wichtig für mich :( Ich glaube ich habe meinen vorherigen Beitrag etwas verwirrend formuliert. Ich meinte, dass ich** wenn ich arbeiten gehen würde** und kein Kindergeld mehr bekomme, dann aus der BG ausscheiden würde, nicht einfach weil ich kein Kindergeld mehr kriege. Und soweit mein Grundbedarf nicht gedeckt ist, müsste ich weiterhin Geld kriegen??

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isomatte 11.06.2014, 06:47
@Lovelylolo

NEIN !

Du scheidest auch nicht aus der BG - aus,wenn du dann arbeiten gehst,erst wenn du so viel verdienen würdest das du deinen eigenen Bedarf decken kannst,würdest du aus der Berechnung der BG - raus fallen.

Aber vorher wird von deinem Bruttoeinkommen dein Freibetrag bzw.deine Freibeträge ermittelt und von deinem Nettoeinkommen abgezogen,das ergibt dann dein anrechenbares Einkommen.

Von diesem anrechenbarem Einkommen wird dann dein Regelsatz von derzeit 313 € abgezogen und 1 / 3 der Kosten für Unterkunft und Heizung. Erst wenn du nach diesem Abzug bei Plus minus Null ankommen würdest oder noch einen Überschuss hättest,also noch Geld übrig hättest,bist du aus der Berechnung der BG - raus.

Würdest du weniger haben,dann würdest du eine ALG - 2 Aufstockung bekommen,es würde also die Differenz vom anrechenbarem Einkommen bis zu deinem Bedarf vom Jobcenter gezahlt.

Selbst wenn du jetzt nicht arbeiten gehen würdest,wird das Jobcenter das Kindergeld,was dann nicht mehr gezahlt wird ausgleichen,deine Mutter würde dann also mehr vom Jobcenter bekommen.

Sie muss das dem Jobcenter nur durch den Aufhebungsbescheid der Familienkasse nachweisen,das sie kein Kindergeld mehr für dich bekommt.

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tinimini 25.09.2014, 08:29
@isomatte

Kindergeld bekommst du auch weiterhin in der Ausbildung, Schön weiter beantragen, Sonnst verschenkt ihr Geld !

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isomatte 25.09.2014, 09:15
@tinimini

Solange der Anspruch innerhalb der 4 Jahres Frist geltend gemacht wird,verschenken sie kein Geld,denn das Kindergeld wird bei Erfüllung der Anspruchsvoraussetzung und den dementsprechenden Nachweisen,für bis zu 4 Jahre nachgezahlt !

Ganz im Gegenteil,wenn sie nicht vom Jobcenter aufgefordert werden,das Kindergeld zu beantragen,dann könnte eine spätere Beantragung sogar eine erhebliche Nachzahlung zur Folge haben,die einem dann zustehen würde,wenn man sich nicht mehr im Leistungsbezug befindet bzw.nicht mehr bei den Eltern wohnen würde,wenn man das Kindergeld dann rückwirkend beantragt.

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Wenn du mehr verdienst, als "deinen Anteil" der Bedarfsgemeinschaft, fällst du da raus. Dann musst du deiner Mutter deine Lebenshaltungskosten direkt zahlen.

Ihr müßt mit Kürzung von Hartz 4 rechnen, trotzdem ist es besser, Ihr erkundigt Euch bei der Arge, die können Euch zuvor informieren, was sich in der Familie durch Dein Einkommen ändern wird.

Wenn du ebenfalls bei deiner Mutter wohnst, wird der größte Teil deiner Einkünfte von deinem Teil H4 Satz angerechnet, also bekommt deine Ma dann weniger Geld.

Du hast einen Freibetrag von 100 Euro, der nicht angerechnet wird. Darüber sind 20% des Einkommens anrechnungsfrei. Das, was dann zum Anrechnen übrig bleibt, wird erst einmal dein Regelbedarf gedeckt, ggf auch die Kosten der Unterkunft, wenn es denn so viel ist. Bleibt dann immer noch was übrig, wird es zu gleichen Teilen auf die anderen Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft angerechnet.

Das heißt, zuerst sinkt dein Bedarf, den das Amt deckt, ggf auch anteilig der der anderen. Im Schnitt habt ihr aber - wegen der Freibeträge - letztlich mehr im Monat als zuvor.

isomatte 10.06.2014, 19:55

Das ist nicht korrekt !

Einkommen von Kindern darf ausschließlich nur auf dessen Bedarf angerechnet werden,mit Ausnahme des nicht mehr benötigten Kindergeldes,welches das Kind nicht mehr zur eigenen Bedarfsdeckung benötigt.

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Gerberecht 10.06.2014, 22:03
@isomatte

Ich lasse mich gern korrigieren, aber woher hast du das? Die einzige Ausnahme, die mir bekannt ist, sind Jobs in den ferien, wenn sie nicht länger als 4 Wochen ausgeübt werden und 1.200 Euro nicht überschreiten.

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isomatte 11.06.2014, 07:08
@Gerberecht

Der oder die Ferienjobs haben mit dem generellen Einkommen von Kindern und somit der Anrechnung auf Eltern oder Geschwister nichts zu tun !

Denn im SGB - ll sind Kinder mit ihrem Einkommen nicht zum Unterhalt der Eltern oder Geschwister verpflichtet,das könnte nur auf freiwilliger Basis geschehen. Selbst im SGB - Xll,also bei der Sozialhilfe,ist ein Kind nicht zum Unterhalt der Eltern verpflichtet,wenn das Jahreseinkommen 100 000 € nicht übersteigt.

Die Geschwister sind vom gegenseitigen Unterhalt komplett ausgeschlossen.

Es wird also nur auf den eigenen Bedarf angerechnet,mit Ausnahme des von mir genannten nicht mehr benötigten Kindergeldes,welches das Kind zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen würde.

Das was du hier ansprichst,ist die Ausnahmeregelung beim hinzuverdienst für Kinder oder junge Erwachsene,wenn sie diese Tätigkeit in den Ferien zwischen zwei Schulabschnitten ausüben,also nach den Ferien wieder zur Schule gehen.

Dann dürfen sie in bis zu 4 Wochen diese 1200 € zusätzlich verdienen.

Bedeutet,das wenn sie 4 Wochen in den Ferien arbeiten,diese 1200 € verdienen können und in der übrigen Zeit,also den verbleibenden 11 Monaten,auch einen Nebenjob ausüben können und darauf ihre ganz normalen Freibeträge nach § 11 b SGB - ll geltend machen können,wenn sie bereiz 15 Jahre alt sind.

Unter 15 gelten dann nur diese 100 € Grundfreibetrag,alles was darüber liegen würde,wird voll auf den Bedarf des Kindes angerechnet,da gibt es dann die 20 % bzw.10 % Regelung nicht.

Würde also bedeuten,das dieses Kind rein theoretisch pro Jahr diese 1200 € in den Ferien verdienen könnte und in 11 Monaten noch einmal pro Monat diese 100 € Grundfreibetrag ohne Anrechnung verdienen könnte.

Das würden dann pro Jahr insgesamt 2300 € Einkommen machen,was nicht auf den Bedarf des Kindes angerechnet würde.

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Du hast einen Freibetrag und das andere würde auf H4 angerechnet werden. Ihr lebt in einer Bedarfsgemeinschaft und da ist einer für den Anderen da...

Isomatte hat's ja schon richtig und ausführlich erläutert. Hier nochmal etwas knapper, zu einer ähnlichen Anfrage: http://www.gutefrage.net/frage/ausbildung--miete-alg-2-durch-mutter#answer98687934

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