Hartz 4 beantragen ohne Arbeiten gewesen zu sein?

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13 Antworten

Ergänzend zu den Antworten, die Du schon bekommen hast:

Vorsorglich auch diese Hinweise von mir:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit jobcenter unterlagen verloren.

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Die Begleitung kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtliche Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Behördenbegleiter

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

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Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

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Kommentar von cyracus
29.06.2014, 07:40

Falls Du eine Eingliederungsvereinbarung (EGV) unterschreiben sollst, nimm sie mit nach Hause - unterschreibe sie keinesfalls dort!!!

Hör Dir auf YouTube die hervorragende Information zu Eingliederungsvereinbarungen von einer Fachfrau an:

Eingliederungsvereinbarung 1

Es sind sieben kleine Teile. Ist ein Teil zu Ende, kannst Du den Folgeteil direkt auf Youtube oben rechts neben dem Video anklicken.

http://www.youtube.com/watch?v=msOcuQYUGQM

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Kommentar von cyracus
05.08.2014, 23:33

Danke fürs Sternchen - ҉ •◝✿⊱ (¯'•.¸(¯'•.¸ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ¸.•'´¯)¸.•'´¯) ⊰✿◝• ҉

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Du solltest tunlichst sofort den Antrag stellen. Rückwirkend wird nur für den laufenden Monat gezahlt. Das kannst du also gerade noch am Montag erreichen.

Der Anspruch auf AlG2 beruht alleine auf der "Bedürftigkeit". Das hat nichts mit vorheriger Beitragszahlung zu tun.

Von deiner jetzigen Vermieterin brauchst du einen Untermietvertrag.

Du kannst aber alles nachreichen, Hauptsache, du schaffst es, dich am Montag arbeitssuchend zu melden. Dazu brauchst du erst einmal nur deinen Personalausweis.

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Ich bin 18 und werde dieses Jahr noch 19. Ich hatte eine Maler(-Lackierer Ausbildung die ich aber abgebrochen habe.


Als erste solltest du Dich auf jeden Fall "ausbidlungssuchend" melden bei der Agentur für Arbeit .... je nachdem wie lange Du in der Ausbildung warst hast du ggfls. einen Anspruch auf Arbeitslosengeld1

Dann zum Jobcenter und einen Antrag aus Leistungen stellen ... ich vermute nicht dass Du so ohne weiteres eine 1 Zimmmerwohnung bazahlt bekommst (samt Ausstattung, Umzug etc.) Du wohnst schließlich ...

wieso gehst Du eigentlich nicht zurück zu Deinen Eltern, in NRW wird es doch auch Ausbildungsplätze geben .....

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Kommentar von mast2012
28.06.2014, 08:29

...kann mich nur anschließen. Rede doch einfach mal offen mit deinen Eltern, wie du dir deinen Weg vorstellst, dann könnt ihr euch vielleicht auf eine Unterhaltsmöglichkeit einigen.

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....bis zum 25. Lebensjahr kam das Amt verlangen, dass die Kinder bei den Eltern wohnen, wenn nicht ein gravierender Grund vorliegt, warum das Zusammenwohnen nicht möglich ist.

Melde dich umgehend ausbildungssuchend beim Jobcenter oder Arbeitsamt, ggf. hast du Anspruch auf Arbeitslosengeld mit Aufstockung vom Jobcenter.

Deine Eltern sind nur zum Unterhalt verpflichtet, wenn du dich ausreichend um Ausbildungsstellen bewirbst. Für Nullbock müssen Eltern nicht zahlen.

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Kommentar von mast2012
28.06.2014, 08:25

...falls du Arbeitslosengeld erhalten solltest, kannst du nebenbei noch auf geringfügiger Basis (450 EUR) jobben, ohne dass dir was angerechnet wird. Was sind denn das für Nebenjobs, sind die angemeldet?

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Kommentar von cyracus
29.06.2014, 07:22

Du schreibst: "bis zum 25. Lebensjahr kam das Amt verlangen, dass die Kinder bei den Eltern wohnen, wenn nicht ein gravierender Grund vorliegt, warum das Zusammenwohnen nicht möglich ist."

Jein.

Ist ein volljähriges Kind erstmal ausgezogen, können sich die Eltern weigern, ihr volljähriges Kind wieder aufzunehmen - guckst Du hier:

Erklärung der Eltern von U25jährigen, diese nicht wieder aufzunehmen

http://hartz.info/index.php?PHPSESSID=4b952db12d3c3bbbacf433e46b01f61a&topic=12771.0

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Wie alt bist Du und eine Ausbildung hast Du wie es klingt, auch nie gemacht. Deine Eltern sind zwar unterhaltspflichtig, aber es gibt nicht nur die Altersgrenze. Kinder, die sich nicht ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bemühen können auch ihren Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern verlieren. Du kannst einen Antrag stellen - ob der Erfolg hat wird das Amt Dir sagen.

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Kommentar von bounesundso
26.06.2014, 11:25

Ich bin 18 und werde dieses Jahr noch 19. Ich hatte eine Maler(-Lackierer Ausbildung die ich aber abgebrochen habe. Das heißt also, es kann sein das wenn ich einen Antrag auf Hartz 4 einreiche, das das Arbeitsamt meine Eltern verpflichtet meinen Unterhalt zu zahlen ? Denn das würde ich auf jeden fall ablehnen, denn meine Eltern sind so oder so schon in der Kreide.

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Sicher kannst du das beantragen. Allerdings hättest du das schon viel früher machen müssen, denn die Bearbeitung dauert einige Wochen. Zudem wird dabei geprüft, in wie weit deine Eltern zu Unterhalt verpflichtet sind.

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Ja sobald du einen Antrag stellst, wird es ab den Zeitpunkt gezahlt. Achtung!! Gib deinen Antrag persönlich ab! Gerne geht was dort verlohten, und keiner will es dort gewesen sein.

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Kommentar von bounesundso
26.06.2014, 11:23

Aber es kann doch nicht so einfach sein oder ?

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Soviel ich weiß, handelt es sich doch bei Hartz IV um die frühere Sozialhilfe, die man auch ohne Arbeit bekommt?

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Kommentar von cyracus
29.06.2014, 07:27

Das wäre das bedingungslose Grundeinkommen, das es bei uns nicht gibt.

Für Hartz IV muss man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und mindestens 3 Std. täglich arbeiten können - naja, und finanziell bedürftig sein.

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Bemüh dich eine Ausbildungsstelle zu finden oder einen Job auf Dauer!! - du warst noch nie arbeiten außer ein paar Aushilfsjobs - ist dass das Leben von dem du träumst - wovon lebst du sonst - die nächsten Tage, Wochen ... ?

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Kommentar von Larah10
27.06.2014, 13:38

Das beantwortet nicht die Frage, die gestellt wurde.

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" Ich habe hier keine Arbeit und war bis jetzt auch nie Arbeiten ausser Aushilfsjob's"

-Hast du eine Ausbildung gemacht??

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Kommentar von bounesundso
26.06.2014, 11:22

Ich hatte eine Maler/-Lackierer ausbildung, die ich dann aber abgebrochen habe.

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Hallo,

Arbeitslosengeld 2 (umgangssprachlich "Hartz IV") ist eine Sozialleistung, bei der die Dauer und die Höhe des früheren Erwerbseinkommens nicht berücksichtigt wird. Egal, ob bzw. wie lange man vorher erwerbstätig war oder was man verdient hat: Es gibt für alle eine vom Gesetzgeber festgelegte pauschalierte Regelleistung zur Sicherung des Lebensunterhalts (Regelsatz) sowie die vor Ort angemessenen Unterkunftskosten (wobei vom ALG2-Bedarf die anzurechnenden Einkommen, die man hat, abgezogen werden).

gruß

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Wer Anspruch auf ALG2 hat, das wird durch den § 7 SGB II vorgegeben. Und (anders als beim Arbeitslosengeld 1) gehört es beim ALG2 nicht zu den Anspruchsvoraussetzungen, dass man vor der Antragstellung schon (sozialversicherungspflichtig) erwerbstätig war . Um Anspruch zu haben, muss man auch nicht zwangsläufig tatsächlich für Jobs und Maßnahmen zur Verfügung stehen. Man muss "nur" grundsätzlich arbeitsfähig sein.

Wichtig: Der “Antrag” ist lediglich deine Willenserklärung, Leistungen in Anspruch nehmen zu wollen. Und diese Willenserklärung kann man persönlich/mündlich, telefonisch, per Mail, Fax oder Post etc. beim Jobcenter abgeben. Im eigenen Interesse sollte die Antragstellung aber nachweislich stattfinden. Sie wirkt auf den Monatsersten zurück - d.h. wenn du bis zum/ am 30.6. noch deinen Antrag stellst, dann wird dein Anspruch für Juni ggf. noch mitberücksichtigt. Die Leistungsträger sind verpflichtet, Anträge anzunehmen und zu bescheiden. Es ist kein Termin erforderlich, um seinen Antrag stellen zu "dürfen" ! - Die ganzen Formulare sind lediglich Arbeitshilfen, mit denen die Sachbearbeiter die erforderlichen Daten zur Verfügung haben, um den Antrag bearbeiten zu können. Und noch fehlende Unterlagen kann man (möglichst zeitnah) nachreichen....wichtig ist, dass du erstmal nachweislich deine Willenserklärung= deinen Antrag an den Mann bringst. - Die Formulare, Ausfüllhilfen und das "Merkblatt SGB II" gibt es übrigens auch hier:
http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Formulare/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI516946

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Kommentar von Larah10
27.06.2014, 14:08

Das heißt also, es kann sein das wenn ich einen Antrag auf Hartz 4 einreiche, das das Arbeitsamt meine Eltern verpflichtet meinen Unterhalt zu zahlen ? Denn das würde ich auf jeden fall ablehnen, denn meine Eltern sind so oder so schon in der Kreide.

Unterhaltsansprüche sind vorrangig geltend zu machen und sind vorrangig vor dem Bezug von Sozialleistungen. Insofern wird auf jeden Fall überprüft werden, ob jemand dir gegenüber unterhaltspflichtig ist. Ob er dann auch über ausreichendes Einkommen verfügt und zahlungsfähig ist.. das ist wieder eine ganz andere Geschichte. Falls du dich nicht von dir aus um die Überprüfung/ Geltendmachung eventueller Unterhaltsansprüche kümmerst, kann das Jobcenter das selber anleiern. Aber wie gesagt - wenn die Eltern derzeit nicht UH-pflichtig sein sollten bzw. nicht zahlungsfähig sind, dann ist dort eh nichts zu holen. Das Jobcenter steht jedenfalls in der Leistungspflicht und muss (ggf. erstmal auf vorläufiger/ Darlehns-Basis , bis alles geklärt ist) deinen Bedarf sichern: http://hartz.info/index.php?topic=10.0

Btw: Ab 18/Volljährigkeit des Kindes sind seine Eltern nicht verpflichtet, ihr Kind weiter bei sich wohnen zu lassen oder es wieder bei sich aufzunehmen.

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Bis 25 Jahren sind Deine Eltern unterhaltspflichtig. Und das ist auch gut so.

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Kommentar von Larah10
27.06.2014, 14:17
Bis 25 Jahren sind Deine Eltern unterhaltspflichtig. Und das ist auch gut so.

....stimmt allerdings so pauschal nicht ;) Ob/ wie lange die Eltern unterhaltspflichtig sind, wird nicht durch das Alter des Kindes bestimmt, sondern durch seinen Ausbildungsgang/-verlauf. Wenn jemand 18, 19 oder 20 ist und seine Erstausbildung bereits abgeschlossen hat, wären die Eltern z.B. bereits außen vor und nicht mehr unterhaltspflichtig.

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