Hartz 4 - wie ist hier der Sachverhalt?

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6 Antworten

Ob das komplett angerechnet wird oder der Sohn davon noch selber etwas zur Deckung seines ALG - 2 Bedarfs benötigt kann man so nicht sagen,dazu muss zumindest die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ohne Abschlag für Haushaltsstrom ) bekannt sein und die Netto Vergütung !

Dem Sohn stehen mit 21 Jahren ein Regelsatz von derzeit 324 € zu,der soll den Lebensunterhalt decken und dazu kommen dann min. noch mal sein Kopfanteil der KDU - und das wären dann 50 % der Warmmiete,wenn er mit seiner Mutter alleine leben würde.

Das ergibt dann den Bedarf,angenommen die KDU - würde hier 452 € betragen,dann läge der Kopfanteil bei 226 € + die 324 € Regelsatz = min. 550 € Bedarf.

Nun hat er auf sein Erwerbseinkommen Freibeträge nach § 11 b SGB - ll,dass sind dann zunächst 100 € Grundfreibetrag,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann theoretisch vom Jobcenter vom Nettoeinkommen abgezogen,ergeben das anrechenbare Netto und dazu wird das Kindergeld von 190 € addiert,ergibt dann das gesamte anrechenbare Einkommen und das wird dem Bedarf gegenüber gestellt.

Würde dann ein Überschuss vorhanden sein,dann würde dieser dem Kindergeld zugerechnet,dieses würde der Sohn dann zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen und in diesem Fall bis max. auf Höhe des vollen Kindergeldes ( 190 € ) auf den Bedarf der Mutter angerechnet.

Wenn die Mutter selber kein Einkommen hat wo sie schon Freibeträge geltend macht,dann würde das Kindergeld dann zu ihrem Einkommen,davon kann sie dann 30 € Versicherungspauschale absetzen.

Es würden der Mutter dann max. 160 € angerechnet,also ihre Leistungen um 160 € gekürzt,sie hätte dann im Endeffekt sogar 30 € mehr.

Der Sohn hätte also in diesem Fall bei 800 € Brutto zunächst seine 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 700 € ( 100 € - 1000 € Brutto ),stehen ihm noch mal 20 % Freibetrag zu,also kämen noch mal 140 € dazu,der gesamte Freibetrag läge dann bei 240 €.

Würde er dann angenommen 650 € Netto überwiesen bekommen,dann blieben nach Abzug der 240 € Freibetrag noch ca. 410 € anrechenbares Nettoeinkommen übrig und das würde den Bedarf im Beispiel nicht decken,weil dieser bei min. 550 € liegen würde.

Demnach bräuchte der Sohn von den 190 € Kindergeld min. noch 140 € zur eigenen Bedarfsdeckung,bei der Mutter könnten dann also max. 50 € bzw.bei Geltendmachung der 30 € Versicherungspauschale 20 € auf ihre Leistungen angerechnet werden.

Deine Mutter bekommt für sich selbst und für Dich Hartz IV. Da Du jetzt aber verdienst, benötigst Du es ja nicht mehr. Du kannst jetzt selbst für Dich sorgen. Somit solltest Du Deiner Mutter einen Teil Deines Verdienstes geben, denn Deine anteilige Miete fällt ja auch weg.

Wird da iwas angerechnet bei der Mutter?

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@Mareikeloe

Bei Deiner Mutter selbst ändert sich nichts, denn sie bekommt das Hartz IV weiterhin. Nur Dein Anteil fällt (teilweise) weg.

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@Allexandra0809

Wenn ich Azubi bin ist es ja klar, dass ich nix mehr bekomme. Die Frage ist, ob bei der Mutter was abgezogen wird. Also wegen des Kindergeldes

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@Mareikeloe

Nein, wenn Deine Mutter nicht arbeitet, bekommt sie ihr Geld weiterhin, da wird sich nichts ändern. Dein Verdienst dürfte nicht hoch genug sein, dass Du Deine Mutter verhalten musst. Ihr seid eine Bedarfsgemeinschaft und daher wird Dein Verdienst schon mitgerechnet. Wird aber wahrscheinlich erst interessant, wenn Du mehr verdienst.

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@Mareikeloe

Ich bin selbst in diese Lage, du bekommst nix und kannst nix viel sparen... Also Ausbildung erfolgreich abschließen und dann gut verdienen.

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@Allexandra0809

Ein Kind im SGB - ll ist weder den Eltern noch Geschwister zum Unterhalt verpflichtet,eine Ausnahme bildet hier nur das nicht mehr benötigte Kindergeld,wenn das Kind soviel anrechenbares Nettoeinkommen hat,dass es seinen Bedarf nach dem SGB - ll auch ohne oder nur mit einem Teil des Kindergeldes decken kann !

Deshalb würde sich beim Bezug von Leistungen bei der Mutter sehr wohl etwas ändern,denn ihre Leistungen könnten dann max. um 190 € bzw. 160 € anrechenbares Kindergeld gekürzt werden.

Sie hat dann im Endeffekt zwar nicht weniger als vorher,könnten evtl. dann sogar 30 € ( Versicherungspauschale ) mehr sein,aber eben weniger ALG - 2.

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Der Teil des Kindergeldes, den das Kind (aufgrund seines eigenen Einkommens) nicht (mehr) benötigt für seinen rechnerischen Bedarf an ALG II, wird als Einkommen der mitwohnenden Elternteile angerechnet bei deren Bedarf an ALG II.

Gruß aus Berlin, Gerd

Abzüglich der evtl. zustehenden 30 € Versicherungspauschale auf sonstiges Einkommen ab 18 Jahren !

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Kindergeld bleibt und Hartz IV wird dadurch auch nicht gekürzt - anders sieht es mit der Ausbildungsvergütung aus, die wird auf das Hartz IV angerechnet. Wie viel musst du beim Jobcenter nachfragen

Das den Bedarf des Kindes übersteigende Kindergeld wird abzüglich einer 30-Euro-Pauschale bei der Mutter angerechnet.

Ich glaube Kindergeld bleibt, aber H4 wird kürzer.

Das meinte ich, wie  funktioniert das da?

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@Mareikeloe

Also H4 hat Limit = 1800 Euro. Wenn jemand arbeitet, wird H4 kürzer z.b minus 800 Euro von Sohn und minus 400 Ein-Euro-Job von Mutter. Also insgesamt minus 1200 Euro. 1800-1200= 600 Euro. Familie wird 600 Euro H4 bekommen.

Aus dem H4 zu kommen, müssen Familie 2500 Euro oder mehr verdienen.

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