Hannah Arendt - Herstellen und Homo faber im Mittelalter?

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Hannah Arendt ist eine politische Person und bezieht mit VITA ACTIVA auch eine gewisse Distanz zur Philosophie des Elfenbeinturms, in der im Prinzip immer der "eher passive Mensch" im Mittelpunkt steht, der Erkennende und der Wertende. Dabei kann man - was man allerdings bereits bei Aristoteles schon nachlesen kann - Erkennen, Werten nicht vom Handeln und Tun abschneiden. Beides zusammen bekommt natürlich eine verschiedene Einordnung bei unterschiedlicher Sinngebung des in der Welt Seins. War in der Antike die Philosophie mit der Frage beschäftigt, wie komme ich zu einem erfüllten Leben, was Erkennen und Tun als gleichwertig mit einschloss, so hat das Christentum die Aufmerksamkeit vom aktuellen Leben abgewendet hin zum Leben danach, man kann auch sagen, zur Vertröstung. Die Maßstäbe waren im Himmel und ihre Interpreten waren Klerus und Adel. Alles  wurde - überspitzt - für den Himmel gebaut (angeblich), so die gewaltigen Dome im kleinsten Nest oder erst recht die himmelstrebenden gotischen Kathedralen. Nebenbei hat man natürlich schon gewetteifert, wer die Höchste hat. Handeln zum eigenen Glück war verpönt gegenüber einem Handeln zum Wohlgefallen des Himmels - wenigstens theoretisch. Der Mensch war nicht eigenmächtig sondern Gottessklave und Kirchendiener. Das ändert sich erst wieder in der Renaissance, dem Barock und dann der Aufklärung. Darum wird man den Homo Faber im Mittelalter vergebens suchen. Da war der Homo Faber ein Homo Dei oder ein Homo Katholikus, offiziell immer in Diensten einer höheren Macht und ihrer Stellvertreter.

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