Handycap runterspielen?

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3 Antworten

Ansichten aus der Welt der Mythen.

Veränderungen des Handicaps

Die Stammvorgabe von Golfern wird durch den Heimatclub geführt. Ein

Spieler ist dafür verantwortlich, alle, auch die auf auswärtigen Plätzen

erspielten Ergebnisse dem Heimatclub zu melden. Meldet er sein Ergebnis

nicht innerhalb von spätestens sechs Wochen, wird dieses als "No

return, vorgabenwirksam" gewertet und die Vorgabe im

Bereich der Vorgabenklassen 1-4 um 0,1 heraufgesetzt. Der

Vorgabenausschuss des Clubs ist jedoch dafür verantwortlich, die Vorgabe

entsprechend des Spielpotentials des Golfers zu führen.

Vorgaben verändern sich auf Grund …

… aktueller vorgabenwirksamer Wettspielergebnisse

… EDS-Runden

… von Erkenntnissen des Vorgabenausschusses, dass die Vorgabe falsch

ist (diese Erkenntnis kann auch durch nicht-vorgabenwirksame Runden

gewonnen werden). Die Anpassung erfolgt dann durch entsprechende

Festsetzung des Ausschusses (nach Ziffer 3.16 DGV-Vorgabensystem) oder

durch entsprechende Festsetzung des Ausschusses in der "Überprüfung von

EGA-Vorgaben auf Grundlage von Spielergebnissen" (nach Ziffer 3.15

DGV-Vorgabensystem).

Jeder Golfer muss sich dazu bewusst machen:
    Das Handicap ist kein „Eigentum“ des Spielers.
    Das Handicap dient ausschließlich der Vergleichbarkeit der Netto-Ergebnisse.
    Letztlich entscheidet der Vorgabenausschuss (VA) über das HCP
    eines Spielers, indem er es, automatisch durch die
    Clubverwaltungssoftware berechnet, „laufen lässt“ oder gem. Ziffern
    3.15/3.16 anpasst).
Was bedeutet das?
- Der Vorgabenausschuss hat das Recht und die Pflicht, Vorgaben wenn nötig entsprechend seiner Erkenntnisse anzupassen.

- Der Vorgabenausschuss darf dies nicht willkürlich tun und muss dies begründen können.

- Der Spieler hat jedoch kein Recht, im Sinne des Vorgabensystems
eine Entscheidung des Vorgabenausschusses diesbezüglich anzufechten.

- Falls ein Spieler mit der Entscheidung des Vorgabenausschusses
unzufrieden ist, hat er die Möglichkeit, über entsprechende
Wettspielergebnisse weitere Veränderungen seiner Vorgabe zu erreichen.

- Der Vorgabenausschuss hat aber auch die Pflicht, den Golfern
ausreichend Möglichkeiten einzuräumen, vorgabenwirksam zu spielen.

Handicap Schritt für Schritt

Im Golf wird jeder Schlag gezählt, den ein Spieler macht. Dazu kommen noch die Strafschläge, falls er

irgendeine Regel nicht richtig angewandt hat (auch, wenn das aus Versehen geschehen ist).

Natürlich macht ein guter Spieler viel weniger Schläge als ein Spieler, der gerade erst mit dem Golf angefangen

hat. Er wird also wahrscheinlich immer gewinnen, bis der Anfänger auch einmal richtig gut spielt. Das macht wenig

Spaß, wenn es so lange dauert, bis man einmal gewinnt. Es wäre doch schön, wenn auch ein Anfänger mit einem besseren

Spieler spielen kann und nicht immer nur verliert. Dafür gibt es im Golf eine Vorgabe (auch Handicap genannt).

Die Vorgabe zeigt an, wie viele Schläge ein schwächerer Spieler schlechter spielen darf als ein ganz guter Spieler

zum Beispiel mit Vorgabe Null.

Wie geht das?

Dazu müssen wir das Beispiel einer Zählkarte anschauen:

Ganz links stehen die Nummern der Löcher und daneben die Länge der

Löcher von den gelben und roten Abschlägen. In der vierten Spalte mit

der Überschrift "Par" stehen die Zahlen 3, 4 oder 5 bei jedem Loch.

Das sind die Schläge die ein sehr guter Spieler für dieses Loch

brauchen sollte. Natürlich spielt er auch einmal etwas schlechter oder

etwas besser, aber meistens wird es die Zahl sein, die da unter "Par"

steht. Am Ende steht links unten in der Zeile "1-18" die Summe der Pars

von den 18 Löchern: Hier ist es 70, viele Plätze haben Par 72.

Wenn ein Spieler auf diesen Platz 18 Löcher immer mit 70 Schlägen

spielen kann, hat er eine Vorgabe "Null". Viele Leute sagen statt

"Vorgabe" auch "Handicap".

Wenn ein anderer Spieler auf diesem Platz 106 Schläge für 18 Löcher

braucht, dann hat er also 36 Schläge mehr als ein Spieler mit Vorgabe 0

gespielt. Wenn er das immer macht, dann hat er eine Vorgabe 36. Jetzt

spielen beide Spieler (Vorgabe 0 und Vorgabe 36) zusammen. Der eine

macht 70 Schläge und der andere 104 Schläge.

Beide ziehen jetzt ihre Vorgabe von ihren Schlägen ab. Der Spieler mit

der Vorgabe 36 kommt auf (104 - 36 = 68). Dazu sagt man "Netto 68". Der

Spieler mit Vorgabe Null macht das nun auch und kommt auf "Netto 70"

(70 - 0 = 70). In der Netto-Wertung hat der Spieler mit der Vorgabe 36

also besser gespielt als der Spieler mit der Vorgabe 0.

Ein Anfänger, der gerade eine Platzreife bekommen hat, wird meistens

mit einer Vorgabe 54 anfangen. Er darf dann also auf dem Platz mit dem

Par 70 auf 18 Löchern 124 Schläge machen.

Aber wie ist der Spieler mit Vorgabe 36 zu seiner 36 gekommen? Dazu

ist die Umrechnung der Spielergebnisse in Stableford-Punkte nötig.

Stableford (gesprochen Stäibelford) ist eine besondere Zählweise in

der die Vorgabe nicht als Ganze von allen gemachten Schlägen abgezogen

wird, sondern die Vorgabe wird auf die einzelnen Löcher aufgeteilt.

Das heißt, mit einer Vorgabe 36 hat ein Spieler auf jedem Loch (18 mal

2 = 36) zwei Vorgabenschläge, die gerade dort von seinem Ergebnis

abgezogen werden. Diese Schläge werden für jeden Spieler extra mit

schrägen Strichen auf die Zählkarte gedruckt:

Nun kann ein Spieler, der am Loch 1 sechs Schläge spielt, diese zwei Vorgabenschläge abziehen und stellt fest,

dass er Netto eine „4“ gespielt hat. Da das Loch ein Par 4 Loch ist, hat er Netto also Par gespielt. Natürlich

muss die gespielte „6“ auf der Zählkarte aufgeschrieben werden, aber mit dem „Netto-Par“ wird weiter gerechnet.

Die gespielten Nettoergebnisse an jedem Loch werden jetzt in Stablefordpunkte umgerechnet. In der Stableford-Wertung

(benannt nach Ihrem englischen Erfinder Frank Stableford) gibt es für jedes Ergebnis je Loch Punkte, und zwar

für ein Par

zwei Punkte

für einen Schlag über Par (Bogey)

einen Punkt

für zwei oder mehr Schläge über Par

keine Punkte

für einen Schlag unter Par (Birdie)

drei Punkte

für zwei Schläge unter Par (Eagle)

vier Punkte

für drei Schläge unter Par (Albatros)

fünf Punkte

Wenn ein Spieler 36 Stableford-Nettopunkte spielt, kommt er genau auf sein Handicap.

Jetzt zählen wir bei dem Spieler mit Vorgabe 36, dessen Ergebnisse unten beispielhaft in die Zählkarte eingetragen wurden,

die Punkte und kommen auf 38, also zwei mehr als er eigentlich bräuchte, um sein Handicap zu spielen.

Er hat also besser gespielt als seine Vorgabe. Deshalb bekommt er eine neue Vorgabe. Der Computer im Clubhaus rechnet aus,

dass der Spieler bei 38 Punkten von Vorgabe 36 auf 35 gesetzt wird. Bei einem Spieler mit einer Vorgabe zwischen 37 und 54

zählt jeder unterspielte Punkt einen ganzen Schlag, der von der Vorgabe abgezogen wird. Spielt ein Spieler mit Vorgabe 54

also 40 Stableford-Nettopunkte (4 Punkte mehr als 36), so hat er eine neue Vorgabe 50.

Das genaue Verfahren ist im so genannten "Vorgabensystem"

des Deutschen Golf Verbands nachzulesen. Zu dem Vorgabensystem gehört

auch, dass die Vorgabe eines Spielers wieder hochgesetzt wird, wenn er

einmal ein schlechteres Ergebnis spielt.

Spielt der Spieler mit seiner neuen Vorgabe 35 im nächsten Turnier nur

30 Stableford-Nettopunkte, so bleibt seine Vorgabe unverändert. Erst im

Bereich der Vorgaben 26,4 und niedriger werden Vorgaben nach schlechten

Ergebnissen um 0,1 heraufgesetzt.

Damit hat er dann wieder bessere Chancen im nächsten Wettspiel. 0,1

ist nur ein kleiner Teil von einem ganzen Schlag. Gerade am Anfang

verändert sich das Handicap also deutlich schneller nach unten als nach

oben.

Die Vorgabe ist also dazu da, die Ergebnisse von verschiedenen

Spielern zu vergleichen und dann vielleicht einen Nettopreis zu

gewinnen. Das Nettoergebnis sagt nichts darüber, wie gut ein Spieler

Golf spielen kann. Wen man das wissen will, schaut man besser auf sein

Brutto-Ergebnis.

Das ist jetzt aber nicht das ganze Vorgabensystem. Dazu gehören auch die EGA-Vorgaben und das Course Rating System.

Die EGA-Vorgabe ist die Vorgabe, die für einen Spieler im Computer

steht. Sie hatte eine Kommastelle, z.B. 18,4. Wenn ein Spieler auf dem

Platz spielen will, wird die EGA-Vorgabe in eine EGA-

Spiel

vorgabe

umgerechnet.

Dazu braucht man das Course Rating. Das ist eine Methode, die

Schwierigkeit von Golfplätzen zu beschreiben. Jeder Platz hat für jeden

Abschlag einen anderen Course Rating Wert und einen Slope Wert, z.B. CR

70,3 und Slope 119.

Und je nach dem, wo der Spieler mit der Stammvorgabe 18,4 spielt (auf

einem leichten oder schweren Platz), ist seine Spielvorgabe vielleicht

einmal 17, das andere Mal 18 und auf einem ganz schweren Platz

vielleicht auch 21.

Damit man nicht jedes Mal rechnen muss, gibt es in den Golfclubs

Tabellen, auf denen jeder Spieler nachlesen kann, welche

EGA-Spielvorgabe er je nach Platzschwierigkeit von den einzelnen

Abschlägen mit seiner überall gleichen EGA-Vorgabe hat.

Vorgabenstammblatt

Für jeden Golfer wird in seinem Heimatclub ein Vorgabenstammblatt

geführt, in das alle vorgabenwirksamen Ergebnisse eingetragen werden.

Nach zwei Jahren Platzreifebemühungen nun diese Frage? Vor Deinem Trainer/Prüfer sollte man warnen. Denn möglicherweise wurden viele Teile des Regelwerks nicht besprochen - jedenfalls sollte man mit solchen Lücken bei den Grundlagen des Handicaps keine Platzreife bekommen.

Eine sehr umfassende Antwort wurde ja schon gegeben. In Kurzform: Für ein vorgabewirksames Spiel musst Du nach Ankündigung (für EDS, automatisch bei vorgabewirksamen Turnieren) alleine (also nicht in einem Scramble o.ä.) 9 oder 18 Loch spielen und Dich dabei zählen lassen.

Spielst Du besser als die Platzvorgabe (meist ca. 72 bei einem Par-72-Platz) plus Dein Handicap, dann verbesserst Du Dich (d.h. Dein Handicap steigt von -54 in Richtung 0). Beim nächsten Turnier müsstest Du dann identisch gut spielen, um Dein Handicap zu bestätigen (d.h. dann ist das gleiche gute Ergebnis keine Verbesserung mehr). Weil das bei zunehmend gutem Handicap immer schwieriger wird, wird nur im Handicapbereich bis -54 - -36 das Handicap so 1:1 angepasst. Aber darum kannst Du Dich dann immer noch kümmern.

Noch etwas: Das Brutto-Ergebnis in einem Spiel zeigt, wie gut ein Spieler absolut ist (verglichen mit einem durchschnittlichen Profispieler). Das Netto-Ergebnis zeigt, wie konstant man spielt (also verglichen mit dem eigenen Durchschnitt eine Verbesserung oder Verschlechterung), also ob man gut trainiert und gespielt hat oder ob man nachgelassen hat.

Stableford ist eine Zählweise. Die meisten vorgabewirksamen Turniere werden nach Stableford gezählt.

Um Dein HCP zu verbessern musst Du an vorgabewirksamen Turnieren teilnehmen (9- oder 18-Loch) oder EDS-Runden spielen.

Ein Scramble kann eigentlich nicht vorgabewirksam sein, wenn ich mich richtig erinnere.

Dein Handicap kann sich erst einmal nicht verschlechtern. Bis das so weit ist, hast Du nich einen längeren Weg vor Dir.

Hast Du denn bereits ein Handicap oder lediglich die Platzreife? Dann müsstest Du Dir ja ohnehin erst einmal eines erspielen, welches besser als 54 bzw. Par plus 3 ist.

Schönes Spiel.

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