Handy gegen Abschlusszeugniss?

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6 Antworten

Du hast dich auch für dein Verhalten nach Schulschluss vor der Schule zu verantworten. Und zwar so lange, wie dein Verhalten einen Bezug zur Schule hat.

Unter uns gesagt, solltest du nicht mit einem einfachen Handyentzug davon kommen. Du hast schwer gegen deine Pflichten als Schüler verstoßen, die Lehrerin verarscht und belogen, und ihre Anweisungen nicht befolgt. Und ja, du bist als Schüler verpflichtet, die Anweisungen eines Lehrers zu befolgen. Auch, wenn dir das nicht passt.

Jetzt zu dem Einziehen des Handys:

Die Schulgesetze der Bundesländer machen hier unterschiedliche Vorgaben: Manche sehen eine „zeitweise Wegnahme von Gegenständen“ ausdrücklich im Katalog der erlaubten „Erziehungsmaßnahmen“ vor, andere machen nur sehr allgemeine Vorgaben und erlauben es den Schulen, besondere Regelungen dafür aufzustellen. Hier hängt es dann davon ab, was die jeweilige Schulordnung vorsieht.

Für Streit sorgen dabei besonders die konkreten Modalitäten: Wie lange darf die Schule das Handy einbehalten, an wen ist es zurückzugeben? Gibt es keine konkrete Regelung, lässt sich aus dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zumindest ableiten, dass die Schule das Handy normalerweise dann zurückgeben muss, wenn es definitiv nicht mehr stört und damit der Anlass für das Einziehen entfallen ist. Längeres Einbehalten hätte dann den Charakter einer Strafmaßnahme, zu der eine Schule nur unter klar definierten Bedingungen befugt ist.

Das Land Hessen hat das in einem Erlass so ausgelegt, dass weggenommene Gegenstände in der Regel am Ende des Unterrichtstages zurückgegeben werden müssen. Das Land Bayern wiederum hat zwar festgelegt, dass ein Handy „vorübergehend einbehalten“ werden darf, aber nicht, wie lange „vorübergehend“ ist. Das liege im Ermessen des Lehrers. Manche Juristen sind auch der Ansicht, dass Aufbewahrungsfristen generell unzulässig sind und das Handy einem Schüler persönlich zurückgegeben werden muss – im Unterschied etwa zu gefährlichen Gegenständen wie Messern, die häufig nur an die Eltern zurückgegeben werden. Andere Juristen dagegen sehen hier keine Probleme und erst eine Wegnahme „für Monate“ oder mehr als eindeutig ungerechtfertigt an. Ein klares Meinungsbild ist auch hier nicht auszumachen, was wohl auch der unterschiedlichen Handhabung an den Schulen entspricht. Wenn ein Schüler das Handy nicht aushändigen will, kann die Schule etwa den Schüler vom Unterricht ausschließen oder eine Mitteilung an die Eltern erwägen.

Das Zeugnis, darf dir die Schule allerdings nicht verweigern. Sie ist in jedem Fall verpflichtet, dir dieses auszuhändigen.

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Kommentar von Bluepurple
02.06.2016, 13:02

Das letzte kann ich so unterschreiben. An meiner ehemaligen Schule wurde etwas ähnliches probiert durch eine Lehrerin, ist sie aber nicht mit durchgekommen - wäre ja auch ein Witz.

Das mit dem "Handy wegnehmen" halte ich sowieso für einen Witz, insbesondere bei tw. volljährigen Schülern. Die Schule/Lehrer haben zwar eine Aufsichtspflicht während des Schulbesuches, aber nicht das Recht über den Besitz des Schülers (bzw. wenn der Vertrag über die Eltern läuft, sogar deren Besitz) zu bestimmen. Klar, ist das Spielen usw. während des Unterrichtes zu unterlassen und sollte bspw. zum UNterrichtsausschluss+Nachricht und evt. Disziplinarmaßnahmen führen. Schön auch das Thema, weil die Schulen sich ja sonst gerne bei allem möglichen aus der Verantwortung ziehen wollen, aber kaum sieht man die Möglichkeit "Macht" auszuüben :P

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Nein darf sie natürlich nicht.
Nichts von dem, was sie gemacht bzw. verlang hat, dürfte sie.

Vorraussetzung, dass das Handy ausserhalb des Unterrichts abgenommen wird, ist ein generelles Handyverbot an der Schule, was so auch in der Schulordnung stehen muss.
Da der Schultag aber bereits vorbei war, würde nichteinmal diese Regelung greifen.

Das Handy tatsächlich abnehmen darf der Lehrer nur, wenn der Unterricht bereits stattfindet und das Handy benutzt wird, also den Ablauf des Unterrichts stört. Präventiv darf nichts abgenommen werden.
Sobald der Unterricht vorbei ist, hat der Lehrer das Handy unverzüglich wieder auszuhändigen. 

Bekannte "Regelungen" wie, dass das Handy erst am Ende des Schultages zurückgegeben wird oder erst am nächsten Tag oder gar von den Eltern abgehlt werden muss, sind allesamt unzulässig. Das darf weder Lehrer noch Schulleiter, Hausmeister oder sonst jemand.

Ausnahme dabei ist halt der oben genannte Fall, wenn das Verbot in der Schulordnung verfasst ist. Dann ist das Handy nach Ende des Schultages dem Schüler zurückzugeben.

Da kann die Lehrerin auch zum Schulleiter oder zur Klassenlehrerin gehen und brüllen wie sie will (was übrigens extrem unhöflich ist), ändern tut das nichts.

Auch die Herausgabe nur gegen Abgabe des Handys ist natürlich unzulässig.
Viel mehr als das entspricht das sogar einer Erpressung, also einer Straftat.
Darauf darfst Du die Lehrerin gerne hinweisen und falls Du das Zeugnis tatsächlich nicht bekommen solltest, auch ruhig Anzeige erstatten.

Gerade Lehrer, die ja mit "unwissenden" Mitmenschen arbeiten und eine Vorbildfunktion erfüllen, sollten genauestens wissen, was sie dürfen und was nicht.

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Nein, sie darf ganz sicher nicht das Zeugnis verweigern.

Auch darf sie nicht nach Schulschluss das Handy wegnehmen und schon gar nicht für 24 Stunden. Die Erziehungsmaßnahmen eines Lehres enden mit Schulschluss, danach sind deine Eltern für dich zuständig.

Während es Unterrichts hätte sie aber das Handy wegnehmen dürfen.

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Kommentar von Messerset
02.06.2016, 10:56

Das stimmt nicht. Die Schule kann auf das gesamte Verhalten, dass Bezug zur Schule hat, also auch das Verhalten im Schulgebäude, erzieherisch einwirken. Dazu gehört auch der gesamte Schulweg und z.B. auch die Aktivitäten in einer WhatsAPP-Gruppe.

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Kommentar von halilbb571
02.06.2016, 10:56

Bin übrigens auf einer Privatschule. Macht das was aus?

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Nein, das ist Quatsch was sie da verlangt. Und Abschlusszeugnisse müssen ausgehändigt werden. Beschwer dich bei deinem Rektor über diese Frau. Hättest du aber auch gleich gestern erledigen können, als ihr zum Rektor wolltet.

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Kommentar von halilbb571
02.06.2016, 10:56

Bin übrigens auf einer Privatschule. Macht das was aus?

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Sie darfs nicht für 24 stunden haben. Das ist geregelt. Höchstens von der ersten stunde bis zum schulschluss.

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Darf sie definitiv nicht, als Lehrerin kann sie dich nicht über die Schulzeit hinaus bestrafen und ich bin mir ziemlich sicher dass es nicht erlaubt ist einen Schüler so zu erpressen. Ich würde ein klärendes Gespräch mit ihr vorschlagen, vielleicht wäre es auch klug wenn du auch einen Lehrer deines Vertrauens bzw. deine Eltern hinzuziehst !

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Kommentar von halilbb571
02.06.2016, 10:56

Bin übrigens auf einer Privatschule. Macht das was aus?

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