Handelt man ethisch richtig, wenn man Selbstmord ausübt?

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17 Antworten

Ich finde, es ist eine Anmaßung, sich über die Entscheidung zur Selbsttötung eines anderen auszulassen und darüber zu urteilen, ob es ethisch vertretbar ist oder nicht.

Jeder Mensch muss diese Entscheidung für sich treffen und leichtfertig trifft sie sicher keiner. Meistens geht der Selbsttötung eine lange Phase voraus, bis der Entschluss gereift ist und die Tat vollzogen wird. Diese Menschen sind verzweifelt und finden keinen Ausweg mehr aus ihrer Situation, so dass am Ende nur noch der Freitod bleibt. Meist haben sie vorher alle Möglichkeiten ausgelotet.

Ich finde, es gehört ein ungeheurer Mut dazu, sich umzubringen.

Kein Mensch wirft sein Leben weg nur weil er keinen Sinn mehr in diesem findet, schon gar nicht wenn man mitten im Leben steht und Familie hat. Gut, vielleicht in der Pubertät, da herrscht eh großer Ausnahmezustand, da mag so etwas noch vorkommen, das ist dann besonders bitter, da es nur die Nebenwirkung einer wichtigen Umstellung im Leben war. Aber so ist es die pure Verzweiflung, die Überzeugung die eigene Last einfach nicht mehr tragen zu können, ob nun objektiv nachvollziehbar, bei unheilbar kranken mit starken Schmerzen oder nur subjektiv für den Betroffenen fühlbar, für ihn jedenfalls immer echt und zwingend. Wenn ich mir die unglaubliche Gefühlskälte hier ansehe, wenn einige verlangen er hätte gefälligst weiter seiner Verantwortung nachkommen und brav sein Kreuz weitertragen sollen, dann bekomme ich eine Ahnung davon, was ihn dazu getrieben haben könnte. Es ist eben doch nicht jeder Gottes Sohn und unendlich leidensfähig, auch wenn uns das einige weiß machen wollen.

Diese Ethik, die denjenigen verurteilt der sich vom wertvollsten trennen musste das ein Mensch hat, sein Leben, auch wenn dieses ''müssen'' möglicherweise nur subjektiv war, die ist für mich menschenverachtend!

In einer sicherlich sehr verzweifelten Situation wird er an seine Familie nicht gedacht haben. Das ist schlimm und tragisch zugleich. Der Blick ist in einer solchen Lage extrem getrübt - da bleibt für die Frage moralischen Handelns kein Raum. Im Übrigen bin ich der Auffassung, dass jeder Suizid das Ergebnis purer Verzweiflung und meist auch Anzeichen irrealer Sichtweisen ist. Die meisten davon betroffenen Menschen wollen eigentlich nicht sterben - sie wollen leben, aber nicht so wie bisher. Es gibt eigentlich nur eine Situation, in welcher der Selbstmord logisch und nachvollziehbar ist: wenn jemand unheilbar krank ist und in Kürze sowieso sterben würde und er/sie sich selbst die Qualen des Weiterlebens bis zum natürlichen Ende erparen will. Alles andere ist irgendwie lösbar - aber genau das sieht der Betreffende nicht, wenn er den sog. "Freitod" wählt. Ein hässliches Wort, weil es nicht stimmt. Niemand entscheidet sich aus freien Stücken zu einem solchen Schritt. Er wird durch seine Lebensumstände dazu getrieben und ist in seiner Verzweiflung dann nicht mehr in der Lage, mögliche Auswege selbst zu sehen. Da kann man nur froh sein, dass dann Menschen da sind, die ihn von diesem Schritt abhalten. Ich weiss, wovon ich rede....

Genauso wie wir nichts davon verstehen, was NACH dem Tod kommt oder ist, genauso wenig verstand denke ich seine Familie was von den GRÜNDEN für seinen Freitod, sonst hätten sie ihn ja rechtzeitig davon abhalten können. Man sollte es mal aus HÖHERER Sicht betrachten. Ein Mensch bringt sich in der Regel nur dann um, weil er das Gefühl hat hier auf der Erde nicht mehr gebraucht zu werden und hofft dann, dass vielleicht Gott selbst ihm das geben kann, was er hier auf Erden nicht hatte. Ob er es bekommen hat, wär für mich in diesem Fall die sehr viel interessantere Frage...

... hätten sie ihn ja rechtzeitig davon abhalten können...

Kaum ein Suizident teilt sein Vorhaben jemandem mit, das kommt äusserst selten vor. Die meisten suizidieren aus einem Kurzschluss heraus. Das ist auch der Grund, weshalb der Mensch in dieser Lage an nichts anderes mehr denken kann. Suizid ist nicht nachvollziehbar - ausser für einige wenige, welche selber schon einmal davor waren, so wie ich. Aber auch viele dieser Menschen haben im Nachhinein grosse Mühe bis hin zu absolutem Unvermögen, nach zu vollziehen oder verstehen zu können, weshalb Suizid und weshalb dieser scheinbare Egoismus. Der Mensch tendiert dazu, Negatives nach dessen Überstehen zu verdrängen/verleugnen...

Halte Dich an die Antwort von Rolfe, er hat sehr treffende Worte gefunden!

Die Frage nach Ethik und Moral sollte sich in einer solchen Situation aber eigentlich wirklich nicht stellen. Deine Gefühle sind verständlich, aus Respekt gegenüber den Suizidenten jedoch möchte ich Dir raten; Vertraue darauf, dass es für den Betroffenen das einzig Mögliche und Richtige gewesen ist - für ihn hatte es Sinn.

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Die Fähigkeit, sich selbst bewusst zu töten, ist eine der ganz großen, vielleicht sogar DIE ganz große Fähigkeit und Freiheit des Menschen. Problematisch, und da hast du nicht ganz unrecht, ist der Suizid dort, wo man einen anderen damit verletzt. Andererseits - welches Tun birgt nicht die Gefahr, einen anderen zu verletzen, manchmal sogar maßlos? Das kann ein Suizid sein, es kann aber auch eine simple Scheidung oder das simples Zulegen eines/r Geliebten sein, die Freigabe eines Kindes zur Adoption, das Aufsetzen eines ungerechten Testaments...und....und...und.... Wer sagt, dass das Leben immer ethisch korrekt ist? Wir alle müssen lernen, mit den mehr oder minder großen Verletzungen unseres Lebens zu existieren. Vielleicht als Lektüreempfehlung: Jean Amery: Hand an sich legen.

Man könnte sagen, das so etwas egoistisch ist. Aber wer kann sich schon in einen solchen Menschen hineinversetzen? Ich glaube nicht, dass der noch an irgend etwas anderes gedacht hat, als an sein Ende. Da war kein Platz mehr für "wen lasse ich zurück", "was könnte ich noch tun".

Es ist schlimm, wenn ein Mensch keinen Ausweg mehr weiß und seinen Leib selbst tötet.

Ich habe bewußt geschrieben: "seinen Leib selbst tötet", denn sein "Ich", das ist seine Seele, kann nicht getötet werden!

Denn die Seele lebt nach dem Tode des Leibes ewig im Jenseits weiter.

Wenn Du Dich dafür interessierst, welche Folgen ein Selbstmord für die Seele hat, dann empfehle ich Dir z. B. die Internetseite http://www.lorber-jakob.de

Dort findest Du Ausführungen zumThema.

Vorsicht Leser! helmutfranz alias lorberjakobfan beruft sich nicht auf die Bibel der Christen, sondern auf eine angebliche Offenbarung aus dem 19. Jahrhundert. Das sind obskure Sonderlehren die nichts mit der Bibel zu tun haben. helmutfranz betreibt eine WEB-Site mit diesen Irrlehren und macht hier Reklame dafür!

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Verantwortung vor Feigheit! Trotz noch so großer Probleme. Warum bildet sich jemand ein, dass die Hinterbliebenen mit den dann vorherrschenden Problemen besser zurecht kommen! Ich habe dafür kein Verständnis. Wenn mann keinen anderen mit ins Unglück stürzt kann ich nachvollziehen, dass Menschen keine Lust mehr haben und ihrem Leben ein Ende setzen. Alles andere geht garnicht!

Erstens ist Deine Frage nach dem "ethischen handeln" fehl am Platz; zum zweiten gibt es keinen SelbstMORD. Es handelt sich um Selbsttötung, das halte ich für einen ganz wichtigen Unterschied; eine krankheit, die zum Tode führt; ich weiss nicht wer diese entsetzlich dumme Wort erfunden hat.

Zurücklassen muss man Menschen,die einem lieben(so man welche hat!) auch,wenn man eines natürlichen Todes stirbt.Dann wäre Sterben überhaupt ethisch verwerflich!

Die Frage stelle ich mir auch schon seit Monaten immer mal wieder und habe bis heute keine Antwort gefunden. Glaub da wird es auch keine Richtige Antwort gehen..Man sollte die Entscheidung tollerieren auch wenn man sie nie akzeprieren wird

Ich meine, Du bist hier völlig falsch.Ich finde es unmöglich, sich hier über das Unglück der Menschen auszulassen.

es hörte sich an, wie eine normale Frage!

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@hajottka

Ich finde diese frage normal. und es klingt für mich nicht als ob er sich "über das ünglück anderer menschen auslässt". es klingt eher nach einer frage die ihn/sie beschäftigt.

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es ist feige so mutig zu sein um den freitod zu wählen dennoch muss da jeder für sich selbst entscheiden

keiner wird gefragt ob er geboren werden will da soll einem doch wennigsten die entscheidung zu sterben selbst überlassen sein .natürlich is scheiße für die familie besonders fur das kind

Zumindest bedarfs da auch einer gehöriger Portion Egoismus.Ich weiß nicht ob auch die größte Verzweiflung das entschuldigt was man andern damit antut.

LG Sikas

du weißt ja nich was sie ihm angetan haben ?

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@sikas

Außerdem Du selbst hast gesagt "scheiße für die Ang..." ohne Egoismus wäre es nicht dazu gekommen.

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Für solche Themen gibts hier auch das FORUM bitte stelle deine Frage dort nochmal.

deine Frage zeigt mir, daß du keine Ahnung davon hast, wie verzweifelt ein Mensch sein kann - hier stellt sich nicht die Frage nach Ethik!

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