Handelt es sich um Schwarzarbeit wenn ich Büroräume für jemanden putze, aber dafür kein Geld erhalte. Quasi rein aus Gefallen?

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8 Antworten

Wenn du jemandem die Büroräume putzt, ist das keine "Gefälligkeit" oder vielleicht auch noch "Nachbarschaftshilfe". Du ersetzt eine reguläre Arbeitskraft, die Geld kosten würde, dadurch hat die Firma einen Vorteil.

Steuerlich gilt das sogenannte "Zuflussprinzip" - du musst nur das versteuern, was du auch bekommst.

Im Gegensatz dazu gilt in der Sozialversicherung das sogenannte "Anspruchsprinzip" - Sozialversicherungsbeiträge müssen nicht nur für das Entgelt abgeführt werden, das du bekommst, sondern darüber hinaus noch für das, auf das du Anspruch hast. Du ersetzt eine reguläre Arbeitskraft, hast also auch Anspruch auf Entlohnung. Dass du nichts bekommst, ist wurscht. Prüft der Rentenversicherungsträger, wird er die von dir geleisetete Arbeitszeit mit 8,84 Euro (oder einem tariflichen Mindestlohn im Gebäudereinigerhandwerk, muss ich nachgucken) multiplizieren und von dem Ergebnis Sozialversicherungsbeiträge nachfordern.

Ja, das ist Schwarzarbeit, strafbar nach § 266a StGB.

Claapz 28.02.2017, 12:49

Danke, die Antwort hat mir weitergeholfen.

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Claapz 28.02.2017, 12:56

Wie sieht es denn aus, wenn man die Schwarzarbeit annehmen würde. Gibt es einen Weg das Geld was man vom Arbeitgeber "schwarz" erhält nachträglich zu versteuern usw., wenn der AG den AN nicht anmelden will?

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Spezialmann 28.02.2017, 13:17
@Claapz

Der Arbeitgeber hat die Pflicht, die Steuern und Beiträge von dem Arbeitsentgelt einzubehalten und abzuführen. Daher ist bei Schwarzarbeit grundsätzlich der Arbeitgeber derjenige, der "dran" ist. Der Arbeitnehmer hat im Hinblick auf Steuern und Beiträge keine Pflichten zu erfüllen, hat daher grundsätzlich keine Strafe zu befürchten - Ausnahme Leistungsbezug (z.B. Hartz4) und verschwiegene Einnahmen oder - aber eher als Ausnahme - Beihilfe zur Steuer- und Beitragshinterziehung.

Eine Nachversteuerung und Nachverbeitragung kann daher ausschließlich der Arbeitgeber durchführen, nicht der Arbeitnehmer. Will der Arbeitgeber das nicht, solltes du dich mit dem Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) in Verbindung setzen. Die sorgen dann in Verbindung mit Staatsanwaltschaft, Finanzamt und RV dafür, dass der Arbeitgeber "will".

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Man könnte es eher einem Ehrenamt gleichsetzen. 

Schwarzarbeit beschreibt ein finanzielles Einkommen welches nicht versteuert wird. 

Es stellt sich eher die Frage wie es Versicherungstechnisch aussieht wenn ein Unfall geschieht. 

Das kommt darauf an - steuerlich gesehen ist es keine Schwarzarbeit, aber wenn Du z.B. ALG2 empfängst, dann könnte das Jobcenter theoretisch von deinem Arbeitgeber den Mindestlohn sowie die Sozialabgaben nachfordern.

Zumindest gab es mal einen Fall (Aktenzeichen müsste ich googlen) in dem ein Arbeitnehmer zu einem Dumpinglohn beschäftigt wurde. Das Jobcenter bekam davon Wind und forderte vom Arbeitgeber diverse Leistungen nach.

Dieses Szenario lässt sich durchaus auch auf jemanden übertragen der umsonst arbeitet.

Claapz 28.02.2017, 11:48

Ich habe einen Beruf und suchte nach einem Nebenjob. Man wollte mich "schwarz" anstellen, davon halte ich aber nichts und man vereinbarte mit mir, dass wenn ich mich bewähre aus meinen "Praktikum" ein Minijob wird, der bei der Minijobzentrale angemeldet ist.

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klugshicer 28.02.2017, 11:52
@Claapz

Praktikum ist OK wenn Du dabei bei der BG angemeldet wirst.

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Ne...aber was passiert wenn du stolperst dir was brichst oder dich sonstwie verletzt..bist aber auch net versichert...Praktikum für Naive gutmütige die umsonst putzen und nebenher lernen sich ausnutzen zu lassen...gerne kannst du bei mir dieses Praktikum auch machen 😉

Claapz 28.02.2017, 11:47

Mir wurde es als Schwarzarbeit angeboten, ich will aber keine Steuern hinterziehen. Also vereinbarte man mit mir, dass wenn ich mich bewähre ein Minijob draus wird, der bei der Minijobzentrale angemeldet wird.

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Sandy28 28.02.2017, 11:52
@Claapz

bewähren? Ok einmal zur Probe aber net mehr lass dich nicht verarschen...die wollten Schwarzarbeit net das en ganzen Monat oder mehr putzt und dann oh tut uns leid aber wir brauchen jetzt gerade niemand mehr wir melden uns...

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FrauFanta 28.02.2017, 13:34

Ach so, ja wenn es quasi um 2-4 Tage Probearbeiten geht, dann ist das natürlich möglich.

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Natürlich nicht.
Aus reinem Gefallen, so so ...
Und was ist mit dem Briefumschlag, den du bekommst?

Claapz 28.02.2017, 11:45

Mir wurde es als Schwarzarbeit angeboten, ich will aber keine Steuern hinterziehen. Also vereinbarte man mit mir, dass wenn ich mich bewähre ein Minijob draus wird, der bei der Minijobzentrale angemeldet wird.

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Wenn du etwas Unentgeltlich machst, ist es keine Schwarzarbeit.

Claapz 28.02.2017, 11:39

Ich weiß aber nicht, ob jemand dafür Geld bekommt. Mir wurde es mehr oder weniger als Praktikum angeboten.

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MaryLynn87 28.02.2017, 11:42
@Claapz

Du putzt und jemand anderes bekommt Geld dafür? Lass dir die Situation nochmal erklären...

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wilees 28.02.2017, 11:42
@Claapz

Also möchte Dich hier jemand ausnutzen und sich somit bereichern.

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Pucky99 28.02.2017, 11:43
@Claapz

Putzen als Praktikum? Da haben sie dich aber mal schön über den Tisch gezogen. Wenn es kein Pflichtpraktikum ist, steht dir im übrigen der Mindestlohn zu.

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Claapz 28.02.2017, 11:46
@Pucky99

Mir wurde es als Schwarzarbeit angeboten, ich will aber keine Steuern hinterziehen. Also vereinbarte man mit mir, dass wenn ich mich bewähre ein Minijob draus wird, der bei der Minijobzentrale angemeldet wird.

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MaryLynn87 28.02.2017, 11:49
@Claapz

Gut, das ergibt eine andere Situation. Würde sagen, dass fällt unter "Probearbeiten" und ist im Normalfall 1 Tag lang und unentgeltlich. Wenn du das öfters dort machst, ist es kein Probearbeiten mehr.

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Sandy28 28.02.2017, 11:54
@Claapz

1 Monat unentgeltlich sowas gibts net...

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MaryLynn87 28.02.2017, 11:55
@Claapz

Darauf würde ich mich nicht so einlassen. Wenn sie dich nicht ordentlich anmelden, dann sag nein.

Du findest bestimmt irgendeine Zeitarbeitsfirma oder ähnliches die dich gleich richtig anmelden.

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Ja! Trotzdem!

Für "Schwarzarbeit" bekommt man Geld

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