Handelt es sich bei jeder Verbrennung um eine Oxidation?

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6 Antworten

Das "Schneiden", "Stechen" oder "Brennen" von "scharfen" Lebensmitteln ist eine metaphorische Ausdrucksweise für das, was man empfindet, wenn man das in den Mund nimmt. Chemische Reaktionen mit den entsprechenden Stoffen finden hier in der Regel nicht statt, sie lagern sich lediglich an Rezeptoren der Sinneszellen an.

Bei dem Teil des Verdauungsprozesses, bei dem die gespeicherte Energie der Nahrung umgesetzt wird, handelt es sich in der Tat um eine Reaktion mit Sauerstoff, insofern also um eine Verbrennung, und insofern keine Verbrennung, als dies nicht direkt unter Hitzeentwicklung, sondern unter sehr kontrollierten Bedingungen abläuft.

"Verbrennungen" wie Gefrier- oder Wundbrand werden ebenfalls metaphorisch so genannt (weil es ähnlich aussieht und ähnlich zerstörerisch aufs Gewebe wirkt).

Die Kernreaktionen in den "Brennstäben" der Kernreaktoren oder das "Wasserstoffbrennen" im Sonneninnern sind auch weit entfernt von jedem chemischen Begriff von Verbrennung, es ist hier wieder eine metaphorische Übertragung.

Es gibt chemische Reaktionen, die ähnlich wie Verbrennungen ablaufen, bei denen aber kein Sauerstoff beteiligt ist. Ein Beispiel ist die Knallgasreaktion, bei der Wasserstoffgas mit Chlorgas zu Wasserstoffchlorid reagiert, völlig analog zu einer Verbrennung von Wasserstoff mit Sauerstoff. Ob man diesen Vorgang "Verbrennung" nennt, dürfte von Lehrbuch zu Lehrbuch unterschiedlich sein. Allerdings spricht man hier in allen Lehrbüchern - wieder metaphorisch - von einer "Oxidation" des Wasserstoffs, weil er hier ebenso wie bei der Reaktion mit Sauerstoff Elektronen abgibt. (Dies ist in Chemiebüchern unter dem Stichwort "Redox-Reaktionen" zu finden.)

Die Verbrennung durch Schärfe ist keine Verbrennung. Das Capsaicin reizt entsprechende Rezeptoren, die dann einen Schmerz/Hitzereiz weiterleiten. Die empfundene Hitze entsteht durch das Gewebe und nicht durch eine Verbrennung irgendeiner Art.

Die Verdauung ist am Ende auch eine Oxidation mit Sauerstoff. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Atmungskette - zunächst muss die Nahrung aber erst in leicht oxidierbare Bestandteile zerlegt werden.

Kälteverbrennung ist ebenfalls keine Verbrennung. Das ist lediglich eine Bezeichnung für Schäden am Gewebe, die durch extreme Kälte hervorgerufen werden und Verbrennungen sehr ähnlich sind.

Zu deiner Frage zurück. Alle chemischen Verbrennungen sind Redoxreaktionen. Die Oxidation ist darin die Abgabe eines Elektrons. Es gibt  auch Redoxreaktionen bei denen kein Sauerstoff involviert ist. Z.B. die direkte Reaktion von Natrium mit Chlor zum NaCl. Das Oxidationsmittel muss also nicht zwangsweise Sauerstoff enthalten.

Unter Verbrennung versteht man auch andere exotherme Reaktionen mit Flammenerscheinung, das kann z.B. ein Metall in Chlor oder Bromatmosphäre sein. Sauerstoff ist nicht erforderlich.

Um Oxidationen handelt es sich dabei auch, genauer, sind es allesamt Redoxreaktionen, da es ja außer dem Elektronenakzeptor auch einen Donor gibt.

Eine Verbrennung, die NICHT außerdem Oxidation bzw. Redoxreaktion ist, kann ich mir nicht vorstellen.

Oxidation ist wenn ein Stoff Elektronen abgibt.

Reduktion ist, wenn ein Stoff Elektronen aufnimmt.

Also wenn du etwas mit Feuer verbrennst (es brennt jetzt wirklich) dann handelt es sich eig. immer um eine Oxidation, denn der Sauerstoff nimmt meist Elektronen auf und wird selber somit reduziert. Dies ist meist eine vollständige Oxidation, sprich das höchstmögliche

Eine Verbrennung durch Schärfe ist was ganz anderes, das sind nur Rezeptoren auf der Zunge die auch für die Wahrnehmung von Hitze zuständig sind und deswegen fühlt es sich heiß an und kommt dann zu einer Depolarisierung (wird taub) dieser Rezeptoren. 

Kälteverbrennung ist eine Art von Erfrierung hat damit auch nix zu tun.

Unter einer Verbrennung versteht man landläufig eine Reaktion mit Sauerstoff. Der Sauerstoff tritt als O₂ in die Reaktion ein und verläßt sie als Oxid-Ion, oder in einer kovalenten Bindung. Auf jeden Fall mit Oxidations­stufe −II. Er ist also reduziert  worden, und das bedeutet zwangsläufig, daß der andere Reaktions­partner oxidiert werden muß.

OK, dazu gibt es natürlich wie immer mindestens eine Ausnahme:

O₂ + 2 F₂   ⟶  2 OF₂

Dabei wird der Sauerstoff oxidiert und das Fluor reduziert (ist aber nur eine Konvention, wie wir Oxidationsz­ahlen berechnen). Eine Redox­reaktion bleibt es trotzdem.

Chemisch gesehen ist eine Oxidation ein Elektronenübergang, Sauerstoff ist nicht erforderlich. Der Stoff, der die Elektronen abgibt, wird oxidiert, der, der sie aufnimmt wird reduziert.

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