Handelt der Film "Silence" ggf. von einer wahren Begebenheit?

2 Antworten

Hi, ja Silence ist aus einer wahren Geschichte heraus gemacht. Die Geschichte liegt aber schon 400 Jahre zurück. Es ging damals, auch leider heute noch, um den Glauben. Die Geschichte greift die Frage, was richtig und was ist falsch? Der Herrscher Hideyoshi war eigentlich sehr offen was Religion anging. In der damaligen Zeit, konnte man die Menschen schnell für sich gewinnen, so auch die einfachen Japaner, den man mit dem Christentum, ein Aufstieg in den Himmel versprochen hatten. 

So waren die einfachen Bürger, privilegierter als die Feudalherren. Die dachten, dass die Bauer in den Himmel kommen und sie nicht. Nur einige Feudalherren, also Feldherren übernahmen auch den Christentum. 

Viele jedoch misstrauten der Religion. Mit dem Christentum wurde natürlich die Kirche hoch angesehen, was die Machtverhältnisse ändern könnte, so die Feldherren. Die Lage wurde noch verschärft, als ein Englischer Seefahrer in Japan ankam und dem Herrscher erklärte, dass die Portugal mit dem Christentum schon sehr viele Völker gegeneinander aufgehetzt hatte, damit sie diese Länder besser unter die Kontrolle bringen konnten. 

Danach sperrte der Herrscher Japan, gegen Portugal und Spanien ab. Allein der Handel blieb davon teilweise unbetroffen. Nach einem Aufstand von Shimabara, wurde das Christentum verboten. Alle mussten zurück zu ihren alten Religionen. Wer das nicht machte, wurde verfolgt und getötet. Einige hielten die Religion geheim. Als man das endeckte, wurden ganze Familien ausgelöscht. Aber dennoch hat sich das Christentum ausgebreitet. Also eine wahre Geschichte, die einem Angst machen kann. 

Ja, basiert auf Tatsachen.

Ferreira wurde damals Thema, weil er unter Folter Apostasie verübte. Bekam den japanischen Namen Sawano Chuan und musste heiraten. Die Nachricht sorgte für Unruhe in Macau, denn schließlich war der Pater nicht nur bekannt, sondern auch ein Leiter des Ordens, u.A. in Japan.

Es wurden diverse Versuche unternommen, mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Als ihm bewusst, dass er sowieso sterben- und durch seine Entscheidung (Apostasie), die Verfolgung nicht aufhören werde, widerruft er.

Shusaku Endo (Autor des Romanes) griff die Geschichte des Jesuitenpaters auf, aber hauptsächlich zwei Missionare folgend, die sich aufmachten, um ihren Mentor zu suchen - samt Bestätigung für Apostasie, Heirat usw. - und sich dann im gleichen Dilemma wiederfinden.

Die Geschehnisse, einschließlich Einzelheiten, sind sehr gut dokumentiert. Es existieren viele Briefe und Berichte, die sich auf den Pater direkt beziehen; und genausoviele auf die Ereignisse in Japan.

Die Quellen sind unterschiedlich - darunter auch Kapitäne der niederländischen und Mitglieder der englischen Ostindien-Kompanien, zum Beispiel. Demnach, kann hierbei keine Rede von Parteilichkeit sein.

Es kann gesagt werden, dass Endo's Werk (Roman) sehr gut dokumentiert ist.

Das Buch Ferreira's (Die Offenbarte Enttäuschung, 1636) enthält den eigentlichen Zweck des Filmes.

Missionare pflegten seinerzeit, Jahresberichte (Anuas) über die Missionen zu schreiben. Werden hin und wieder auch Briefe genannt. Einige von Ferreira:

1625, 1626, 1627: 1632 in Rom gebunden.

1629, 1630: 1635 in Rom gebunden.

1631: nach Macau adressiert.

Martin Scorsese griff zwar zunächst Endo's Roman auf, tauchte dann immer mehr in Unterlagen ein. Die DVD Version ist mir zwar unbekannt, aber wahrscheinlich sind die Jahresberichte in Rom gemeint, weil Scorsese das Archivum Romanum Societatis Iesu – ARSI (Jesuiten) konsultierte.

Ein Brief Ferreiras (Jahresbericht) stammte aus 1617/1618 und befand oder befindet sich in der Universität Coimbra. Entstand bereits während der Verfolgung. Erwähnt Einzelheiten und gibt einen Einblick in die Gedanken des Paters. Unbekannt ob Scorsese den Inhalt kennt, aber die Person Ferreira im Film vermittelt Teile des Inhaltes.

Obwohl Endo es als Roman schrieb, sorgte das Buch seinerzeit bereits bei Erscheinung für Debatten. Was Endo veranlasste, öfters zu erklären, dass er Literatur und nicht Theologie beabsichtigt hätte. Mit Erscheinung des Filmes, entstanden die gleichen Debatten.

Wie Ferreira und, später, zwei der Missionare selbst, die sich aufmachten, berichtete keiner so verständlich über einen wahren Glaubenskampf, bei dem sogar die Apostasie zum Ausdruck von Mitgefühl werden kann. Zumindest sind keine identische Zeugnisse anderer Geistlichen bekannt.

So einen wahren Glaubenskampf vermittelt der Film sehr gut. Weshalb es nicht jedermanns Sache ist - und leichte Kost sowieso nicht -, zumal es vornehmlich Gläubige auf den Prüfstand stellt.

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