Haltet ihr Organspenden von Neugeborenen mit Anencephalie, also fast ohne Gehirn geborenen Babys für moralisch vertretbar?

Das Ergebnis basiert auf 18 Abstimmungen

Ja, das wäre vertretbar, wenn die Eltern das wünschen, denn es rettet Leben 50%
Auf gar keinen Fall, es steht niemandem zu über das Leben dieser Babys zu urteilen 44%
Jein, es wäre dann zwar vertretbar, aber es würde zu weit gehen, wenn wir die Richtlinien aufweichen 5%
Eher Nein, ich glaube das geht zu weit, selbst wenn die Eltern es wünschen 0%

20 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Jein, es wäre dann zwar vertretbar, aber es würde zu weit gehen, wenn wir die Richtlinien aufweichen

Hallo TheTrollman

Nach meiner Frage zu Anencephalie habe ich ein wenig zu dem Thema recherchiert, nur bei einem Teil der Babies mit Anencephalie ist überhaupt das Stammhirn ausgebildet und nur diese Babies können überhaupt einige Tage überleben, die restlichen nur wenige Stunden mit Beatmung.

In einem solchen Fall würde ich sagen grundsätzlich ist eine Organspende kein Problem, solange kein Druck auf die Eltern in der Richtung ausgeübt wird und zu aller erst geschaut wird, dass die Eltern mit dieser Entscheidung leben können.

In dem bisher einzigen Fall in England war es ja gerade der Wunsch der Eltern, das Baby nicht abzutreiben sondern die Organe zu spenden, wenn der Wunsch so geäußert wird sehe ich da kein Problem.

Bei diesen Babys spricht nichts dagegen in Absprache mit den Eltern eine Organspende durchführen, auf keinen Fall aber sollten Ärzte vor den Eltern von bereits Verstorbenen sprechen, wie es beim Thema Hirntod so gerne der Fall ist, sondern wenn dann wissenschaftlich korrekt von Sterbenden oder nicht Überlebensfähigen sprechen.

Außerdem darf es nicht passieren, dass Schwangere gedrängt werden, Babies mit Anencephalie nur zur Organspende auszutragen (ja ich weiß wie du zu Abtreibungen stehst, aber in solchen Fällen sollte man nicht urteilen)

Problematisch fände ich es aber dann, wenn das Stammhirn des Babies ausgebildet ist und es von alleine atmet, hier wäre eine Organspende sehr sehr kritisch, da zweifelsfrei funktionierende Gehirnteile vorhanden sind.

Denkt man diesen Gedanken weiter, komme ich wie du zu dem Schluss, dass Schritt Wach- und Dauerkomapatienten Organe zu entnehmen nicht mehr weit wäre.

Denn im Grunde genommen sind diese Babies mit sagen wir mal "inkompletter" Anencephalie im Grunde genommen ja nur "geborere" Wachkomapatienten, die (rein medizinisch) nur sterben, weil der offene Schädel nicht verschlossen wird (Infektionen) und keine Trachealkanüle eingesetzt wird, ansonsten mehrere Jahre überleben könnten.

Auf der anderen Seite kann man natürlich argumentieren, dass diese Babies ohne ein Großhirn niemals ein Bewusstsein hatte und es daher ohnehin nichts zu retten gibt und ja sowieso sterben.

Aber rechtlich wäre das eh nicht machbar, hier müsste man wenn eine Sonderregelung für solche Fälle einführen.

Da meiner Meinung nach durch solche Sonderregellungen das Organspendensystem noch undurchsichtiger werden würde oder vielleicht sogar Ängste geschürt werden könnten, weil Leute dann denken, dass sie vielleicht auch schon vor derm kompletten Hirntod zu Spendern werden würden, würde ich dringend davon abraten die Regeln an solchen Stellen aufzuweichen, denn wenn dadurch die insgesamte Spendenbereitschaft sinkt, hätte niemand etwas gewonnen, schon gar nicht die potentiellen Empfänger, für die man eine solche Sonderregelung ja wenn einführen würde.

LG

Darkmalvet

Besonderst mit dem letzten Punkt hast du wohl recht, Organspende ist eh schon genug in Verruf geraten, da sollte man jetzt nicht auch noch Fälle erlauben, wo nicht Hirntote spenden.

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Ja, das wäre vertretbar, wenn die Eltern das wünschen, denn es rettet Leben

Natürlich ist es vertretbar. Diese Kinder haben keine Chance, keine höheren kognitiven Fähigkeiten...sie werden nach wenigen Tagen sterben. So kann man dank ihnen noch die Leben anderer Kinder retten.

Ja, das wäre vertretbar, wenn die Eltern das wünschen, denn es rettet Leben

Organspende ist nicht ganz leicht und soweit ich weiß, haben sich auch viele Ethikkomitees diese Entscheidung, wie und wann man einen Körper für hirntot aber "spendenfähig" erklärt, nicht einfach gemacht. Ich wünsche keinem Menschen, sich diese Entscheidung stellen zu müssen, und auch keinem, auf so eine Entscheidung anderer angewiesen zu sein. Leider ist es aber trotzdem so.

Ich weiß nicht, wie es ist, ein Baby zu verlieren, aber vielleicht hilft es den Hinterbliebenen zu wissen, dass das Kind nicht umsonst gestorben ist, sondern anderen Kindern das Weiterleben ermöglicht hat. So eine Entscheidung muss man in erster Linie den Eltern lassen und - egal, wie sie sich entscheiden - die Entscheidung akzeptieren.

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