Halten Christen die Bibel zumindest teilweise für falsch, halten sie ihren Gott für unmoralisch, oder sind sie selbst unmoralisch?

Das Ergebnis basiert auf 1 Abstimmungen

Möglichkeit 3 100%
Möglichkeit 2 0%
Möglichkeit 1 0%

19 Antworten

Keine der 3 Möglichkeiten ist korrekt...

Was moralisch und was unmoralisch ist, legt Gott fest. Seine Maßstäbe entscheiden und nicht unsere.

Die genannte Bibelstelle gehört zum Gesetz des Mose, das dem Volk Israel gegeben wurde. Dieses Gesetz gilt nicht für Christen.

Als das Volk Israel das Gesetz erhielt, durfte es selbst entscheiden, ob es dieses Gesetz  haben und mit den Konsequenzen leben wollte. Es entschied sich mit großer Begeisterung dafür, das Gesetz des Mose anzunehmen, danach zu leben und auch die Konsequenzen zu tragen.

Zu diesem Gesetz gehört auch, dass niemand im Land (auch nicht Fremdlinge, die freiwillig unter den Israeliten lebten) Gott lästern sollte und dass darauf die Todesstrafe stand. Dieses Gesetz war den Menschen aber bekannt und sie hatten zugestimmt, danach zu leben. Ist das also wirklich so unmoralisch?

Du implizierst hier, dass es nur die von dir genannten Möglichkeiten gibt und wenn man sich diesen Text losgelöst vom Gesamtkontext der Bibel anschaut, dann sieht das auch erstmal so aus. Wer als Neuling solche Stellen liest, denkt schnell, dass ein offensichtlicher Widerspruch vorliegen muss. Das liegt dann aber daran, dass man das Gesamtkonzept von Sünde, Gesetz und Vergebung noch nicht verstanden hat.

Erstmal, was ist Sünde überhaupt? Sünde bezeichnet nicht in erster Linie die sündigen Handlungen, die heißen zwar auch Sünden, sind aber normalerweise nicht gemeint, wenn von Sünde die Rede ist. Sünde bezeichnet den unperfekten Zustand, in dem wir Menschen leben. Alles, was uns schlechte Menschen von Gottes perfektem Wesen unterscheidet und somit auch von ihm trennt.

Wir Menschen können nicht in Gottes Gegenwart bestehen, weil wir es dort schlicht nicht aushalten würden. Wer sündig in Gottes Gegenwart kommt, stirbt. Nicht weil Gott zynisch ist, sondern weil Sünde bei Gott nicht bestehen kann.

In der Bibel gibt es Beispiele dafür, dass Menschen gestorben sind, nur weil sie die Bundeslade, also das Symbol für Gottes Gegenwart berührt haben. Auch das nicht als Strafe, sondern als unausweichliche Konsequenz.

Gott hat das Gesetz nicht gegeben, um uns bzw. sein Volk zu knechten, sondern um zu zeigen, was es alles ist, was zwischen uns und ihm steht. Ihn zu lästern ist eines dieser Dinge, wie vieles anderes. Es trennt uns für immer von ihm. Logische Konsequenz darauf ist der Tod. Um das zu verdeutlichen, steht darauf die Todesstrafe.

Die Bestrebung des Volkes Israel war es damals, das Volk heilig zu halten und somit frei von Sünde. Logischerweise musste die Sünde also auch aus dem Volk entfernt, sprich das Urteil gefällt und vollstreckt werden. Dieser Versuch war aber immer zum Scheitern verurteilt, da es keinen einzigen Menschen ohne Sünde gibt. Genau das macht Jesus in Johannes 4 deutlich. 'Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein'.

Wir Christen sind nicht mehr auf diesen aussichtslosen Versuch angewiesen. Wir haben einen anderen Weg, der uns von Sünde befreit, sodass wir heilig, also in Gottes Gegenwart sein können. Genau dafür ist Jesus nämlich am Kreuz gestorben. Statt dass wir uns vergeblich mühen müssen, zu ihm zu kommen, ist er zu uns gekommen. Statt dass wir versuchen müssen, das Gesetz zu halten, hat er es erfüllt bis hin zur letzten Konsequenz der Sünde, nämlich dem Tod.

Kurze Zusammenfassung also: Diese Strafen wurden von den Juden früher wirklich vollstreckt. Allerdings war der Versuch, Gott damit näher zu kommen schon damals aussichtslos. Die Konsequenz der Sünde ist immer noch der Tod. Aber der Weg heraus ist ein anderer, bzw. gibt es jetzt überhaupt erst einen.

Antwort auf deine Frage: Auf Gotteslästerung steht die Todesstrafe, wie auf jede Sünde, aber ich finde es nicht richtig, wenn ein Mensch sie vollstreckt.

Antwort auf deine Frage: Auf Gotteslästerung steht die Todesstrafe, wie auf jede Sünde, aber ich finde es nicht richtig, wenn ein Mensch sie vollstreckt.

Hältst du die Todesstrafe für Gotteslästerung für moralisch vertretbar ?

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@TroIIinger

Da gibt man sich so viel Mühe und es wird nicht richtig gelesen.

Das hat nichts mit Moral zu tun.

Sünde = Trennung von Gott = kein ewiges Leben = Tod

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@kindgottes92

Natürlich hat es was mit Moral zu tun, ob man eine Hinrichtung wegen eines bestimmten Tatbestands für richtig oder falsch hält.

ich habe versucht, es so einfach wie möglich auszudrücken, doch du drückst dich um die Antwort. Findest du es richtig oder falsch, jemanden wegen Gotteslästerung hinzurichten? Es ist doch nicht schwer, diese Frage zu beantworten.

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@TroIIinger

Ich finde es falsch, wenn ein Mensch das tut. Und zwar weil es uns nicht zusteht, ein Urteil zu fällen, das nur Gott fällen kann.  Wie oft denn noch.

1
@kindgottes92

nach dieser Bibelstelle hat dieser Gott das Urteil ja gefällt. Er bestimmt, dass Gotteslästerer sterben sollen, das ist das Urteil. Er beauftragt die Menschen nur mit der Vollstreckung.

0
@TroIIinger

Ich habe immer wieder den Verdacht, dass du dir nicht die Mühe gemacht hast, meinen Text zu lesen. Und vermutlich kennst du von der Bibel auch nicht mehr, als diesen einen Abschnitt, da du auf keinerlei Argumente eingehst, die diesen Abschnitt im Gesamtkontext erklären.

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@kindgottes92

Ich habe deinen Text gelesen, doch du gehst darin nicht auf die Fragestellung ein. Ist die Bibelstelle falsch oder richtig? Fall sie richtig ist, hältst du persönlich es für moralisch vertretbar oder für verwerflich, Menschen wegen Gotteslästerung zu Tode zu steinigen.

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@TroIIinger

Ich gehe in meiner Antwort nicht nur auf diese eine Stelle, sondern auf das gesamte alttestamentliche Gesetz und somit auch diese Stelle ein. Und eine konkrete Antwort auf genau diesen Text habe ich dir dann nochmal vier Kommentare weiter oben gegeben. Was willst du mehr?

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@kindgottes92: Wenn du es nicht richtig findest, dass Menschen die Todesstrafe wegen Gotteslästerung vollstrecken, dann findest du Gottes Handeln nicht richtig. Genau das ordnet er in der erwähnten Bibelstelle nämlich an.

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Die Anzahl der von dir vorgeschlagenen Möglichkeiten ist sehr eingeschränkt. Ich hoffe, dass dieser Tatbestand keine Rückschlüsse zulässt auf einen ebenso eingeschränkten Horizont beim Fragesteller.


Als weitere Möglichkeiten solltest du in Betracht ziehen:


Dass Menschen aus ihrem damaligen und kulturellen Verständnis heraus den Willen Gottes so gedeutet und in diese Worte gefasst haben.


Das ist sicher kein wortwörtliches Zitat aus Gottes Mund.


Dass man früher (und auch heute noch in genug Ländern) sehr schnell mit Gewalt konfrontiert ist, mag uns Heutige in Deutschland wundern, wo anders fällt das nicht mal auf.


Die Angehörigen des Volkes sowie die Fremden wussten, was die Todesstrafe nach sich ziehen würde. Niemand ist gezwungen,  einen Fluch über den eigenen oder den fremden Gott auszusprechen, und es macht auch niemanden glücklich.


Da diese Worte zuvor mündlich weitergegeben und später aufgeschrieben wurden, kann man sie auch als Warnung lesen, und dann kommt es erst gar nicht zum Morden.


Das Alte Testament ist geschichtlich entstanden. Das hat nichts damit zu tun, wie moralisch Gott selber wäre. Es sind immer Menschen gewesen, die im Lauf der Zeit besser erkannt haben, wie sie handeln sollen. Am bekanntesten ist das Beispiel mit dem "Auge um Auge, Zahn um Zahn".


Aus heutiger Sicht sieht das aus, als sei dort Rache gefordert. Liest man aber den Gesamtzusammenhang, merkt man, dass davor für ein Auge mehrere Menschen ermordet wurden. Insgesamt ist es also schon der Anfang einer Verbesserung der Verhältnisse.


Und abschließend: Es ist nicht sinnvoll, einzelne Verse oder Abschnitte aus der Bibel herauszupicken. Man muss immer den gesamten Kontext sehen. Im neuen Testament gipfelt die Ethik z.B. darin: "Wer dich auf die eine Wange schlägt, dem halte auch die andere hin." Und genauso geduldig wird Gott dann auch sein, wenn jemand Seinen Namen lästert.


Das ist sicher kein wortwörtliches Zitat aus Gottes Mund.

Dann findest du also, dass die Bibel an dieser Stelle einen Fehler enthält?

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@TroIIinger

Das ist es, was ich an deiner Fragestellung etwas eingeschränkt finde:

Du denkst, es gibt nur entweder-oder. Entweder "alles wortwörtlich" oder "es ist ein Fehler".

Dazwischen gibt es aber noch sehr viele andere Möglichkeiten, mit dem Text umzugehen.

Sieh es doch einfach als die Interpretation der damaligen Menschen an, die versucht haben, Gottes Willen umzusetzen, soweit sie es damals schon verstehen konnten.

2
@anonymos987654

Findest du es denn richtig oder falsch, jemanden wegen Gotteslästerung hinzurichten?

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@TroIIinger

Ich finde es als jemand,

der vom Denken und den Verhältnissen

des 21. Jahrhunderts und von Mitteleuropa geprägt wurde,

grundsätzlich falsch, Menschen zu töten.

Und kenne auch niemanden in meinem weiteren Bekanntenkreis,

der das richtig fände.

Gleichzeitig ist mir bewusst,

dass es auch heute noch genug Menschen gibt,

die aus wesentlich nichtigeren Anlässen

ihre Mitmenschen oder völlig Unbekannte

gewissenlos oder fanatisch abschlachten (lassen).

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@anonymos987654

Ich finde es als jemand, der vom Denken und den Verhältnissen des 21. Jahrhunderts und von Mitteleuropa geprägt wurde,grundsätzlich falsch, Menschen zu töten.

Und vor dem 21. Jahrhundert war es richtig, Menschen zu töten?

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@TroIIinger

Trollinger,

du bist vehement gegen Krieg?

Heißt das, du würdest dein Vaterland nicht im Ernstfall verteidigen?

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