Halsbandaffäre Marie Antoinette

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Louis René Édouard, prince de Rohan-Guéméné, Kardinal und Erzbischof von Straßburg, ist auf einen Schwindel hereingefallen. Leichtgläubigkeit und eine Neigung zu Liebesabenteurern haben dies begünstigt.

Jeanne de La Motte (geborene Saint-Rémy), die als Comtesse de La Motte-Valois (ein Vorfahr war ein unehelicher Sohn des französischen Königs Heinrich (Henry) II.) gab sich als Vertraute der Königin aus. Der Kardinal nahm an, Marie Antoinette wünsche ein außerordentlich kostbares Diamantencollier zu erwerben und würde ihm für eine Hilfe dabei Wohlwollen/Gunst entgegenbringen (er war bei ihr eher in Ungnade, strebte aber nach einer guten Stellung am Hof, einer politischen Laufbahn, vielleicht sogar bis zum leitenden Minister). Beide Annahmen waren falsch, aber er ließ sich durch Fälschungen und Täuschungsmanöver hereinlegen.

Rohan kaufte bei den Juwelieren Charles Böhmer und Paul Bassenge für einen Preis von 1.600.000 Livre ein Diamantencollier mit 647 Diamanten, insgesamt 2800 Karat. Er händigte es Jeanne de La Motte aus und meinte, das Diamantencollier werde Marie Antoinette übergeben. Rohan legte eine ihm gegeben gefälschte Kaufanweisung der Königin vor und hat sich für die Bezahlung verbürgt. Vereinbart wurde eine Zahlung in 4 Raten von 400.000 Livre, in Zeiträumen von 6 Monaten. Rohan hatte angenommen, ein geheimer Vermittler bei diesem Geschäft zu sein. zu sein und von der Königin das Geld zu bekommen. Ihm wurde gesagt, die Königin hätte zur Zeit die Geldsumme, und eine etwas spätere Bezahlung einer Rat von 700.000 Livre bei Gewährung eines Preisnachlasses von 200.000 Livre vorgeschlagen. Für Zinsen an die Juweliere wegen verspäteter Zahlung (am 1. August 1785 war eigentlich eine erste Rat gefällig) hatte Rohan von Jeanne de La Motte 30.000 Livre bekommen, angeblich Geld der Königin, tatsächlich zum Zweck des Hinhaltens (Zeitgewinn).

Zunächst gab es außer der Zinszahlung gar keine Bezahlung. 1786 gab es ein öffentliches Gerichtsverfahren. Rohan wurde von den Anklagepunkten freigesprochen, mußte aber den Preis an die Juweliere bezahlen. Er hat also letztendlich finanziell bezahlt.

Ihre Gegner im Hochadel nutzen die Affäre gegen Marie Antoinette. Sie wurde verstärkt als leichtsinnig, sittenlos und verschwendungssüchtig dargestellt. Obwohl ihr tatsächlich keine Schuld in der Angelegenheit nachgewiesen wurde, litt ihr Ansehen.

Bücher können beim Verstehen der Zusammenhänge helfen, z. B.:

Karl Otmar von Aretin, Die Halsbandaffäre als Vorspiel der Französischen Revolution : ein Kollier für die Königin. In: Große Prozesse. Recht und Gerechtigkeit in der Geschichte. Herausgegeben von Uwe Schultz. 3. Auflage. München : Beck, 2001, S. 204 - 213

Klaus Malettke, Die Bourbonen Band 2: Von Ludwig XV. bis zu Ludwig XVI. : 1715 - 1789/92. Stuttgart : Kohlhammer, 2008, S. 198 – 199

Angela Taeger, Ludwig XVI. : (1754 - 1793) ; König von Frankreich. Stuttgart : Kohlhammer, 2006 (Urban-Taschenbücher ; Band 610]), S. 83 - 85

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