Hallo,was meint die Community hierzu: ich wohne seit über 6 Jahren in meiner derzeitigen Wohnung. Mein Vermieter wohnt im Ausland, kommt Max. 3xim Jahr um nach?

10 Antworten

Der Fortgang der Kündigung kann so sein: Nach Ende der Auszugsfrist ziehst du nicht aus der Mietwohnung aus. Der Vermieter hat vermutlich in der Kündigung oder bereits im Mietvertrag der Anwendung des § 545 BGB widersprochen und würde nun Klage auf Räumung und Herausgabe der Mietsache und Zahlung der Mietschulden beim zuständigen Amtsgericht einreichen.

Das Amtsgericht stellt an dich die Frage, ob du dich zu verteidigen gedenkst. Das solltest du innerhalb 14 Tagen bejahen. Nun wird dir die Klage mit Klagebegründung zugestellt. Du bekommst eine Frist von 2-3 Wochen um eine Erwiderung an das Gericht zu senden. An dieser Stelle solltest du einen Fachanwalt für Mietrecht mit einem Mandat beauftragen und ihm die weitere Arbeit überlassen. Der Anwalt wird von dir  einen Vorschuss für seine Arbeit verlangen, der Vorschuss orientiert sich am Gegenstandswert und kann etwa bei 2000 € liegen (4000€ Mietschulden +    1 Jahresmiete ca. 8000-10000€) 

Nach Austausch mehrerer Schriftsätze wird vom Gericht ein Gütetermin zur Verhandlung verkündet. Hierbei könnte vom Richter ein Vergleich vorgeschlagen werden. Lehnt eine Partei den Vergleich ab, gibt es keinen Vergleich. Es wird ein Urteil ergehen, das inner halb mehrerer Wochen dann verkündet wird. Nun kann gegen das zugestellte Urteil Widerspruch erhoben werden und es würde zu einer Verhandlung vor dem Landgericht kommen bis hin zum Oberlandesgericht und weiter bis zum Bundesgerichtshof wäre noch möglich.  

Immer noch wohnst du in der streitbefangenen Wohnung und zahlst statt Miete nun Nutzungsentgelt in Höhe der Miete. Erst nach einem rechtskräftigem Urteil müsstest du entweder Ausziehen oder du darfst das Mietverhältnis fortsetzen.

Eine andere Möglichkeit wäre, du gehst sofort in die Offensive und klagst auf Feststellung der Wirksamkeit der Kündigung bevor der Vermieter seinerseits Klage erhebt. Diese Klage kannst du erweitern, indem du auf Instandsetzung der Heizung klagst. Hierbei müsstest du einen Gerichtskostenvorschuss und eventuell einen Anwalt bezahlen. 

Das geht jetzt schon 5 Winter so, der nächste steht vor der Tür. Ich habe entsprechend von Nov-April die Mieten um 30% gekürzt, und hierzu nie einen Einwand des Vermieters bekommen.

Hast Du die Miete auch außerhalb der Heizperiode gekürzt , dann ist die Kündigung garantiert rechtens.

Warum?

Weil ungerechtfertigte Mietminderung zur Kündigung führen kann!

Warum er bisher nicht reagiert hat weiß ich nicht, aber vielleicht hat ihm einer mal gesagt, dass er sich das nicht gefallen lassen soll.

Hat der Vermieter die € 4.000 spezifiziert? Mietforderungen verjähren nach 3 Jahren, beginnend mit dem Jahr, das auf die erste Forderung folgt. Beispiel: Die erste Mietforderung entstand aufgrund deiner Kürzung im August 2014. Dann beginnt die Verjährung am 01.01.2015 und endet am 31.12.2017. Prüfe mal nach, ob nicht wenigstens schon ein Teil verjährt ist.

Ansonsten würde ich dir raten, einen Rechtsanwalt aufzusuchen oder zum Mieterschutzverein zu gehen.

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