Hallo, Ist es wirklich so schädlich für die Volkswirtschaft, wenn z.B. ein Hartz 4 Empfänger sich nebenher Schwarz was dazu verdient?

9 Antworten

Immer wieder wird gegen Schwarzarbeiter in der Politik und den verschiedensten Medien mobil gemacht.

Korrekterweise. Jeder hat seine Steuern zu zahlen und wer sich zu fein ist als Unternehmer zu arbeiten oder Beamter zu werden, muss eben auch Beiträge zur Sozialversicherung leisten.

Was ich nur nicht ganz verstehe ist, dass ein Arbeitsloser, der sich an der Steuer vorbei, etwas dazu verdient, dies i. d. R. nicht tut um ein Vermögen aufzubauen, sondern es sich um Geld handelt, welches eig. wieder direkt ausgegeben wird.

Dass sie meisten Leute nicht mit Geld umgehen können ist in der Tat korrekt, allerdings ist dein Argument nur halbgar, da dadurch nur indirekte Steuern entrichtet werden, denn die direkten vermeidet man ja.

Das Problem ist doch eher, dass durch den bezahlen Kaufpreis ein Unternehmer eventuell Gewinn erwirtschaftet und dieser dann eher dazu in der Lage ist ein Vermögen nach und nach anzuhäufen, welches im Wirtschaftskreislauf fehlt.

Das Problem ist dass die rechtwidrig nicht entrichteten Steuern und Sozialabgaben dazu führen, dass die Ehrlichen die Gef*ckten sind. Diese zahlen mehr Steuern und Sozialabgaben als nötig. Gäbe es keine Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Sozialabgabenbetrug könnten die Abgaben der Allgemeinheit deutlich niedriger ausfallen und alle hätten mehr in der Tasche, dass sie ausgeben könnten.

Da wäre es doch von der Politik sinnvoller, dass Menschen, die mehr verdienen als sie ausgeben "können", mehr in die Verantwortung genommen werden und versucht wird bei ihren Vermögen etwas abzugreifen.

Das Grundgesetz sagt Reichtum verpflichtet. Allerdings habe ich mir mein Vermögen erarbeitet. Ich habe einen Steuersatz von 42% auf meine Einkünfte und ich soll noch mehr davon abgeben? Für Bildung und Infrastruktur, gerne! Für Arbeitslose? Nein, danke, von Hartz IV kann man überleben. Wer mehr will als nur zu überleben, muss selbst dafür sorgen. Soziale Sicherungssysteme sind dazu da Leistungen für jene zu erbringen die nicht können. Jene die nicht wollen, braucht keine Gesellschaft.

Es wäre sinnvoll, wenn die Politik Anreize schafft, dass die Leute gar nicht erst schwarz arbeiten gehen. Dies geht jedoch nicht über Strafen (zumindest nicht für die Arbeitnehmer, die Arbeitgeber die schwarz einstellen sollen so platt gemacht werden, wie es nur geht) sondern nur über Positivanreize. Höheren Selbstbehalt beim ALG I und II etc.

sehr gut erklärt.

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Da sehe ich zwei große Fehlannahmen in deiner Einschätzung:

Das Geld, das vom Schwarzarbeiter eingenommen wird, wird sofort wieder ausgegeben und treibt den Wirtschaftskreislauf an. 

Das scheint die Voraussetzung anzunehmen, dass die Arbeit, die ein Schwarzarbeiter nicht ausführen würde, auch sonst niemand ausführen würde und die Arbeit und die damit zusammenhängende Entlohnung brach liegen würden.

Tatsächlich findet jede Nachfrage ihren Bediener. In diesem Fall fände sich ein "regulärer" Steuer zahlender Arbeiter, der die Arbeit ausführen und zu versteuernden Lohn einnehmen würde. Dieses gäbe er genauso wie der Schwarzarbeiter auch wieder aus. Ggf. verringert um einen Gewinn, den er vermögensaufbauend einbehält.

Allerdings kann ein Schwarzarbeiter nur auf Aufträge hoffen, wenn er deutlich billiger ist, als der Steuer zahlende Arbeiter. Er kann also nur einen geringeren Betrag als der Steuer zahlende ausgeben. In der Nettobetrachtung dürfte der Beitrag zum Wirtschaftskreislauf geringer sein.


Der vom Steuer zahlenden abgeschöpfte Gewinn wird zu einem Vermögen angespart und steht dem Markt als totes Kapital nicht mehr zur Verfügung.

Der ach so reiche Unternehmer steckt ja seine Milliarden nicht unters Kopfkissen oder lagert sie im Keller. Er kann gar nicht anders, als das Geld wieder im Markt zu reinvestieren, sonst wär er ja blöd. Sei es, dass er selbst neue Investitionsgüter anschafft, um noch mehr zu produzieren, sei es, dass er es am Finanzmarkt anlegt und somit anderen zur Verfügung stellt, die es produktiv einsetzen. Damit treibt er das Wirtschaftsrad ganz kräftig an einer Stelle an, wo der Hartz IV Empfänger idR überhaupt keine Verdienste aufweisen kann. Denn erfahrungsgemäß macht ein Hartz IV Empfänger alles mögliche mit Geld, aber nicht investieren.


Und dann betrachte man auch den negativen Effekt der Schwarzarbeit. Die Nachfrage, die der Schwarzarbeiter bedient, kann ja dann nicht mehr vom regulären Arbeiter bedient werden. Deutlich: Der schwarz arbeitende Hartz IV Empfänger nimmt anderen die Arbeit weg! Deren Produktivität sinkt, ihr Anteil an der Nachfragegenerierung im Wirtschaftskreislauf sinkt oder fällt weg. Ggf. werden so zusätzliche Hartz IV Empfänger generiert, die ihrerseits ein zusätzliches Schwarzarbeitspotential in den Markt einbringen. 


Ein weiterer Negativ-Effekt:

Hartz IV soll den Empfängern die Leistung zur Verfügung stellen, die man zum Leben braucht. Mit zusätzlichem eigenen Einkommen des Hartz IV Empfängers wäre das weniger. D.h., es wird ohne Not mehr an Hartz IV Leistung gezahlt, als tatsächlich notwendig.

Und die Hartz IV-Leistung wird bestritten aus: Steuereinnahmen.


Top Beitrag.

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Sorry, aber das ist eine Schmarotzer-Logik und mit Schmarotzer-Logik, wenn sie hoffähig wird, geht ein Staat langsam aber sicher kaputt. Das muss mal knallhart gesagt werden - siehe Griechenland, da werden noch Blut und Tränen fließen. Auf 25 Jahre allgemein akzeptierte Schmarotzerei folgen 100 Jahre Elend und, das wird gern übersehen, die kleinen Schmarotzerchen werden am heftigsten zur Kasse gebeten, weil die großen und cleveren Schmarotzer das letzte Geld nehmen und außer Landes verschwinden. Würden wir die Milliarden nicht sinnlos in Griechenland versenken, könnte es in unseren Sozialsystemen großezügiger zugehen.

Auch Deine Perspektiven sind falsch. Es gibt nicht DEN STAAT und der VERDIENT auch nichts. Es gibt in Parteien organisierte Räuber/Politiker, die sauer verdientes Geld einziehen, enteignen. Im besten Fall organisieren sie damit die Gesellschaft ordentlich, dann ist das sinnvoll. Im Moment jedenfalls sorgen sie erst mal für sich selbst am besten und die Bürger schauen zu. Dass Menschen mit etwas mehr Verdienst viel mehr abgenommen wird, ist längst die Regel. Das betrifft aber nur den Mittelbau. Die ganz, ganz oben haben sich mit Hilfe der politischen Freunde längst dem Fiskus entzogen. Siehe Luxemburg. Dort dürfen Konzerne legal Steuergelder, die sie in Deutschland zahlen müssten, hinterziehen. Und als Dank ist der ehemalige Regierungschef, der diese Milliardenhinterziehung möglich gemacht hat, jetzt zum EUROPRÄSIDENTEN gewählt worden. Doch dass man die kleinen Diebe hängt und den großen Orden um-hängt, ist die Sache eines aufgeklärten - oder nicht aufgeklärten Volkes. 

Und von wegen "Vermögen aufbauen". Die wilden Griechen erweisen den Finanzeliten einen Bärendienst! Sie sind seit Jahren ein Umschaltrelais zur Umlenkung kleiner Vermögen z.B. aus Deutschland auf größere Vermögen weltweit. Und unsere Linke findet das gut! Durch die Niedrigzinspolitik werden Vermögen und Rücklagen (z.B. für Versicherungen, Rentenkassen, Krankenkassen usw.) entwertet und auf Schuldenbasis z.B. Vermögen in Spanien aufgebaut. Die freuen sich. Risiken, kein Problem, die zahlt, wenns schief geht, der Steuer- und Gebührenzahler. Mit Schwarzarbeit kann man sich der zunehmenden staatlichen Abzocke eine Zeitlang entziehen und wird von Staats wegen verfolgt, denn die Politiker wollen schließlich die einzigen Ausbeuter der arbeitenden Menschen dieses Landes sein. 

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