Hallo!Hatte Urlaub eingereicht für 28 Tage,170 Euro wurden gestrichen. Am 12. Tag war ich 7 Tage krank. Mitteilung per Mail an Jobc.Besteht Erstattungsanspruch?

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7 Antworten

Die Sache ist die, dass das, was du beim Jobcenter beantragst, kein Urlaub ist, sondern eine erlaubte Ortsabwesenheit. Das ist mit einem Urlaub eines Arbeitnehmers nicht ganz zu vergleichen. 

Der Urlaub eines Arbeitnehmer ist dazu da, dass er sich von seiner Arbeit ausreichend erholen kann. Und wird einer im Urlaub krank, dann kann er sich eben nicht erholen von der Arbeit, sondern muss sich erst mal erholen von der Krankheit. 

Bei Arbeitslosen geht man davon aus, dass man ausreichend Zeit hat, um sich zu erholen, da man meist ja eh nicht arbeitet. Daher kann man sich nur eine Ortsabwesenheit genehmigen lassen bis zu 21 Tage. In dieser Zeit braucht man dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen und muss nicht ständig erreichbar sein. Du hast dich für eine Woche mehr entschieden, daher gibt es für diese Zeit kein Arbeitslosengeld. Und du warst ja auch 4 Wochen ortsabwesend. Eine Gutschrift der verlorenen Urlaubstage ist hier nicht notwendig, weil es ja kein notwendiger Erholungsurlaub war, sondern nur eine Ortsabwesenheit. 

Deine Rechnung musst du natürlich selbst zahlen oder dein Vater, denn du hast es ja versäumt, eine Auslandskrankenversicherung zu machen, die nicht sehr teuer ist. Das muss ja jeder machen, der in ein anderes Land geht, selbst in Europa wird nicht alles so bezahlt wie hier, sondern nur das, was die  Einwohner des Landes auch bekommen. Ich habe eine Familienjahresversicherung für 18 Euro im Jahr und würde nie ohne Versicherung reisen. 

Stell dir mal vor (ich habe im Fernsehen von so einem Fall gelesen von einem jungen Paar), du hättest dort einen Verkehrsunfall gehabt oder einen Schlaganfall (ja, kann auch junge Leute treffen) und hättest dort lange im Krankenhaus gelegen. Besagtes Paar hatte nach Rückkehr in Deutschland 300 000 Euro schulden, Schlaganfall und Koma unter 30 Jahren. 

Da sind die 300 Euro noch zu verkraften, spar halt, um es deinem vater zurück zahlen zu können. Die Krankenkasse zahlt für deine Fehler nicht und das Jobcenter hat damit eh gar nichts zu tun, die zahlen bereits deine Krankenkasse und um alles andere musst du dich selbst kümmern. 

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Genau dazu (wie fast für alles) gibt es "fachliche Hinweise" der Bundesagentur für Arbeit. Diese schreiben zur Ortsabwesenheit laut SGB II § 7 Absatz 4:

"(9) Der 3-Wochen-Zeitraum kann tageweise, höchstens um drei Tage verlängert werden, wenn eine außergewöhnliche Härte im Sinne des § 3 Absatz 3 EAO vorliegt. Dies wäre beispielsweise dann derFall, wenn der oder dem Leistungsberechtigten aufgrund eines Pilotenstreiks oder eines Verkehrsunfalls eine fristgerechte Rückkehr nicht möglich ist.

(10) Eine Verlängerung der Rückkehrfrist darüber hinaus ist grundsätzlich auch dann nicht möglich, wenn die oder der Leistungsberechtigte während der Ortsabwesenheit erkrankt. Ist die oder der Leistungsberechtigte allerdings so schwer erkrankt, dass er nicht in der Lage ist, die Heimreise anzutreten, sind die Leistungen weiter zu zahlen. Insoweit ist davon auszugehen, dass die EAO - wie bei dem Personenkreis nach der Rz 7. 123 - keine Anwendung findet.

Die Nichttransportfähigkeit ist in geeigneter Form nachzuweisen. An den  Nachweis sind strenge Anforderungen zu stellen. Nur wenn der Nachweis erbracht wurde, dass die Erkrankung/Verletzung so schwerwiegend gewesen ist, dass ein Rücktransport unter keinen Umständen möglich war, kommt die Leistungsfortzahlung in Betracht." https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mdi5/~edisp/l6019022dstbai377919.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI377922

Ist man mit dieser Regel nicht einverstanden, kann man gerne dagegen den Rechtsweg beschreiten: 1. Widerspruch gegen den Bescheid des Jobcenters, danach Klage beim Sozialgericht.

Selbes gilt für eine Entscheidung der Krankenkasse.

Grundsätzlich aber gilt: Eine Krankschreibung im Ausland genügt nicht, um während dieser Zeit ALG II in D. zu beziehen. Dies geht nur bei Nichttransportfähigkeit .

Gruß aus Berlin, Gerd

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Ich habe echt ein Problem, die Frage ernst zu nehmen. Vom Jobcenter leben, aber genug Geld für eine 4wöchige Reise in die USA haben und was die Krankenkosten angeht, die wird in den USA in der Regel von der Kreditkarte abgebucht und damit schon bezahlt.

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Kommentar von Samika68
07.09.2016, 09:06

Mir ging's ähnlich...musste jetzt auch die Frage mehrmals lesen...

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Kommentar von SaVer79
07.09.2016, 09:52

Die Antwort habe ich dir doch schon gegeben....Die Tatsache, dass sie dir nicht gefällt, ändert daran nichts!

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Gerd aus Berlin hat dir doch schon genau geschrieben, dass du die Kürzung hinnehmen musst. Du hast den Urlaub von Anfang an überschritten, daher die Kürzung. Der Eintritt einer Krankheit wird nicht berücksichtigt. Du hättest den Urlaub ja dadurch nicht verkürzt, warst halt krank da.

Die Rechnung der Behandlung bleibt bei dir, du hattest keine Auslandskrankenversicherung, mit den USA besteht kein Sozialversicherungsabkommen und das Jobcenter ist für Krankenbehandlungskosten nicht zuständig.

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Du musst deine Rechnung selber zahlen oder meinste das ich meine Klinikrechnungen vom jobcenter bezahlt bekomme? Nach deiner Belastungsgrenze für Zuzahlungen kannst du dich anschließend je nachdem befreien lassen

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also irgendwas mach ich falsch. ich geh 8h am tag arbeiten und kann mir keine 4 Wochen USA leisten....

wenn ich solch eine reise vor habe, schliesse ich auch die entsprechende auslandskrankenversicherung ab. nein, ich als steuerzahler möchte deine klinikrechnung nicht zahlen.

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Kommentar von paganini40
07.09.2016, 09:20

kann ich verstehen mit der klinikrechnung. das war auch nicht die ausgangsfrage. 300 $ für eine spritze, die ich nicht wollte, finde ich unverschämt. von daher hätte ich mich gern mit der klinik auseinandergesetzt. hab die rechnung angefordert. letztendlich sah es bedrohlich aus, hatte aber schon dr google gefragt. nachdem herz-kreislauf ok waren und mir der hals nach 6 stunden immer noch nicht zugeschwollen war, ich noch atmen konnte, hab ich der sorge meines vaters nachgegeben und mich dorthin schleppen lassen. die fragten auch nicht viel, kamen gleich mit der spritze an. ich sagte denen, das ich schon 6 stunden so rumlaufe ohne probleme. trotzdem wollte er das ding loswerden. ich schätze, ich werd mir hier eine verschreiben lassen und dann das teil darüber schicken. wiegesagt, das war nicht die ausgangsfrage und bitte nur kein neid, das ich eigeladen wurde. wenn ihr meine hintergründe und was ich hier durch habe in den letzten 20 jahren, kennen würdet, würde euer urteil anders aussehen.

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Kommentar von SaVer79
07.09.2016, 09:24

Egal, was du jetzt hier machst : deine Krankenkasse wird die Kosten für die Spritze nicht übernehmen! Und ich hoffe, dass du es selber zahlen musst, dem unabhängig davon, ob man berufstätig ist oder irgendwelche Leistungen bezieht, ist es mehr als dumm ohne entsprechende Zusatzabsicherung, die es für ein paar Euro gibt, in die USA zu fahren!

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Kommentar von SaVer79
07.09.2016, 09:34

Du hast offensichtlich nicht verstanden, warum deine Krankenkasse die Spritze nicht bezahlt! Aber es kann mir ja auch egal sein.....Fazit bleibt : deine Krankenkasse wird die Spritze nicht zahlen! Und warum nun irgendjemand anders unter deiner Abneigung gegen notwendige Absicherungen durch eine Versicherung leiden soll, verstehe ich auch nicht....aber das muss ich ja auch nicht!

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Du warst länger als 3 Wochen ortsabwesend. Damit steht dir an dem 22. Tag kein geld mehr zu! Eine Erstattung gibt es hier nicht, denn du warst ja trotz Krankheit ortsabwesend!

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Kommentar von paganini40
07.09.2016, 09:09

Hi SaVER79. Ich war innerhalb der ersten 21 Tage krank! Im Regelurlaub! Das muss doch einen Unterschied machen.

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Kommentar von SaVer79
07.09.2016, 09:13

Das macht keinen Unterschied, denn das hier ist nicht mit dem Urlaubsanspruch zu vergleichen, den du als erwerbstätiger hast!

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