Wann wird etwas im erweiterten Führungszeugnis gelöscht?

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3 Antworten

Bei einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von nicht mehr als 3 Monaten
beträgt die Frist 3 Jahre. Nach Ablauf dieser Frist werden die
Verurteilungen nicht mehr in das Führungszeugnis aufgenommen.

Die Tilgungsfrist im Bundeszentralregister beträgt nach § 46 Abs. 1 Nr. 1a BZRG 5 Jahre.

Nach § 32 Abs. 1 Satz 2 BZRG geltend die in § 32 Abs. 2 Nr. 3 bis 9 BZRG
genannten Ausnahmen nicht für Verurteilungen wegen eines Delikts nach § 174 bis 180 StGB oder § 182 StGB.

G imager761

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Nie. Egal, was Dir die anderen erzählen. Ein ehemaliger Bekannter von mir war 10 Jahre im Gefängnis wegen Totschlag. Ca. 25 Jahre später wollte er sich mit einer Freundin selbständig machen, ein kleines Geschäft eröffnen. Für das Ordnungsamt benötigte man ein Führungszeugnis.

Für die Selbständigkeit geht dieses Zeugnis direkt ans Amt. Das wirst Du selber nie zu sehen bekommen. Das Amt ordnete an, daß er für dieses Geschäft niemals die Geschäftsführung übernehmen darf. Das mußte alles die Freundin übernehmen. Davon abgesehen, daß das Geschäft für einen Geschäftsführer eh zu klein war, war es aber schon bemerkenswert, was das Ordnungsamt zu lesen bekam.

Das kleine Führungszeugnis, welches Du für berufliche Zwecke benötigst, das bekommt Du ja auch selber nach Hause geschickt. Da drin ist alles sauber. Also der Arbeitgeber erfährt nichts. 

Jeder Arbeitgeber legt das Führungszeugnis, welches er vom Arbeitnehmer bekommt, in die Personalakte und gut is.

Für den Sicherheitsdienst widerum wird das Zeugnis vom Arbeitgeber ans Ordnungsamt geschickt und die entscheiden, ob der zukünftige Arbeitnehmer eingestellt werden darf. Die entscheiden dann, ob Du Geldtransporte fahren darfst. Oder ob die sagen: der? Im Läwe nit!

Als Arbeitnehmer bekommt man solche Vorgehensweisen nie mit, und deshalb glauben die Leute, man wäre nach ein paar Jahren nach der Strafe fein raus. Irrtum!

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Bei mind. 2 Veruteilungen zu einer Geldstrafe unter 90 Tagessätzen werden diese auch ins Führungszeugnis aufgenommen.

Deine Eintragungen stehen aber sowieso nicht mehr im Führungszeugnis und auch nicht mehr im Bundeszentralregister (3 bzw. 5 Jahre Löchfristen).

Nun schreibst Du explizit "erweitertes" Führungszeugnis - dazu Grundsätzliches:

Dieses wird ausschließlich angefordert, wenn man mit Kindern oder Jugendlichen zu tun hat, um von eigentlich im Führungszeugnis nicht eintragungsfähigen Sexualdelikten u. ä. zu erfahren; nur ganz bestimmte, im Gesetz genannte Unternehmen/Einrichtungen können dies anfordern - dazu benötigt man eine entsprechende Bescheinigung, sonst wird das nicht ausgestellt.

Daher kann in der Praxis davon ausgegangen werden, daß solche geringfügigen Eintragungen ignoriert werden, wenn sie keine Sexualstraftaten betreffen.

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