Hallo,habe in der Apotheke für ein 7jähriges Kind Luesinum LM6 bekommen.Wer weiss wie oft man das geben darf und in welcher Menge?

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4 Antworten

Hallo Spiritfisch,

zuerst einmal: KEINE PANIK wegen den 5 Globuli, die Du Deinem Kind gegeben hast.  Da passiert ganz, ganz sicher nichts Schlimmes.

1) Was ist Luesinum LM6?

Luesinum ist eine sogenannte Nosode, also ein Homöopathikum, bei dem der Ausgangsstoff bakteriös verseucht ist. In Deinem Fall wird da Eiter aus Syphilisgeschwüren verwendet.

Wer bisher glaubte, Homöopathie, wäre "was Pfanzliches": Nein. Das ist einfach falsch. Die Homöopathie verwendet auch Ekliges - wie diese Nosoden - aber auch Hochgiftiges (wie Arsen, Nitroglycerin oder Plutonium) oder Irrationales (wie das "Licht des Polarsterns)

Zum Glück für Deine Tochter gibt LM6 die Verdünnung an, mit der der Ausgangsstoff verdünnt wurde: In diesem Falle 6 mal im Verhältnis von 1:50 000

Wie stark ist das denn verdünnt?

6 mal im Verhältnis 1:10 000 verdünnt ergäbe 1:1 000 000 000 000 000 000 000 000 (eine 1 mit 6 x 4 Nullen). Auf ein Molekül des Syphilis-Eiters kommen also 1 000 000 000 000 000 000 000 000 Moleküle Lösungsmittel. Bei 1:50 000 liegen wir hier noch drunter.

Mehr sogar, weil vor der Herstellung der LM1 bereits im Verhältnis 1:1 Million verdünnt wurde.

Wir liegen also eher bei Verdünnungen von deutlich unter 1 :1 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000. Das Glück Deiner Tochter ist nun, dass in einem typischen Gläschen Globuli gar nicht so viele Moleküle drin sind. Du müsstest rein statistisch mehrere hunterttausend Fläschchen kaufen, bevor das arme Kind das erste Syphilis-Eiter-Molekül abkriegt.

Fazit ist also: Da mag Luesinum LM6 drauf stehen. Drin ist Zucker.

Du hast Deinem Kind nichts anderes gegeben, als etwas Zucker. Ich hoffe, das beruhigt Dich erst mal.

2) Was ist Homöopathie?

Im Bilde der Homöopathie ist das ein Arzneimittel.

Laut Homöopathie ist es in der Lage, Symptome zu heilen, die denen ähneln, die es beim Gesunden erzeugt. Zeigt denn Dein Kind syphilisähnliche Symptome?

Die Homöopathen glauben, dass man beim Verdünnen irgendein nicht näher spezifiertes inneres Wesen der Stoffe freisetzt, was man dann wieder ebenso auf nicht näher erklärte Weise an den Zucker bindet.

Und zwar allein dadurch, dass man während des Verdünnens ein wenig schüttelt.

Was sagt jetzt die Naturwissenschaft dazu?

Die Vorstellungen, die ich gerade beschrieben habe, die stammen von Samuel Hahnemann, der zur Zeit Napoleons lebte. Damals wusste man noch nichts über Atome und Moleküle und ihre Eigenschaften. Man wusste noch nicht, dass es Bakterien gibt, die Krankheiten erzeugen. Man kannte noch keine Infektionswege.

Mit unserem heutigen Wissen, erkennen wir, dass Homöopathika wie Deines reiner Zucker sind. Die Erkenntnisse der Naturwissenschaften der letzten 150 Jahre laufen klar und eindeutig in die Richtung: Nein, Hahnemann lag falsch. Stoffe können in Abwesenheit nicht gezielt wirken.

Auch heilen Stoffe nicht verdünnt, was sie beim Gesunden erzeugen. Auch das ist schlicht nicht allgemeingültig richtig - in den allermeisten Fällen sogar krass falsch.

Das bestätigen auch wirklich zahlreiche und umfangreiche Studien zum Thema: Homöopathika konnten nicht nachweisen, dass sie mehr sind als Scheinmedikamente - Placebos.

Placebos aber erzeugen bessere Placeboeffekte, wenn wir Respekt vor ihnen haben. Wenn wir sie für "hochpotent" und wirksam halten.

Und deswegen erzählen Homöopathen über ihre Hochpotenzen: Vooorsicht! Das ist ein ganz starkes Mittel. Das kann Nebenwirkungen auslösen, wenn es nicht das Richtige ist!

Tatsache ist allerdings, dass genau diese Aussage nicht einmal einheitlich innerhalb der Homöopathie vertreten wird. Andere Homöopathen werden Dir erzählen, Nebenwirkungen seien bei der Homöopathie ausgeschlossen - speziell sogar bei den LM Potenzen.

Es gibt keine einheitliche Lehrmeinung in der Homöopathie, weil es kein Verfahren gibt, mit dem sich Homöopathen selbst überprüfen. Deswegen ist die Homöopathie voller solcher innerer Widersprüche.

Auch das ist nun aber für Dich auch beruhigend, weil auch dieses Bestehen innerer Widersprüche ein klares Zeichen eines Placeboverfahrens ist: Jeder glaubt, er habe die einzig wahre Variante im Angebot....

3) Warum hört man dann so viel Gutes?

Weil Homöopathika oft bei harmlosen und deshalb selbst ausheilenden Erkrankungen eingesetzt werden. Besserungen nach der Einnahme sind deshalb oft unausweichlich. Auch bei in Schüben verlaufenden chronischen Erkrankungen erzeugen Besserungen infolge abklingender Schübe nur allzu leicht, das, was man gerade einnahm, habe "geholfen".

Außerdem ist der Werbeaufwand der Branche enorm. Sie weiß sich geschickt im vom Patienten positiv besetzten "Naturheilkundesektor" zu platzieren, obwohl sie nicht dorthin gehört. Sie wirbt mit "sanft" und "nebenwirkungsfrei"...

4) Jetzt zur eigentlichen Frage: Die Antwort sollte nach der Vorrede klar verständlich sein:

Luesinum LM6 ist ein Placebo, ein Scheinmedikament. Es ist völlig egal, wie oft Du es Deiner Tochter gibst. Es schadet ihr nicht.

Sehr wohl schaden kann aber, wenn Du nichts weiter machst als eine Placebobehandlung, sollte das Kind ernsthaft erkrankt sein. Das ist das Hauptrisiko bei der Homöopathie: Weil sie den Verbraucher nicht ehrlich über ihren Placebocharakter aufklärt, besteht die Gefahr, dass man im Glauben, bereits zu behandeln, eine echte, sinnvolle oder gar notwendige Behandlung zu lange unterlässt.

Wenn Dein Kind krank ist, gehört es zum Arzt und in Behandlung.

Hat es nur eine Bagatelle, braucht es eigentlich gar nichts. Auch keine esoterisch geprägten Placebos. Aber sie schaden auch nicht - egal wie oft Du sie ihr gibst.

Grüße

P.S.: Zum Weiterlesen: http://medctr.de/alternativmedizin/homoeopathie/

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Kommentar von faymorgane
10.12.2015, 16:03

Zu bemerken ist hierzu, dass es sich um die Meinung einer  Homöopathiegegnerin handelt, die trotz der beeindruckenden Länge und des wissenschaftlich klingenden Stils ihres Beitrags keine unumstösslichen Tatsachen, sondern ihre subjektiven Ansichten verbreitet, und dies bei jedem Beitrag zum Thema Homöopathie. Es gibt zu dem Thema noch viele andere Ansichten, wie auch zur Frage, ob die momentan gültigen Erkenntnisse der Naturwissenschaft die einzigen Berurteilungskriterien unserer Realität sein müssen/sollen/dürfen, oder ob es da vielleicht noch andere Glaubenssätze/Meinungen/Erfahrungen geben könnte...

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Kommentar von Spiritfisch
10.12.2015, 16:07

Danke liebe Ute,das ist sehr beruhigend.Angeblich soll das Mittel bei Rechenschwäche und Vergesslichkeit helfen.Die Apotheke hat mich eben nur verunsichert das man das ohne Hoämophaten lieber nicht anwenden sollte.Aber hauptsache verkauft ohne zu wissen wie genau es angewendet wird.lg

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Prinzipiell ist da etwas wirklich Fürchterlichees drin.

Aber keine Angst, es ist definitiv so stark verdünnt, dass von dieser Urtinktur absolut nichts mehr darin enthalten ist. Deshalb hat jede Warnung vor diesem "Medikament" den Wahrheitsgehalt eines Märchenss. Es ist definitiv ein reines Placebo. Davon kannst und darfst Du Deinem Kind soviel und so oft geben, wie es Dir gefällt. Es sind wirklich definitiv KEINE negativen Nebenwirkungen zu erwarten.

Andererseits ist auch kein besserer Heilungserfolg zu erwarten, als bei der Gabe von anderen Placebos.

Deshalb kannst Du ein gleichwertiges Medikament auch billiger im Supermarkt bekommen. Eine beliebige Tüte mit Lutschbonbons. Die haben dann den zusätzlichen Vorteil (außer dem Preis), dass Du Dir (oder eben auch Dein Kind) die Farbe und den Geschmack frei aussuchen kannst.

Nochmals: Nach allen wissenschaftlichen Untersuchungen, die es bis heute zu diesem Thema gibt, ist der erwartete Heilungserfolg damit völlig gleichwertig.

Jeder Homöopathie-Anhänger , der hier mitliest und mit dieser Aussage nicht zufrieden ist, soll nicht nur lamentieren,  sondern endlich einen Beweis für einen solchen besseren Heilungserfolg der Hochpotenz-Homöopathie vorlegen.

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Dieses "Arzneimittel" enthält (glücklicherweise) keinen Auszug mehr aus syphilitischen Geschwüren. Wäre ja auch echt widerlich.

Die Verträglichkeit für ein Kind richtet sich also nach dem Verdünnungsmittel.

Wenn das z.B. Alkohol ist, würde ich dem Kind nicht die ganze Flasche auf einmal geben. Man gibt einem Kind schließlich kein Gläschen voll Schnaps.

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Kommentar von Spiritfisch
09.12.2015, 09:38

Nein,es handelt sich um Globuli aus Österreich die man hier scheinbar nicht bekommt.Ich hoffe das es nicht mehr aus diesen syph.Geschwüren hergestellt wird.Die Apotheke hat es bestellt konnte mir aber dann nicht mehr weiterhelfen.

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Lieber Spiritfisch, ich muss dir dringend davon abraten, einem Kind ohne viel Ahnung dieses Mittel zu geben. Erstens mal sollte man LM-Potenzen niemals in Globuli-Form geben, das ist schon ein Kunstfehler an sich, und Apotheken sollten die auch nicht unkommentiert an Laien verkaufen. Zweitens ist Luesinum eine Nosode und gehört definitiv in die Hände von Fachpersonen. Ich empfehle dir, mit dem Kind zu einer solchen zu gehen und nicht selber rumzudoktern. Gute Adressen findest du hier:

http://homoeopathie-zertifikat.de/index.php/therapeutensuche-menu

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