Hallo zusammen, ich bin Neu hier und bräuchte ein wenig Einschätzungshilfe für ein Zwischenzeugnis durch meinen Arbeitgeber. Das Arbeitsverhältnis dauert an.?

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3 Antworten

Ich finde das Zeugnis ein wenig widersprüchlich. Zuerst wirst du in den höchsten Tönen gelobt, und dann heißt es nur "stets zu unserer Zufriedenheit", das ist gerade mal durchschnittlich.

Das Sozialverhalten ("korrekt") ist unterirdisch beurteilt, also ausreichend. Genauso unterirdisch ist der Schlusssatz: "Wir bedanken uns für bei ihm für die in der Vergangenheit erbrauchten Leistungen." Ein wirkliches Lob ist das nicht und man legt offenbar auch in der Zukunft keine großen Hoffnungen in dich.

Allerdings: Ob der Zeugnisautor das bewusst so geschrieben hat oder einfach keine Ahnung hatte, was er da tat, kann ich nicht beurteilen.

Grundsätzlich ist es so, dass man nach der aktuellen Rechtsprechung Anspruch auf ein durchschnittliches Zeugnis hat. In der Leistungsbeurteilung hast du das - allerdings mit Widersprüchen. Im Sozialverhalten bist du schwächer beurteilt, da müsste der AG begründen, warum. Da der AG sich bei einem eventuellen Schlusszeugnis sicher nicht mehr so besonders viel Mühe geben wird, solltest du dieses Zeugnis auf jeden Fall beanstanden. Bewerben solltest du dich damit nicht unbedingt.

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Hallo  Alex,

auch hier gilt- für die sinnvolle Bewertung und Kommentierung eines Zeugnisses benötigt man den vollständigen Text, quasi von der Über- bis zur Unterschrift. Grundsätzlich sollten der zu würdigende Zeitraum, die erlernte bzw. bekleidete Tätigkeit, die Branche und die Unternehmensgröße genannt werden.

 Bereits der einleitende, den Zeugnisempfänger benennende Absatz enthält erste wertende Aussagen, genauso wie die Auflistung der Tätigkeiten. Diese wiederum korrespondieren mit den darauffolgenden Bewertungen der einzelnen Aspekte von Arbeits- und ggf. Führungsweise bzw. -leistung sowie von Fachwissen und Sozialverhalten.

Möglicherweise bedarf es in gerade diesem Fall aber auch weiterer Angaben, die einen erheblichen Einfluss auf die in deinem Zeugnis enthaltene Wertung haben können.

Der Text eines Zeugnisses beginnt nunmal mit dem Wort Zeugnis oder einem seiner Verwandten und er endet mit einer Unterschrift. Nur in diesem Kontext lässt er sich halbwegs seriös werten. Fast jede Formulierung in einem Zeugnis kann in einem geänderten Zusammenhang für eine gänzlich andere Aussage stehen. Jede der auf den ersten Blick positiven Aussagen kann durch den ausgelassenen Teil abgewertet werden.

Bisher lässt sich sagen dass hier offensichtlich einer dieser unsäglichen Zeugnisgenerator Verwendung fand, dessen Auswurf nicht wirklich nachbearbeitet wurde. Der geringe Aufwand, der so betrieben wurde sagt durchaus etwas zur Wertschätzung aus, die der zu Beurteilende im Unternehmen und seitens seiner Vorgesetzten genießt. 

Zudem wirft ein Zwischenzeugnis das 1. ohne Angabe eines nachvollziehbaren, unschädlichen Grundes ausgestellt wurde beim Leser immer Fragen auf, insbesondere wenn dies dann 2. auch noch gerne geschieht. 

Desweiteren bedankt man sich nur für die in der Vergangenheit erbrauchten Leistungen und freut sich nicht auch auf eine in Zukunft wieauchimmer geartete Zusammenarbeit, so als ob man bereit mit dir abgeschlossen hätte.

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Hier dann auch mal der Text, die Einleitung über meine Aufgabenfelder und die Firma lasse ich aus, IT-Supporter-Stelle.

Herr E verfügt über umfassende und vielseitige Fachkenntnisse, die er immer sicher und gekonnt in der Praxis einsetzt. Er überzeugt in hohem Maße durch sein ausgeprägtes technisches Verständnis, das es ihm jederzeit ermöglicht, auch für schwierige Konstellationen gute Lösungen zu finden. Zum Nutzen unseres Unternehmens erweitert und aktualisiert er immer mit gutem Erfolg seine umfassenden Fachkenntnisse durch regelmäßige Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen.

Aufgrund seiner genauen Analysefähgkeit und seiner schnellen Auffassungsgabe ist er jederzeit in der Lage, auch schwierige Situationen sofort zutreffend zu erfassen und schnell gute Lösungen zu finden. Herr E zeigt Eigeninitiative und identifiziert sich immer voll mi seinen Aufgaben und unserem Unternehmen, wobei er auch durch seine Einsatzfreude überzeugt. Auch in Situationen mit hoher Arbeitsbelastung erweist er sich als belastbar.

Alle Aufgaben führt er vollkommen selbstständig, sehr sorgfältig und planvoll durchdacht aus. Er agiert immer ruhig, überlegt und zielorientiert und in hohem Maße präzise. Dabei überzeugt er stets in guter Weise sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht. Herr E kann durch seine Zuverlässigkeit in entscheidenden Situationen überzeugen.

Für alle auftretenden Probleme findet er ausnahmlos gute Lösungen. Die ihm übertragenen Aufgaben erledigt Herr E stets zu unserer Zufriedenheit. Er wird wegen seines freundlichen und ausgeglichenen Wesens geschätzt. Sein Verhalten zu Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen sowie Kundinnen und Kunden ist korrekt.

Dieses Zwischenzeugnis wird auf Wunsch vonn Herr E erteilt. Diesem Wunsch entsprechen wir gerne. Wir bedanken uns für bei ihm für die in der Vergangenheit erbrauchten Leistungen.


> Insgesamt liest sich das für mich gut, aber mir bereits aufgefallen ist:

"Verhalten ist korrekt" und "stets zu unserer Zufriedenheit " beides nicht so der Kracher?

Wüsste gerne wie das in dem Kontext passt / zu werten ist und ob die Formulierungen nach wie vor eher ein "ausreichend" bedeuten.

Fehlt was?

Bin auf eure Meinungen gespannt.

Danke im Voraus!

P.S. Betriebszugehörigkeit 4 1/2 Jahre.

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Kommentar von Nightstick
24.08.2015, 14:42

Bisher liegt uns immer noch kein vollständiger Zeugnistext (von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum/Unterschrift) vor.

Deshalb kann hier auch keine abschließende Bewertung erfolgen.

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