Hallo, wer hat erfahrungen mit resonanzhöopathie gehabt.

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5 Antworten

Hallo kerpicci,

Resonanzhomöopathie nach Helmut Schimmel ist eine der vielen kursierenden absolut esoterischen Homöopathievarianten. Die Homöopathie selbst kann schon keine Wirksamkeitsnachweise über Placebo hinaus vorweisen, obwohl sie sich seit 200 Jahren intensiv darum bemüht.

Homöopathie ist ein vor 200 Jahren entwickeltes, auf damaligen Vorstellungen aufbauendes Verfahren, dessen Prinzipien im Laufe der letzten 200 Jahre in Widerspruch zu den in dieser Zeit gemachten naturwissenschaftichen Erkenntnissen geraten sind. Im Einzelnen:

  • Die Homöopathie behauptet, man könne "Gleiches mit Gleichem" heilen. Ein Mittel bekämpfe diejenigen Symptome beim Kranken, die es beim Gesunden hervorruft. Diese Säule der Homöopathie geht auf ein falsches(!) Selbstexperiment mit Chinarinde zurück, das so nie wiederholbar war. In der Medizin ist dieses sogenannte Ähnlichkeitsprinzip als allgemeingültiges Heilungsprinzip inzwischen widerlegt. Die allermeisten Krankheiten werden verschlimmert durch Medikamente, die ähnliche Symptome hervorrufen, nicht verbessert.

  • Die Homöopathie ist kein Naturheilverfahren. Es werden vielmehr auch höchst giftige Stoffe wie Arsen, Blei, Plutonium oder auch Absurdes wie Hundekot, Berliner Mauer oder Supernova verwendet. Damit also die keineswegs harmlosen Stoffe nicht schaden, erfand Hahnemann (der Erfinder der Homöopathie) das Prinzip der Verdünnung

  • Das ist die zweite Säule der Homöopathie: Die Wirkstoffe werden in mehreren Schritten verdünnt. Entweder in Schritten 1:10 (sogenannte D-Potenzen) oder in Schritten 1:100 (sogenannte C-Potenzen, C wie "centum"). Die Zahl dahinter gibt die Anzahl der Verdünnungsschritte. D12 wäre z.B 1:1 000 000 000 000, also nur ein Wirkstoffmolekül auf eine Billion Lösungsmittelatome. Das entspricht ungefähr der natürlichen Verunreinigung unseres Trinkwassers mit dem Wirkstoff. Die Homöopathie kennt aber noch viel, viel stärkere Verdünnungen.

  • Ganz wichtig: Der Homöopath sagt jetzt, dass das Mittel umso stärker ist, je höher die Potenz ist (also je höher die Verdünnung). Im Bild der Homöopathie ist also ein C30 Mittel stärker als Dein D6. Zur Erinnerung: C30 = Hunderterpotenz = 1:100^30 = 1:10^60. Das entspricht einem Tropfen Wirkstoff in mehreren Erdvolumina Lösungsmittel. Oder anders ausgedrückt: Ein C30-Fläschchen enthält kein einziges Wirkstoffatom mehr, sondern nur noch Lösungsmittel, ist aber laut Homöopathie ein extrem starkes Mittel. (In echt ist es reiner Zucker.)

Soweit alles klar? Hahnemann wusste vor 200 Jahren noch nicht, dass Verdünnen irgendwann einfach keinen Sinn mehr macht, weil man nur noch Lösungsmittel mit Lösungsmittel verdünnt. Er lebte zu einer Zeit, als man in der Chemie noch nicht die Zahl der Moleküle in einer bestimmten Stoffmenge berechnen konnte. Er lebte zu einer Zeit, als in der Medizin geschröpft wurde - und im Vergleich dazu war die Homöopathie gut: Reiner Zucker schadete den Patienten wenigstens nicht. Daher begannen sich Erfolgsgeschichten um den heilenden Zucker zu bilden.

Ergänzen sollte man noch, dass Hahnemann auch noch nichts von Viren oder Bakterien wusste. Diese sind daher auch in der Homöopathie nicht krankheitsverursachend. Vielmehr ist es eine Verstimmung der Lebenskraft (heute naturwissenschaftlich widerlegt), hervorgerufen durch Miasmen (naturwissenschaftlich widerlegt). Beides existiert heute nur noch in esoterischen Vorstellungen. Ebenso wie die "geistartige Kraft", die angeblich für die Wirkung der Globuli (anstelle des Wirkstoffes selbst) sorgt.

Homöopathie beruht also wesentlich auf der Annahme, dass ein Wirkstoff in völliger Abwesenheit spezifische (also über Placebo-Effekt hinausgehende) Wirksamkeit besitzt. Diese Annahme widerspricht fundamental zahlreichen bestens gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten 200 Jahre. Könnte Homöopathie funktionieren, dann wäre unser naturwissenschaftliches Weltbild fundamental und komplett falsch - und das, obwohl wir dessen Erkenntnisse im Alltag zur besten Zufriedenheit nutzen und nichts von irgendwelchen gravierenden Fehlern bemerken.

Dieser Beschreibung zufolge, sollte es auch nicht verwundern, dass in vielen, vielen Studien nie ein solche spezifische Wirkung über Placebo nachgewiesen werden konnte.

Auch die Resonanzhomöopathie macht da keinen Unterschied. Sie verwendet als Arzneien meist hochverdünnte Schlangengifte. (Siehe oben: Hochverdünnt meint nicht vorhanden) Diese sollen angeblich in "Resonanz" mit dem Zellkern treten. Resonanz ist ein in der Physik sauber definierter Begriff. Hier wird er nur missbraucht. Denn in den Globuli schwingt nichts. Und schon gar nicht kommt es zu Resonanzen mit den Zellen. "Schwingungen" sind des Esoterikers liebstes Kind. So auch hier.

Setze keine Hoffnung in ein esoterisches Verfahren, dessen Wirkprinzipien im Widerspruch zu den Erkenntnissen der Naturwissenschaften und den Vorgängen im Körper steht. Du bekommst nichts als Placeboeffekte.

Grüße und gute Besserung

moepeinszwo 02.07.2014, 10:49

Gute Ausführung.

Kleine Anmerkung:

Hahnemann hätte gut um die Prinzipien der Verdünnung wissen können! Das alles war zu dieser Zeit bekannt! Die Wissenschaftler dieser Zeit haben sich mit deutlich komplexeren Dingen Auseinandergesetzt.

  • 1797 - Proust beschreibt das "Gesetz der konstanten Proportionen"
  • 1807 - Davy weißt Natrium und Kalium als Chemiche Elemente nach
  • 1808 - Dalton veröffentlicht "A new System of Chemical Philosophy" - Grundlage der Modernen Atomtheorie

Es gibt Zinn-Kupfer-Legierungen die Älter sind als 5000 Jahre - selbst diese Handwerker hatten also schon ein Vorstellung von Mengen und was Verdünnung bedeutet.

Guckt man sich dazu an, was die Mathematik bereits in Babylonien geleistet hat ist es kaum vorstellbar, das er wirklich geglaubt hat er würde die Wirkung durch Verdünnung gar Potenzieren...

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Nachgehakt2015 02.07.2014, 19:06
@moepeinszwo
das er wirklich geglaubt hat er würde die Wirkung durch Verdünnung gar Potenzieren...

Viele der damals als Arzneimittel verwendeten Substanzen haben ja weit mehr geschadet als geholfen. Die damaligen Allopathen verordneten ja auch munter Quecksilber, Arsen und ähnliches. Je mehr man diese Mittel "potenzierte" desto besser war die Chance eine "Therapie" mit so einem Mittel zu überleben - vielleicht war das ja der Grund für Hahnemanns Idee die Heilwirkung würde mit zunehmender Potenzierung steigen. Das er da einen Denkfehler macht hätte er bemerkt wenn er die Ergebnisse mit einer nicht behandelten Gruppe und einer Placebogruppe verglichen hätte. Behandlung durch "Nichtbehandlung" ist allerdings für einen Arzt eine ziemlich brotlose Therapieform - auch Ärzte müssen von etwas leben und fürs Nichtstun ist es schwer Geld zu verlangen. Von daher ist es natürlich verständlich das Hahnemann erst gar nicht auf diesen Gedanken kam - und der Placeboeffekt war damals auch bestensfalls in Ansätzen bekannt.

Hahnemanns Zuckerpillen standen seinerzeit in Konkurrenz zu allopathischen Drastika die meist mehr schadeten als nutzen. Klar das er da mit Homöopathie vergleichsweise gut abschnitt und deswegen natürlich sehr von seiner Methode überzeugt war.

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SirGawain 02.07.2014, 12:34

Toll. Ein weiterer Artikel. Warum Sie nicht in einer Fachzeitschrift publizieren statt hier ist mir ein Rätsel… Uebrigens wurde nach ERFAHRUNGEN, nicht nach privatwissenschaftlichen Abhandlungen gefragt...

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Nachgehakt2015 02.07.2014, 16:48
@SirGawain
Warum Sie nicht in einer Fachzeitschrift publizieren statt hier ist mir ein Rätsel

Das Rätsel kann leicht gelöst werden. Um in einer Fachzeitschrift (die den Namen verdient) einen Artikel zu veröffentlichen muss man irgendwelche neuen Erkenntnisse haben die man vorstellt.

Was uteausmuenchen schreibt ist zwar alles richtig - aber eben wissenschaftlich längst bekannt.

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Nachgehakt2015 02.07.2014, 21:23
@SirGawain
Uebrigens wurde nach ERFAHRUNGEN, nicht nach privatwissenschaftlichen Abhandlungen gefragt...

Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass Homöopathen (egal welcher der unterschiedlichen Homöopathievarianten sie anhängen) in größte Probleme kommen, wenn sie versuchen die Wirkungsweise "ihrer" Homöopathievariante wissenschaftlich zu erklären.

Hier versucht das ein Homöopath mit der Resonanzhomöopathie:

http://www.dres-med-weber.de/html/resonanz_homoopathie.html

Und man sieht dort Skizzen der in der Alternativmedizin so beliebten Schwingungen.

Und immer wenn ich auf solchen Seiten über den Begriff "Schwingung" stolpere stelle ich mir drei naheliegende Fragen:

Was genau schwingt da nun eigentlich?

Mit welcher Frequenz schwingt es?

Und wie wurde die gemessen?

Das scheint allerdings die Schwingungskünstler unter den Alternativheilern nicht zu interessieren - denn entsprechende Angaben zu all diesen drei Fragen findet man dort nie.

Stattdessen gibt es aber immerhin schöne "Erklärungen" der Art:

Wenn man die Organe mit einer Membran vergleicht, so können dabei Giftstoffe, Stoffwechselprodukte, Bakterien, Viren und Pilze ebenfalls in Schwingung geraten, zerfallen und vom Blut- und Lymphstrom weggeschwemmt werden. Siehe Abbildung.

Und die Abbildung zeigt dann wir Bakterien,Viren und Pilze die auf der Membran (ist damit die Zellmembran gemeint) durch die homöopathische Schwingung weggeschleudert werden. Echt süß.

Wir wollen daher auch gar nicht darüber nachdenken warum ausgerechnet Bakterien,Viren,Pilze und Giftstoffe durch die Schwingungen zerfallen sollen aber alles was sonst noch so im Körper gebraucht wird durch die Schwingungen unbeschädigt bleibt.

Vermutlich handelt es sich eben um magische Schwingungen...die natürlich ohne Probleme zwischen Viren-DNA und Zell-DNA unterscheiden können..

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BurkeUndCo 07.07.2014, 22:34
@SirGawain

SirGawain fordert Erfahrungen: Hier ist die Sammlung einer langen Suche nach Erfahrungen zur Homöopathie:

Jeder seriöse Test (der nicht fahrlässiger Weise oder gar absichtlich) fehlerhaft ist, der in den letzten 50 Jahren durchgeführt wurde, zeigte , dass Homöopathische Globuli nicht besser wirken als reine Placebos. Demzufolge bedeutet das Auswerten von Erfahrung, dass Homöopathie nichts ist außer Placebo.

Dies ist nicht nur meine "persönliche" Erfahrung, sondern die Erfahrung aller, die sich tatsächlich ernsthaft (mit wissenschaftlichere Akribie) mit der Homöopathie beschäftigen.

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Hier ist die Sammlung einer langen Suche nach Erfahrungen zur Homöopathie:

Jeder seriöse Test (der nicht fahrlässiger Weise oder gar absichtlich) fehlerhaft ist, der in den letzten 50 Jahren durchgeführt wurde, zeigte , dass Homöopathische Globuli nicht besser wirken als reine Placebos. Demzufolge bedeutet das Auswerten von Erfahrung, dass Homöopathie nichts ist außer Placebo.

Dies ist nicht nur meine "persönliche" Erfahrung, sondern die Erfahrung aller, die sich tatsächlich ernsthaft (mit wissenschaftlichere Akribie) mit der Homöopathie beschäftigen.

Es gibt immer einzelne Personen, die natürlich auch mit diesem Verfahren gute Erfahrungen gemacht haben. Aber sind das dann wirklich verlässliche Ergebnisse, oder werden hier Zufallsereignisse als Erfolg vermarktet?

Nur wenn in echtem Tests von Arzneimitteln - welcher Art auch immer - der Heilungserfolg besser ist, als bei Placebos, nur dann kann von Heilwirkung gesprochen werden.

keine erfahrungen. es gibt eine gruppe namens "Global Resonance" wo du hierzu sicher Näheres erfahren kannst. Es ist allein deine Sache, wie du damit zurecht kommst. Vielleicht hilft es .

Ich habe sowohl-als-auch-Erfahrungen mit Bioresonanzanalyse. Bei einem meiner Ponys habe ich von einer darauf spezialisierten Tierärztin eine Bioresonanzanalyse machen lassen. Dabei wurde herausgefunden, dass eine schlecht arbeitende Bauchspeicheldrüse für die Probleme der Stute verantwortlich war. Das ausgetestete homöopathische Mittel half in kurzer Zeit supergut, und das nicht nur im Hinblick auf den Behandlungsgrund. Auch eine offene Hautstelle, die seit 2 Monaten nicht zuheilen wollte, schloss sich 3 Tage später und heilte ab. Einige Jahre später habe ich die Bioresonanzanalyse bei diesem Pony (wegen eines anderen Problems) bei der gleichen Tierärztin noch einmal machen lassen, und auch diesmal war es ein voller Erfolg. Daraufhin ging auch ich mal zu einem Heilpraktiker, um eine Bioresonanzanalyse machen zu lassen. Leider konnte ich bei mir selber keine großartige Wirkung feststellen. Wahrscheinlich steht und fällt auch diese Methode mit dem Können und Wissen des Behandlers. Ich bin kurze Zeit später zu einer Homöopathin gegangen, die "normal", also ohne Bioresonanzanalyse arbeitet. Mit dieser bin ich sehr zufrieden.

Fazit: Probier es aus ohne zu viel zu erwarten.

Es gibt einen interessanten Bericht, in welchen Leute ihre Erfahrungen eingebracht haben. Es ist bestimmt sinnvoll, sich gut zu informieren, bevor man sich auf solch eine Behandlung einlässt. Daher:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/bioresonanztherapie-von-falsch-gepolten-schwingungen-1.925084

Darin heißt es:

"Bioresonanztherapie wurde einer Vielzahl wissenschaftlicher Tests unterzogen: die Ergebnisse waren durchgängig negativ!

Die Stiftung Warentest rät deshalb entschieden davon ab, egal, unter welchem Namen sie betrieben wird: Bioresonanztherapie muss als reine Spekulation und Irreführung des Patienten gelten."

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