Hallo, Was tun, wenn der Arzt/Psychologe meine Tochter (16) beeinflusst, sie solle nach einem WG-Aufenthalt nicht wieder zu uns ziehen?

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11 Antworten

Hi

Aus der Ferne die Gesamtsituation abzuschätzen ist leider schwierig. 

Einige Gründe, weshalb deine Tochter in der Klinik ist, hast du bereits erwähnt. Dies hat oder hatte ja sicherlich seinen Nutzen.

Der behandelnde Psychiater, kann und darf, lediglich als Berater und Unterstützer, zum wohle deiner Tochter interagieren. Es sei denn, es besteht der Verdacht auf Selbst- und/oder Fremdgefährdung. In diesem Falle könnte er die "Zwangseinweisung" einleiten.

Da ich dies jedoch nicht beurteilen kann, da ich weder deine Tochter noch die Krankenakte persönlich gesehen habe, rate ich dir/euch, ein persönliches Gespräch mit dem zu behandelnden Arzt aufzusuchen. Er wird dir sicher erklären können, weshalb er ein rückumzug ins Elternhaus ausschliessen möchte.

Jedoch selbst mit Begründung, hat er ohne oben genannte "Situation" kein Recht, deine Tochter daran zu hindern, sollte Sie dies wollen.

Im Endeffekt, habt Ihr als Eltern, das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht.

Gerne darfst du mich auch Privat anschreiben. Ich werde dich gerne auch ausführlicher Beraten.

Alles gute

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Mein Vorschlag ist, in ganz kleinen Schritten aufeinander zugehen und versuchen eine stabile Vertrauensbasis zu schaffen. Ich kann verstehen, dass ihr die Tochter gerne wieder zu hause hättet, trotzdem geht es in erster Linie darum, dass sie stabilisiert wird und es wäre nMn. kontraproduktiv wenn von mehreren Seiten an ihr gezerrt wird.

Folgendes Buch möchte ich empfehlen: "Kinder fordern uns heraus", von Rudolf Dreikurs sowie die  Auseinandersetzung mit den Grundlagen der Montessori-Pädagogik.

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Wenn der Therapeut das empfiehlt, wird er seine (vlt. guten) Gründe dafür haben. Eine psychische Störung fällt ja auch nicht "einfach so vom Himmel", sondern hat in den meisten Fällen etwas mit der bisherigen Lebensgeschichte und der aktuellen Lebenssituation des Betroffenen zu tun. Es fällt dann den Angehörigen bzw. Lebenspartnern oft leichter, die Probleme auf die Erkrankung oder auf die involvierten Helfer zu schieben als eigene Anteile am Problem für sich zu akzeptieren. Es ist natürlich dann nicht schön, wenn eine Situation entsteht, wo es zu einer Spaltung kommt.. Denn eigentlich sollten doch Helfer und Familie/Partner im Sinne des Betroffenen an einem Strang ziehen. Wie ist das denn bei Dir? 

Bitte verstehe mich jetzt nicht falsch! Ich kenne die Situation mit Deiner Tochter ja gar nicht und vielleicht irrt sich der Therapeut in diesem Fall ja, weil er genau wie ich immer wieder die Erfahrung machen muss, dass das familiäre Umfeld leider einem Heilungsprozess im Wege steht und deshalb in Deinem Fall voreingenommen urteilt. Vielleicht ist er aber auch einfach nur jung und unerfahren? Menschen sind nicht unfehlbar.

Ich würde an Deiner Stelle nicht nur mit dem Therapeuten, sondern auch mit anderen Helfern, die in diesem Fall involviert sind, sprechen, um zu erfahren, was sie darüber denken. Denn in einer Klinik ist ja immer ein ganzes Team miteinbezogen wie Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Ober- und Chefärzte... 

Schließlich hast Du noch die Möglichkeit, "neutrale" Stellen aufzusuchen, um Dich dort beraten zu lassen oder um Dich über den Therapeuten zu beschweren (Klinikleitung, Jugendamt, Bertungsstellen von pro familia, der Diakonie, vom Caritasverband etc.).

Ich hoffe, Du findest die Lösung, die für Deine Tochter die beste ist! Alles Gute

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dann macht genau das was der Psychologe euch rät. Lasst Tochter ziehen und ihren Weg machen.
Dass sie zur KJP musste hat sicher ihren Grund und dass die Therapie in einer Gruppe weiter geführt wird um so mehr.
Wenn ihr euer Tochter was gutes tun wollt dann lasst sie dort, ist besser für sie

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Kommentar von cinegrah
11.06.2016, 21:29

Etwas zu tun, nur weil irgendein Therapeut etwas vorgibt, ist keine Lösung mMn.

Man sollte selbstständig nachdenken und alle Seiten abwägen.

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Ihr müsst als Familie zusammen halten und auch als Familie für eure Tochter da sein und das geht nur wenn sie bei euch ist. Und ihre Tochter ist 16!! Das ist kein Alter wo sie komplett selbstständig sein sollte. Sie braucht ihre Eltern! Ich bin entsetzt was dieser Psychologe denkt und sagt! Das ist pädagogisch überhaupt nicht sinnvoll. Lassen sie ihre Tochter entscheiden aber eigentlich sollte sie gerade nach so einer schweren Zeit ihre Eltern an ihrer Seite haben, ansonsten fällt sie wieder in so ein loch. Wenn es ihr nicht gut geht/ging wegen Stress in Alltag, wie soll sie alle ihre Probleme alleine bewältigen können?! Sie braucht jemanden der sie jetzt stützt und sie sich alleine zu überlassen ist ein no go. Tut mir leid wegen meint Heftigkeit aber ich bin wirklich erschüttert. Bitte, ich hoffe dass Sie nicht die falsche Entscheidung treffen ansonsten wer weiß was mit ihrer Tochter dann passiert, wenn es ihr so schon schlecht geht.

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Kommentar von Wandsbekerin
11.06.2016, 21:44

Das Problem ist, dass von dieser Station jugendliche Patienten immer sehr schnell in eine WG weiter empfohlen werden - und der Arzt/Therapeut sich anscheinend nicht vorstellen kann, dass es in der Familie besser sein kann als in der WG - naja, die meisten Fälle dort sind auch so. Leider hält meine Tochter so viel von ihm, so dass unser Wort nicht viel gilt. Wenn wir es jetzt auf eine Konfrontation ankommen lassen, haben wir Angst, sie zu verlieren oder in eine noch größere Krise zu stürzen...

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Ich würde mir eine weitere Meinung einholen!

Es ist schwierig hier einen wirklich brauchbaren Rat zu geben, weil man die gesamte Geschichte nicht kennt.

Ich persönlich würde aber eher dazu tendieren - Eure Tochter war jetzt eine ganze Weile von Euch getrennt, ist erst 16 Jahre alt und die Probleme die sie hatte/hat, haben sich wohl offensichtlich durch die Distanz zu den Eltern nicht gebessert, oder?

Wenn das Mädel jetzt wieder zu Euch möchte, würde ich das durchaus in Erwägung ziehen, dieses Vorhaben auch umzusetzen.

Irgendwie erschreckt mich die heutige Einstellung von vielen "Geschulten", dass die jungen Menschen förmlich in eine frühe Selbstständigkeit gedrängt werden und das sogar dann, wenn es bereits Problemchen gibt.

Ihr seid die Eltern, Ihr kennt Eure Tochter besser als jeder andere. Ihr habt das Sorgerecht und wohl auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Es gibt Möglichkeiten der ambulanten Therapie und vielleicht hilft es Eurem Kind ja, wenn sie jetzt in ihr häusliches Umfeld zurück kehrt und wieder ein wenig Nestwärme spürt!? 

Zwischen wissenschaftlicher Theorie und menschlicher Praxis klaffen leider oft Welten. Da hilft es evtl. manchmal mehr, wenn man mal auf das eigene Bauchgefühl hört!

Übrigens lag früher mal die Grenze zur Volljährigkeit bei 21 und manchen jungen Menschen würde es auch in der heutigen Zeit gut tun, wenn man ihnen ausreichend Zeit für ihre persönliche Entwicklung lässt. Es kann nämlich auch nicht jeder mit 1 Jahr laufen oder mit 3 perfekt sprechen. Warum müssen dann alle mit 16 oder 18 selbstständig sein?

Mich wundert es ganz ehrlich gesagt inzwischen nicht mehr, dass viele junge Menschen psychische Probleme haben. Es geht doch nur noch um Leistung und Selbstständigkeit - da bleiben einige Menschen leider auf der Strecke :-(

Alles Gute wünsche ich Euch und ganz besonders Eurer Tochter!

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Kommentar von linksgewinde
12.06.2016, 10:17

Obwohl ich dir bei allem zustimmen möchte, hast du doch etwas ganz elementares übersehen: Das persönliche Umfeld indem sich ein Mensch bewegt erkennt Veränderungen, Ängste, Depressionen nicht, oder oft sehr spät, zu spät. Manchmal erst, wenn das Kind sprichwörtlich "in den Brunnen gefallen ist". Für Mutter, Vater u.s.w. ist das Verhalten eines Kindes unter Umständen normal, was für einen Dritten durchaus sofort als pathologisch zu erkennen ist.

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Kommentar von nurbilligwillig
12.06.2016, 12:23

Und was ist, wenn die familiäre Situation dazu geführt hat, dass die Tochter krank geworden ist?

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Eventuell ist ja etwas dran an der Sache oder ihre Tochter war nicht ehrlich aus Angst vor ihrer Reaktion. Ansonsten ist der Therapeut vielleicht wirklich nicht so gut, schwer zu sagen.

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Therapeuten müssen nicht immer Recht haben, das ist leider Realität.
Besprecht das nochmal mit einem Arzt oder unvoreingenommenen Psychologen eures Vertrauens :)

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Kommentar von glaubeesnicht
11.06.2016, 21:27

Unfähige Therapeuten haben oft schon Familien zerstört.

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Redet doch mal mit dem Betreuer alleine wenn nicht alle zusammen :)
LG

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vielleicht ist es besser so?

oder ein anderen Therapeuten nehmen....

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Der Arzt/Psychologe ist ein Berater, sonst nichts. Wenn Tochter heim will, wird Tochter heimgehen. Wenn sie nicht will, liegt es nicht am Berater.

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Kommentar von derdorfbengel
11.06.2016, 21:32

Wie wunderbar! Da sagt einer kurz und knapp, was man selbst hätte sagen müssen.

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Kommentar von Wandsbekerin
11.06.2016, 21:49

naja, ganz so einfach ist es leider nicht. Meine Tochter ist psychisch so instabil, dass sie halt, wenn der Therapeut ihr rät, nicht wieder zu uns zu ziehen, sie anfängt, das auch so zu sehen. Und dadurch, dass sie jetzt auf der Krisenstation ist, können wir auch nur noch wenig mit ihr reden (2x in der Woche Besuchszeit)...

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