Warum sind die Amerikaner eigentlich in jeden Krieg ( Konflikt ) verwickelt?

13 Antworten

Das hat viele Gründe.

Ich versuche mal, es so weit wie möglich zu abstrahieren:

Aktuell ist es vor allem deshalb, weil ihr (finanzielles und wirtschaftliches) System, das sie sich aufgebaut haben, ZWINGEND "Wachstum" und damit Hegemonie benötigt. Stagniert das Wachstum, bricht das System stehenden Fußes in kürzester Zeit zusammen. 

Historisch liegt es auch in der Art der "Kultur-Gründung": Man kam. Man sah. Man nahm. Und wenn jemand dumme Fragen oder Forderungen stellte, erschoss man ihn einfach. Stets mit dem Argument, man sei "der bessere Mensch". 

Dieses Selbstverständnis gilt bis heute. So sind Latinos oder Schwarze bis heute in den USA - einem Land, das NUR aus Zuwanderern besteht - Menschen zweiter Klasse. Und praktisch jeder Amerikaner kann dir einen Vorfahren in der eigenen Familie nennen, der es dem Einen oder Anderen mal so richtig gezeigt hat. Darauf ist man stolz, darauf baut man seine Traditionen auf.

Und weil die USA tatsächlich stolz darauf zurückblicken können, dass man als einer der ersten Staaten der Welt erste Schritte in Richtung "staatliche Demokratie" unternommen hat; als im Rest der Welt noch Fürsten, Kaiser und Könige fest im Sattel saßen, glaubt man bis heute, man habe "die perfekte Zivilisation" erschaffen. Danach könne es nichts mehr geben. Schon gar nichts besseres.

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Aus alledem ergeben sich sowohl das Selbstverständnis, als auch der Wille und der Zwang, "Herrenmensch" zu sein. Und dieses Ziel verfolgt man nicht zuletzt auch in der "Vorwärts-Verteidigung". 

Das hat historische Gründe. Zum Höhepunkt des Kalten Krieges wurde die Auseinandersetzung zwischen dem Westen, geführt von den USA, und dem Osten, geführt von der Sowjetunion, in Form von vielen sog. Stellvertreterkriegen ausgetragen. Darunter z.B.:
- Korea
- Vietnam
- Angola
- Äthiopien
- Afghanistan
Manche davon haben direkt als Stellvertreterkrieg begonnen, andere haben sich im Laufe der Zeit dazu entwickelt. Manchmal ging es von den USA aus, manchmal von der UdSSR.

Jedenfalls ist nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die USA als einzige Weltmacht übrig geblieben. Aus dieser Stellung heraus hat man nun einerseits versucht, das nach dem Kalten Krieg zurück gebliebene Chaos so gut es ging zu ordnen, andererseits hat sich aber eben  aus dieser Position und Verantwortung heraus der amerikanische Anspruch gebildet, eine Art Weltpolizei zu sein und eine globale Führungsrolle einzunehmen. Davon kann man heute halten, was man will, aber im Wesentlichen ist das die Antwort auf deine Frage.

Das liegt daran, dass sie ein weltweites Wirtschaftsimperium haben, dass sie unter allen Umständen nicht nur verteidigen, sondern auch stärken wollen.

Dieses Wirtschaftsimperium wird maßgeblich von Konzernen gebildet und dies noch mal besonders unter dem Primat des Finanzkapitals, also den Banken und sonstigen Investmentgesellschaften.

Eine solche Herrschaft unter Zuhilfenahme des Mutterstaates nennt man ganz einfach Imperialismus.

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