Hallo, Wäre es möglich, dass Privatpersonen sich untereinander Versicherungen anbieten, wie bei P2P Krediten. Rechtlich zulässig oder braucht man eine Lizenz?

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8 Antworten

Also die Hürden sind sehr hoch gesetzt und Du solltest Deine Risiken nicht unterschätzen. Lassen wir mal die behördlichen Hürden beiseite.

Nehmen wir mal an Du bietest für 10 Bekannte eine Handyversicherung an. Jedes Handy ist mit 500 Euro versichert und Du nimmst eine Prämie von 30 Euro pro Jahr.

Dann nimmst Du 300 Euro (vor eigenen Kosten) ein und es darf (damit was übrig bleibt) nur alle 2 Jahre ein Handy einen Versicherungsfall produzieren.

Soweit so gut. Aber Menschen sind nun mal gierig. Also werden Dir Deine Bekannten ab und zu mal was unterjubeln wollen. Sie haben sich auf ihr Handy gesetzt und verbogen und melden es dann als gestohlen oder was auch immer. Du steckst also die gesamte Zeit da und brauchst Hilfe. Von Anwälten, Gutachtern, Privatdetektiven. 

Also rentiert sich das nur wenn Du mindestens 1.000 Bekannte findest. Und die findest Du nur über Werbung (kostet), Du musst die Dinge verwalten und Rechnungen klären (kostet).

Ich denke, wie gesagt lass mal die behördlichen Dinge beiseite, Du solltest erst mal einen Businessplan machen und die Einnahmen und Ausgabensituation klären.

Und natürlich kannst Du Dich bei einem anderen Versicherer rückversichern. Aber der erwartet dann auch von Dir die Eintreibung der Gelder, die Abwicklung der Schadenfällen usw.  Das bringt Dich also nicht wirklich weiter.

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Zwei Möglichkeiten:

a) freier Makler mit Erlaubnis nach §34d durch die IHK mit Vermögensschadenhaftpflicht und Anbindung diverse Gesellschaften mitdenen du Verträge schliessen musst. Alternativ kannst du das über einen Pool machen,der dir dann auch sogar leads verkauft.

b) als gebundener Vertreter bei einer Gesellschaft die dir Garantien gibt und dich von der Haftung frei stellt. Diese wird auch deine Zertifizierung und Ausbildung übernehmen. Leider ist dann dein Portfolio an Gesellschaften beschränkt.



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Kommentar von Apolon
06.03.2017, 11:50

zu Punkt b)

auch gebundene Vertreter eines Versicherungsunternehmen, werden im Vermittlungsregister der IHK eingetragen und benötigen eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung.

https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__34d.html

Leider ist dann dein Portfolio an Gesellschaften beschränkt.

Auch dies ist falsch.

Wenn der Versicherer die gewünschten Produkte nicht anbieten kann, bzw. ablehnt, kann man auch über jedes andere Versicherungsunternehmen diese Produkte vermitteln.

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Kommentar von DerHans
06.03.2017, 12:44

Es geht bei der Frage nicht um eine Vermittler-Lizenz sondern um eine Versicherung auf Gegenseitigkeit zwischen zwei Parteien. 

Das ist natürlich nicht möglich

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Das was du da vorhast kommt der Gründung eines Versicherungsunternehmens gleich. Um das machen zu können musst du bestimmte Voraussetzungen erfüllen, also auch das entsprechende Kapital zur Verfügung haben. Selbst im kleinsten Falle dürftest du nicht unter 10 Millionen € wegkommen. Nähere Infos dazu bekommst du hier:https://www.auxmoney.com/ratgeber/versicherung-gruenden.html

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Und du hast 100 Millionen € liquide am Start um im Fall eines KFZ Haftpflicht-Schadens auch leisten zu können?

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Kommentar von Matti15
06.03.2017, 17:15

Ist das mit dem der Deckungszusage vielleicht in einem anderen EU-Land anders oder kann man diese in eine andere Gesellschaft auslagern? Außerdem habe ich auch eher an kleiner Produkte wie z.B. Handys gedacht.

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Wie soll denn eine Privatperson eine Deckungszusage über 10 Mio € abgeben?

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Kommentar von Matti15
06.03.2017, 17:09

Genau, meine Frage wäre ja, ob es irgendwie mit einer geringeren Deckungszusage möglich wäre, da bei einer Handy Versicherung , die ich für 10 Personen anbiete ja niemals 10 Mio € benötigt werden. Ist es in einem anderen Land vielleicht anders oder gibt es irgendwelche Möglichkeiten diese Deckungszusage z.B. in eine andere Gesellschaft auszulagern?

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Natürlich kann man das machen.

Einfach einen Vertrag aufsetzen und genau benennen, was wann wie ausbezahlt werden muss.

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Kommentar von DerHans
06.03.2017, 12:45

Selbstverständlich, dann bezahlt eine Privatperson mal eben einen Personenschaden von mehreren Millionen €

Wenn eine Privatperson dazu in der Lage wäre, wäre sie ganz sicher nicht so blöd, solch einen Vertrag zu schließen

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Was für Versicherungen z.B.?

Versicherungen beruhen auf dem Gesetz der großen Zahl, das ist bei 2 Personen nicht gegeben

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Kommentar von Matti15
06.03.2017, 17:20

Ich dachte an Versicherungen von billigeren Gegenständen, wo im Schadensfall nicht eine all zu hohe Summe ausbezahlt werden muss, also z.B. Handys oder Roller etc.

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