Hallo, möchte ein Online-Handwerker-Portal erstellen, um Dienstleistungen zu vermitteln. Muss ich prüfen, ob ein Handwerker ein Gewerbe/Meister hat?

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2 Antworten

Rechtlich sollte es so sein, dass wenn du darauf hinweist, dass der entsrechende Dienstleister selbst Sorge dafür tragen zu hat, die erforderlichen Kriterien zu erfüllen, solltest du damit aus dem Schneider sein. Um ganz sicher zu gehen, frag doch mal bei der Innung, bzw Handwerkskammer nach. Die sollten das ganz sicher wissen.

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Kommentar von HimmelscheinNRW
09.04.2016, 08:24

Vielen, Dank für deinen Hinweis. Selbstverständlich möchte ich keine Schwarzarbeit fördern, jedoch sollte sich ein Handwerker selber in der Pflicht sehen, die erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen. Ich möchte wie gesagt nur vermitteln, nicht mehr und nicht weniger. 

Es geht mir konkret um folgenden Fall:

- Handwerker erstellt auf eine Ausschreibung ein Angebot

- Die Tätigkeiten erfordern unbedingt einen Meister, den der Handwerker nicht vorweisen kann. Er macht auf meiner Vermittlungsseite somit eine Falschangabe und behauptet er sei Meister.

- Der Kunde recherchiert und findet heraus, dass der Handwerker gelogen hat.

 Mache ich mich hier haftbar. Hätte ich seine Qualifizierung überprüfen müssen?

Lieben Gruß
 

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https://www.zdh.de/daten-fakten/das-handwerk/gewerbe-anlage-b1-und-b2.html

Ob es für den Portalbetreiber tatsächlich eine gesetzliche Verpflichtung gibt, die Qualifikationsvoraussetzungen nach der deutschen Handwerksordnung explizit zu überprüfen und bei zulassungsfreien Gewerben wenigstens den Gewerbeschein und die Betriebshaftpflicht zu prüfen, kann ich nicht beurteilen. Als potentieller Auftraggeber erwarte ich das allerdings, worin sollte sonst Deine Dienstleistung bestehen?

Da der Marktführer für Handwerksdienstleistungen myhammer.de hunderte von Klagen der Handwerkskammern am Hals hatte, ist deren heutige Praxis

https://www.my-hammer.de/fuer-handwerker/voraussetzungen/

definitiv eine Reaktion darauf. Bei denen muss eine Kopie von Meisterbrief, Altgesellenbewilligungen etc. vorgelegt werden.

Außerdem musst Du rechtlich gegen Förderung von Schwarzarbeit abgesichert sein. Falls sich Dein Portal zum Arbeiterstrich entwickelt, hast du schnell Sozialversicherungsträger an den Hacken.

Bevor ich solch eine Seite, von denen es bereits hunderte gibt, freischalte, würde ich auf jeden Fall das Impressum, die AGBs sehr genau prüfen lassen.

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Kommentar von HimmelscheinNRW
09.04.2016, 08:30

vielen Dank für deinen Hinweis. Es soll wie gesagt ungefähr eine Seite wie myHammer werden. Mein Portal soll kein Schwarzarbeiterparadies sein, aber wenn der Handwerker Falschangaben macht, muss ich doch dafür nicht haften. Oder? Stellt sich nun die Frage, ob myHammer nun aus Kulanz oder aus rechtlicher Verpflichtung heraus, die Spielregeln verändert hat. Hunderte Klagen bedeuten nichts, wenn keine Verurteilung folgt. 

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