Hallo, mein frage war unvollständig, wer hat erfahrungen mit resonanzhomöopathie nach Dr Schimmel.

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2 Antworten

Hallo kerpicci,

Resonanzhomöopathie nach Helmut Schimmel ist eine der vielen kursierenden absolut esoterischen Homöopathievarianten. Die Homöopathie selbst kann schon keine Wirksamkeitsnachweise über Placebo hinaus vorweisen, obwohl sie sich seit 200 Jahren intensiv darum bemüht.

Homöopathie ist ein vor 200 Jahren entwickeltes, auf damaligen Vorstellungen aufbauendes Verfahren, dessen Prinzipien im Laufe der letzten 200 Jahre in Widerspruch zu den in dieser Zeit gemachten naturwissenschaftichen Erkenntnissen geraten sind. Im Einzelnen:

  • Die Homöopathie behauptet, man könne "Gleiches mit Gleichem" heilen. Ein Mittel bekämpfe diejenigen Symptome beim Kranken, die es beim Gesunden hervorruft. Diese Säule der Homöopathie geht auf ein falsches(!) Selbstexperiment mit Chinarinde zurück, das so nie wiederholbar war. In der Medizin ist dieses sogenannte Ähnlichkeitsprinzip als allgemeingültiges Heilungsprinzip inzwischen widerlegt. Die allermeisten Krankheiten werden verschlimmert durch Medikamente, die ähnliche Symptome hervorrufen, nicht verbessert.

  • Die Homöopathie ist kein Naturheilverfahren. Es werden vielmehr auch höchst giftige Stoffe wie Arsen, Blei, Plutonium oder auch Absurdes wie Hundekot, Berliner Mauer oder Supernova verwendet. Damit also die keineswegs harmlosen Stoffe nicht schaden, erfand Hahnemann (der Erfinder der Homöopathie) das Prinzip der Verdünnung

  • Das ist die zweite Säule der Homöopathie: Die Wirkstoffe werden in mehreren Schritten verdünnt. Entweder in Schritten 1:10 (sogenannte D-Potenzen) oder in Schritten 1:100 (sogenannte C-Potenzen, C wie "centum"). Die Zahl dahinter gibt die Anzahl der Verdünnungsschritte. D12 wäre z.B 1:1 000 000 000 000, also nur ein Wirkstoffmolekül auf eine Billion Lösungsmittelatome. Das entspricht ungefähr der natürlichen Verunreinigung unseres Trinkwassers mit dem Wirkstoff. Die Homöopathie kennt aber noch viel, viel stärkere Verdünnungen.

  • Ganz wichtig: Der Homöopath sagt jetzt, dass das Mittel umso stärker ist, je höher die Potenz ist (also je höher die Verdünnung). Im Bild der Homöopathie ist also ein C30 Mittel stärker als Dein D6. Zur Erinnerung: C30 = Hunderterpotenz = 1:100^30 = 1:10^60. Das entspricht einem Tropfen Wirkstoff in mehreren Erdvolumina Lösungsmittel. Oder anders ausgedrückt: Ein C30-Fläschchen enthält kein einziges Wirkstoffatom mehr, sondern nur noch Lösungsmittel, ist aber laut Homöopathie ein extrem starkes Mittel. (In echt ist es reiner Zucker.)

Soweit alles klar? Hahnemann wusste vor 200 Jahren noch nicht, dass Verdünnen irgendwann einfach keinen Sinn mehr macht, weil man nur noch Lösungsmittel mit Lösungsmittel verdünnt. Er lebte zu einer Zeit, als man in der Chemie noch nicht die Zahl der Moleküle in einer bestimmten Stoffmenge berechnen konnte. Er lebte zu einer Zeit, als in der Medizin geschröpft wurde - und im Vergleich dazu war die Homöopathie gut: Reiner Zucker schadete den Patienten wenigstens nicht. Daher begannen sich Erfolgsgeschichten um den heilenden Zucker zu bilden.

Ergänzen sollte man noch, dass Hahnemann auch noch nichts von Viren oder Bakterien wusste. Diese sind daher auch in der Homöopathie nicht krankheitsverursachend. Vielmehr ist es eine Verstimmung der Lebenskraft (heute naturwissenschaftlich widerlegt), hervorgerufen durch Miasmen (naturwissenschaftlich widerlegt). Beides existiert heute nur noch in esoterischen Vorstellungen. Ebenso wie die "geistartige Kraft", die angeblich für die Wirkung der Globuli (anstelle des Wirkstoffes selbst) sorgt.

Homöopathie beruht also wesentlich auf der Annahme, dass ein Wirkstoff in völliger Abwesenheit spezifische (also über Placebo-Effekt hinausgehende) Wirksamkeit besitzt. Diese Annahme widerspricht fundamental zahlreichen bestens gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten 200 Jahre. Könnte Homöopathie funktionieren, dann wäre unser naturwissenschaftliches Weltbild fundamental und komplett falsch - und das, obwohl wir dessen Erkenntnisse im Alltag zur besten Zufriedenheit nutzen und nichts von irgendwelchen gravierenden Fehlern bemerken.

Dieser Beschreibung zufolge, sollte es auch nicht verwundern, dass in vielen, vielen Studien nie ein solche spezifische Wirkung über Placebo nachgewiesen werden konnte.

Auch die Resonanzhomöopathie macht da keinen Unterschied. Sie verwendet als Arzneien meist hochverdünnte Schlangengifte. (Siehe oben: Hochverdünnt meint nicht vorhanden) Diese sollen angeblich in "Resonanz" mit dem Zellkern treten. Resonanz ist ein in der Physik sauber definierter Begriff. Hier wird er nur missbraucht. Denn in den Globuli schwingt nichts. Und schon gar nicht kommt es zu Resonanzen mit den Zellen. "Schwingungen" sind des Esoterikers liebstes Kind. So auch hier.

Setze keine Hoffnung in ein esoterisches Verfahren, dessen Wirkprinzipien im Widerspruch zu den Erkenntnissen der Naturwissenschaften und den Vorgängen im Körper steht. Du bekommst nichts als Placeboeffekte.

Grüße und gute Besserung

Hallo Ute, wieder einmal viel Mühe und eine komplette Antwort ! Gruß Tiger

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Hallo Ute ich weis nicht wie ich mich bedanken soll.. Hertzlichen dank..

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@kerpicci

Hallo kerpicci,

wenn es Dir hilft, freue ich mich aufrichtig. Gern geschehen.

Viele Grüße

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Man braucht keine Erfahrung um festzustellen dass es sich um Scharlatanerie handelt. uteausmuenchen hat das wunderbar erläutert.

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