Hallo liebe User, Bei mir am Hausfassade rechts und links sind 2 Schrauben. Kann mir einer sagen was das ist und welche Funktion es hat?

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4 Antworten

Sagt Bauingenieur :
Das sieht nach Widerlagerplatten für Spannstäbe aus, die quer durch's Haus auf die andere Seite verankert sind (oder hinter einer dazwischenstehenden guten tragende Wand).
Das macht man im Allgemeinen, wenn ein älteres Haus Risse kriegt und die Fassaden auseinanderbrechen zu drohen (Bildlich gesagt etwa wie Blütenblätter einer Tulpe). Das kann sehr lange halten, oft Generationen.
Man macht das auch, wenn man schwer darüber aufstocken will.
Diese Methode wird seit Jahrhunderten angewendet.

Wenn man die Möglichkeit hat, versteckt man diese Spannstäbe oder Zugbänder in der Decke (dann sieht man sie innen im Haus nicht).
Dem Foto nach scheint das der Fall zu sein oder könnten klapp unter der Decke verlaufen - wenn man aus den Höhen der Fenster schließen darf.

Iwn ob Ihnen das weiterhilft.
Mfg
Gerhard

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asideli 08.10.2017, 22:05

Deckenhöhe passt. in den Räumlichkeiten sieht man nichts. Man sieht es nur von aussen. Vorne am Hausfassade gegenüber ist nichts. Aber an der Seite rechts und links am Haus sind noch 2. Das Haus ist von 1920 Ziegelmauerwerk. Mauerwerksdicke fast 45 cm

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Gege3210 09.10.2017, 11:02
@asideli

Noch zwei andere solcher Platten - das könnte meine Annahme bestätigen : Verankerungen von Zugstäben.
Ich hatte vergessen zu erwähnen, daß man oft solche Zugbänder bereits in Neubauten anbrachte, um sich den Stahlbeton für einen Ringanker zu sparen (Wie es @pharao1962 schreibt. Ist heute nur noch als Rettungsmaßnahme erlaubt).

Verzeihung, ich hatte mich durch das Foto irreleiten lassen : Ihr Haus sieht aus, als ob es fast neu wäre... Deshalb dachte ich, dass es eine Reparatur sein könnte.

In der Renaissance usw machten sie oft schön verzierte gußeiserne Platten dran, wenn es wertvolle Gebäude waren.
Bei weniger wertvollen und landwirtschaftlichen Gebäuden machten sie einfachere Sachen, zum Beispiel einen Stab durch die Endschlinge des eisernen Zugbands. Manchmal auch etwas verziert, oder in Form eines "S". Gewinde Schneiden war da noch nicht.
So um 1780 kam die Methode auf, eisenbewehrtes Steinmauerwerk zu machen, mit solchen Zugbändern. Vorläufer unseres heutigen Stahlbetons. Das erlaubte, wirklich horizontale Bögen und Gewölbe herzustellen. Fast alle Nobelbauten und Militärbauten aus dieser Zeit sind so gebaut.
In der italienischen Renaissance wurden die Bögen so unterspannt, das Zugband schön verziert, in der Mitte ein Leuchter/Lampe dran aufgehängt - heute oft durch einen Blumentopf ersetzt.
Gotische Kathedralen und Kirchtürme sind in allen Richtungen vollgespickt mit solchen Zugbändern - sonst würden sie nicht halten. Auch hätte man sie erst gar nicht bauen können, sie wären schon während der Bauzeit zusammengebrochen. Ziemlich alle horizontalen Vorsprünge, Steinbänder und auch das Triforium innen verstecken/schützen solche eisernen Zugbänder. Die sieht man jedoch in den gotischen Fenstern, da gehen sie quer durch. Manche der Stäbe die da quer durchgehen dienen nur dazu, die Bleiglasfenster zu halten. Manche jedoch, fast armdick, sind diese Zugbänder.
Zu Beginn der romanischen Zeit war es noch nicht möglich gewesen, derart große und lange Stäbe aus Eisen in einem einzigen Stück herzustellen. Also haben sie es oft mit im Mauerwerk eingelassenen Baumstämmen als Zugbänder gemacht, gekreuzt, ineinander verhakt.
Woher ich solche Sachen weiß ? Weil ich etwa fünfundzwanzig Jahre für historische Baudenkmäler in Frankreich und sonstwo gearbeitet habe.
Habe derart viele Zugbänder einbauen lassen müssen, die alten ersetzen. Habe mehrere Techniken dafür entwickelt, je nach Fall. Ausdehnungen und Setzungen beachten.

Also diese Ankerplatten in Ruhe lassen. Sie vor Rost schützen, aber sie nicht überputzen, sie nicht "einsperren". Und ja nicht versuchen, die Muttern nachzuziehen ! Da würde man nur Unsinn anstellen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard

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da war ein Firmenschild angebracht 

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Das ist so eine Art vorsintflutlicher Ringanker. Hat man früher so gemacht. Dieser Stab geht bis zur anderen Seite des Hauses.

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Das sind die Befestigungen für zwei Akasha-Säulen, gibts bei Amazon.

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