Hallo liebe gutefrage.net - Menschen, wer trägt die Kosten für die Rücksendung, wenn der Verkäufer ( gewerblich ) einen beschädigten Artikel geschickt hat?

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7 Antworten

Im Rahmen der gesetzlichen Sachmängelhaftung hat der Verkäufer sämtliche(!) Kosten zu erstatten, die dem Käufer zur Geltendmachung entstehen. Sollte der Kauf rückabgewickelt werden, so gilt das auch für den Kauf.

Allerdings hat der Käufer erstmal nur die Wahl zwischen neuer Ware und Reparatur. Erst wenn beides nicht durch den Verkäufer erfüllt wird, kann er vom Vertrag zurücktreten.

Ein Blick in den Shop, ob der Artikel dort nicht verfügbar ist, reicht übrigens nicht. So kann der Verkäufer z. B. mit seinem Lieferanten vereinbaren, dir ein neues Paar zuzusenden.

Rücksendekosten entstehen übrigens oft nicht, weil die Verkäufer defekte Wäre direkt durch den Käufer entsorgen lassen (soweit ihnen der beschriebene Defekt und die Entstehung plausibel erscheint). Also immer erst mit dem Verkäufer kommunizieren.

Da es sich hier offensichtlich um Gewährleistung handelt wird wohl der Verkäufer die Kosten tragen müssen.

Selbst im Falle einer Nachbesserung, also Reparatur oder Austausch, liegen sämtliche Kosten beim Verkäufer. Das kann mE auch in den AGB nicht ausgeschlossen werden. 

Wenn es sich um einen Sachmangel handelt, trägt der Verkäufer alle mit der Nacherfüllung verbundenen Kosten. Siehe § 439 (2) BGB.

Der Verkäufer stellt sich weiterhin quer und will wenn erst nach "Überprüfung" den Tarif zu DPD zu 4,90eur übernehmen. Wir haben hier aber keinen DPD in der Nähe und zudem wollen wir ungern in Vorleistung gehen. Fall für unseren Rechtsbeistand?

Weitere Infos:

Eine Nachbesserung ist nicht möglich, da der Artikel ( in diesem Falle ein paar Stiefel ), nicht mehr in meiner Größe verfügbar ist.

Die Stiefel haben mehrere Macken bzw. Mängel, unter anderem ein Riss im Leder der Kappe ( habe viele Fotos gemacht... ).

Der Verkäufer tut die Mängel als "kleine Schönheitsfehler" ab und ich habe die Befürchtung, dass er sich um die oben genannte Rechtslage drücken möchte.

Maximilian112 16.09.2015, 16:21

kleine Schönheitsfehler sind ganz klar ein Mangel. Diesen muß der Verkäufer beseitigen. Und schon sind wir wieder bei der Gewährleistung gelandet.

Oder sind die Stiefel mit eben diesem Mangel angeboten wurden? Also zB 2. Wahl weil "kleine Schönheitsfehler"?

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Skandinavierin 16.09.2015, 17:30
@Maximilian112

Hallo! Nein, ich hatte sogar mit einem Zeugen telefonisch gefragt, ob die Reduzierung wegen diesen Fehlern vorgenommen wurde, die Dame sagte, der Artikel sei nicht reduziert wegen der Fehler/den Mäkeln ( davon wusste sie gar nichts ), sondern wegen Umstellung der Farben in deren Shopsortiment... Ich habe dem Verkäufer deutlich gemacht ( per Mail ), dass ich wenn ich vorher von den Fehlern ( er nennt es: "subjektive Schönheitsfehler" ) gewusst hätte, den Artikel respektive die Stiefel, wohl nicht gekauft hätte.

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Ich hänge Ihnen zur Beurteilung mal Bilder an. Das grüne Paar ist mein älteres, getragenes Paar, das Rote das "Neue", welches ich direkt bemängelt hatte.

Man achte auf die Sohlen und auf die Macken in der Kappe des roten Stiefels...

Sind das noch "subjektive Schönheitsfehler"? Übertreibe ich? ;)

Zum Vergleich: Gleiches Modell in gebraucht in Grün, "neues" mit Mängeln in Rot - (Recht, Versand, Versandkosten) Kerbe in Sohle, inkl. roter Verfärbung - (Recht, Versand, Versandkosten) Zipfel an Sohle - (Recht, Versand, Versandkosten) Nochmal Vergleich: Rechts mein altes Paar in Grün, links das "Beklagte". - (Recht, Versand, Versandkosten) "Risse" vorn im Leder der Kappe. - (Recht, Versand, Versandkosten)

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