Hallo Leute, Meine Mutter ist vor 2 und halb monaten gestorben und mein Vater wird mit der Trauer nicht fertig. Er redet immer davon zu ihr zu wollen. Was tun?

6 Antworten

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Wie ist deine derartige Situation?
Lebst du momentan allein oder bei deinem Vater?

Ich habe auch ähnliches durchgemacht. Meine zwei Brüder sind gestorben. 
Ich habe niemals aufgehört zu trauern, nur gelernt damit umzugehen. Mir persönlich hat es geholfen mir eine Pause zu gönnen, tief in mich zu gehen und über das Leben zu philosophieren. Das hat mir einige neue Einsichten gebracht. Und ich habe viele motivierende Lieder gehört. 

Wenn dein Vater  Alkoholiker ist kannst du aber leider nicht viel tun. Er muss in Behandlung. Er scheint ein Problem zu haben. Nicht nur ein Alkoholproblem, sondern auch ein Agressionsproblem. Du kannst ihm eine Therapie ans Herz legen, aber letztendlich muss er den Willen haben und sich sein Problem eingestanden haben. 
Einer meiner Brüder war Drogensüchtig und ich kann dir sagen, dass du am besten vor allem auf dich selbst achten sollst. Kümmer dich nicht zu viel um ihn. Eigentlich wäre es seine Aufgabe als Vater sich um dich zu kümmern. Egal was du für ihn tust, wenn er es nicht schafft aufzuhören wird er dir eh nie danken. 
Ich habe die Probleme meines Bruder zu meinen werden lassen und so viel für ihn getan. Und was hat er gemacht? Sich umgebracht.

Also, ich kann dir wirklich nur ans Herz legen: Achte in erster Linie auf dein eigenes Wohlbefinden. Du wirst nie Schuld für das Verhalten deines Vaters sein.

Ja der meinung bin ich eben auch! Denn er hat meine Mutter schon damals psychisch runtergezogen obwohl sie alles für ihn gemacht hat. Und ich meine wirklich ALLES. Und irgentwann wurde es zu viel für sie wie es aussieht... sie hat sich nähmlich auch selbest umgebracht. Und wir habens davor nichteinmal geblickt. Wir dachten auch nicht dass sie sich sowas antut.... mein Vater konnte bis vor kurzem nicht einmal Geld an einem Bankautomaten abheben! Und deshalb kriegt er auch hilfe von mir wegen Finanzen Briefe usw. Aber ich will ihm nur aus der ferne helfen. Denn wie du gesagt hast, und mein großer Bruder übrigens auch, soll ich mich nicht von ihm runterziehen lassen wie er schon meine Mutter runtergezogen hat.

Und ja im Moment lebe ich alleine mit ihm.. aber nurnoch bis mitte September. Wenn er selbst keine Therapie machen will dann weiß ich auch nicht mehr wies weiter gehen soll...

Und tut mir leid das zu hören wegen deinen 2 Brüdern... ich hab auch 2 ältere Brüder und die sind alles was mir hier noch bleiben!

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@3ac3187

Dankeschön... auch für dich tut es mir leid. Ich finde Mord ist eine der schlimmsten Arten zu sterben. Auch Selbstmord.

Also ich finde das ist eine sehr schwierige Situation.

Eine ähnliche in der meine Familie eben war. Mein abhängiger Bruder war nicht mehr er selbst, komplett überfordert mit seinem Leben und hat uns immer wieder (wenn auch unabsichtlich) verletzt. Es ist nicht schön für dich dir ähnliches ansehen zu müssen.

Ich finde deine Entscheidung gut, also dass du nicht mehr allzu viel Kontakt mit ihm hast. Aber wenn er sich wirklich für eine Therapie entscheiden sollte, und es schaffen sollte ,WIRKLICH NUR DANN würde ich mir an deiner Stelle nochmal überlegen ob ich ihm verzeihen will. Nun weiß ich jetzt nicht was er genau alles getan hat, aber ich meine nur es wäre eine Überlegung wert. Und wenn du ihm nicht verzeihen willst ist es auch dein gutes Recht, nachdem was er deiner Mutter angetan hat.

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@LisanneVicious

Danke! Ja es ist wirklich eine überlegung wert....aber ich denke wenn es irgentwann WIRKLICH soweit ist dass er sich und seine Alkoholsucht unter kontrolle hat, wir 3 Brüder schon das richtige machen werden! Verzeihen könnte ich ihm dann vielleicht schon aber vergessen werde ich nie....

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Das hört sich wirklich dramatisch an.

Das eine ist die "Ankündigung" eines Suizid.
Da kannst Du Dich bei Deinem Gesundheitsamt beraten lassen (Sozialpsychioatrischer Dienst).

Das andere ist der Alkohol. Da gibt es etwa die Angehörigengruppen der Anonymen Alkoholiker (AA).

Ich würde Dir empfehlen, mit beiden Kontakt aufzunehmen.

Der Sozialpsychiatrische Dienst kann Dir eine ganze Menge Sorge abnehmen und Verantwortung, was die Suizidneigung angeht. Wenn Du mit denen in Kontakt bist, kannst Du möglicherweise kurzfristig eine Einweisung zum Schutz Deines Vaters erreichen.

Die Angehörigengruppe der AA kann Dir helfen, mit all den Sorgen um einen alkoholkranken Angehörigen besser umzugehen. Du bist nicht die erste Angehörige, die davon betroffen ist. Und vom Rat der anderen und von ihren Erfahrungen kannst Du nur profitieren.

Wichtig erscheint mir, dass Du jetzt für Dich selber sorgst. In beiden Bereichen. Es kann sein, dass Dein Vater Deine Hilfe braucht. Dazu musst Du aber selber stabil sein. Und es kann sein, dass Du selber Hilfe brauchst. Einfach, weil suizidgefährdete und alkoholkranke Angehörige all Deine Kraft aussaugen können. Darum ist das Wichtigste, dass Du Dir qualifizierte Verbündete suchst, bei denen Du einen großen Teil Deiner Sorgen los werden kannst.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft!

 

Es kann lange dauern, bis man seine Trauer verarbeitet hat, besonders wenn man dem Verstorbenen sehr nahe stand. Es gibt kein richtiges oder falsches Trauern. Jeder wird damit ganz anders fertig.

Gerade der orthodoxe Glauben pflegt Alkoholismus und falsche Trauerverarbeitung! Die zieht einen nur noch mehr runter! Kenne ich, habe das selber schon erlebt!

Tipp: Alkohol und falsche Freunde entfernen und euren Vater an der frischen Luft beschäftigt halten. Sonst gräbt er sich gleich das eigene Grab!

1. Der Tod wird in der Bibel deutlich als „letzter Feind“ bezeichnet (1. Korinther 15:26). Er kommt wie aus dem Nichts, trifft unser Leben mit voller Wucht und raubt uns unsere Lieben. Keiner ist vor seinen furchtbaren Folgen geschützt. Es ist kein Wunder, wenn wir uns dem Tod und seinen Auswirkungen hilflos ausgeliefert fühlen.

Obwohl wir wissen dass wir alle sterben müssen, trauern wir. Den der Tot ist für uns Menschen unterbewusst nichts normales!

2. Die Trauer verarbeiten:

https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/wachtturm-nr3-2016-mai/die-trauer-verarbeiten/

Der gesamte WACHTURM Nr.3 2016 setzt sich mit der Trauer auseinander. Und ist eine große Hilfe, damit umzugehen! Unter dem Link könnt ihr ihn euch auch in eurer Landessprache (Russisch) als PDF durchlesen oder herunter laden!

3. Für alle Trauernden! Trauer Knigge!!!

Das schlimmste was man euch sagen könnte wäre:

"Gott hat ihn/sie zu sich geholt" bzw. "Gott brauchte einen Engel" oder "es war Gottes Plan"/"vorher bestimmt".

All diese Sätze beruhen auf falschen menschlichen Theologien! Und sie alle schmerzen und verlängern eine Trauerzeit nur! 

Damit tut ihr Trauernden keinen Gefallen. Genauso verhält es sich mit lautem falschen Trauern, wie es bei Orthodoxen Kirchen üblich ist!

Trauer muss verarbeitet werden! Geschied das aber nicht, kann es bleibende seelische Schäden hinterlassen!

Trauernden könnt ihr tägliche Pflichten abnehmen, wie Kochen und Einkaufen, hört ihnen zu und zeigt echtes Mitgefühl. Das hilft Trauer zu verarbeiten!

Ein guter Freund (Zeuge Jehovas) von uns, hat seine Mutter (Katholisch) letzte Woche verloren. Und keine 24 Stunden später bei der Beerdigung wurde er informiert, dass seine Schwester (Katholisch) soeben auch verstorben war!

Solche News helfen dann nur noch gute Freunde und eine große Familie aufzufangen!

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