Hallo! Kann mir jemand sein Gefühl beschreiben, wenn er unter Tage ist?

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6 Antworten

Hi,- was die Umgebungsbedingungen betrifft hängt das sehr von der Art des Bergbaus ab. Die ist eben im Kupfer-, Schiefer- oder Kohlebergbau sehr verschieden. Das kann von feucht-kalt bis zu stickig-heiß gehen. Das hat mit der Geologie des Deckgebirges und im Zusammenhang damit mit der unterschiedlichen Form des möglichen / erforderlichen Ausbaus wegen der Lagerung des Erzes/der Kohle, der Tiefe und der Frage wieviel die Grubenbesitzer / -gesellschaft in die Bewetterung im Zusammenhang mit den Gefährdungspotentialen des Abbaubetriebes investiert zu tun. Über den Daumen steigt die Temperatur alle 100 Meter um 3°. Der tiefste Abbaupunkt im Ruhrgebiet war/ist 1,4 Kilometer. 14 x 3 ausgehend von 9° ab 50 Meter Tiefe ergibt 51°. Das betrifft aber nur den direkten Druck des Deckgebirges am "Stoß". Ich weiß, das in dieser Tiefe der Flöz mit Wasser gekühlt werden muß - ein Bergmann am Abbauort faßt das nicht mehr so ohne weiteres an. Und trotz aller riesigen Turbinen zur Bewetterung gehts es in der Strecke nicht unter 35°. Mein Vater hat in einer schwarzen Unterhose da unten gearbeitet und sein Rücken war übersät mit bläulichen Narben weil der Kohlestaub sich sofort in die Schrammen gesetzt hat - Aber darum geht es noch nicht mal. - Ob über mir 5 Tsd. oder 5 Mio. Tonnen Deckgebirge liegen, ob ich in ein Loch steige so tief wie ein Hochhaus im Ruhrgebiet hoch ist oder so tief wie ein großes Dorf breit ist - im Ruhrgebiet laufen die Menschen heute über einen Friedhof von dem sie gar nichts wissen. Die Zahl der Bergleute, die nach (insbesondere großen) Unglücken erst gar nicht mehr geborgen werden konnten ist Legende. Und wenn sie da runter gingen haben sie das gewußt. Und sie haben trotzdem ihren Job gemacht. Mit der Angst und dem Elend da unten fertig geworden zu sein - ich werde da ganz still und sehe meine Belastungen ein bischen anders. Mein Großvater hat mir noch vom "Holzgeschrei" erzählt (googel das Stichwort mal) - das ist alles so irre - und trotzdem haben sie als Väter und Großväter mit uns gespielt und ihre Witze gemacht und ihre Feste gefeiert. - Tja, wie fühlt man sich da unten? Wahrscheinlich empfindet man jeden Tag, an dem man wieder nach oben kommt als Geschenk, ist stolz darauf, das man das aushält und redet nicht viel drüber. Man wird Weltmeister im Verdrängen. Aber "da unten" ist man auf jeder Schicht wieder mit sich, seinen Kumpeln, dem Deckgebirge und dem "Alten Mann" alleine.

Wie soll man sich da wohl fühlen?

Glück auf

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Kommentar von Grautvornix16
29.09.2016, 19:52

Danke fürs Sternchen. :-) Bin als 5. oder 6. Generation selbst der Erste in der Abfolge, der kein Bergmann geworden ist weil mein Vater es mir schon in recht frühen Jahren verboten und mit drastischen Konsequenzen gedroht hat wenn ich es dennoch versuchen würde. - Bin dann aber oft als Erwachsener in meinem Urlauben im Ausland recht häufig in alten bis uralten Bergwerken unterwegs gewesen. - Ich glaube mein Vater hatte recht aber ich hätte es damals nicht verstanden. ;-)

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Ich war mal bei einem Ausflug da :) Es kommt einem so vor als würde die Luft immer schwerer zu atmen werden und man hat einen Druck auf seinem Körper, finde ich ^^

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Es ist als wenn du in einen stickigen Raum gehst, um so weiter du runter kommst um kälter und stickiger wird es.

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Kommentar von wiki01
11.09.2016, 11:38

Mehr Blödsinn gibt es ja wohl nicht. Je tiefer man kommt, umso wärmer wird es. Und stickig ist es schon gar nicht. es geht sogar immer ein leichter Wind. Das kommt von den Belüftungsturbinen.

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Ich habe nicht unter Tage gearbeitet, war aber mal als Besucher in einem Bergwerk der Ruhrkohle AG. Da fuhr ich bist auf 1033 Meter hinab. Es war nicht von besonderen Gefühlen begleitet, außer dass ich Schwierigkeiten hatte, in den Fahrstuhl zu steigen, dessen Boden aus einem Gitterrost bestand, und man den gesamten Fahrstuhlschacht bis hinunter von oben sehen konnte, weil alle 50 Meter eine Leuchtstofflampe brannte.

Unten war es warm bis heiß, gemessene 35°C, und es ging ein ständiger Wind, was dazu führte, dass man schwitzte, und der feine Kohlestaub sich im Gesicht ablagerte. Wieder oben sah ich dann das erste Mal in einen Spiegel. Ich war schwarz wie die Nacht.

Spaß gemacht hatte der "Ritt" auf dem Abraumtransportband, oder die Fahrten mit den kleinen Eisenbahnen da unten. Die Arbeiter sahen lustig aus. Man sah sie stellenweise nur, wenn sie die Augen oder den Mund offneten, so schwarz vor Staub war ihre Haut und ihre Kleidung.

Das einzig blöde Gefühl war, dass man oben alles, aber auch wirklich alles abgeben musste, und neu eingekleidet wurde.

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Es is wie wenne in Keller gehst.

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Fischheld, viele waren schon unter Tage zu Besuch....z.B. von Höhlen....gearbeitet hat aber von den Usern hier keiner dort...!

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Kommentar von fischheld111
11.09.2016, 11:28

Ich brauche ja auch nur das Gefühl, wenn man unter Tage ist (z.B Besichtigung;...). Ich brauche nicht das Gefühl für Arbeit unter Tage!

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Kommentar von wiki01
11.09.2016, 11:39

gearbeitet hat aber von den Usern hier keiner dort...!

Und woher weißt du das?

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