Hallo, kann mir bitte jemand bei der Erstellung einer Hypothese helfen?

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1 Antwort


Hi,

Mir scheint dir ist dein eigenes Thema und dein Forschungsdesign nicht wirklich klar. Mach dich erst mal mit dem Stand der Forschung vertraut, dann fällt dir auch die Formulierung einer Fragestellung leichter.


Wenn du Experteninterviews durchführst, arbeitest du offensichtlich qualitativ. Die qualitative Sozialforschung bedarf aber keiner vorgefassten Hypothesen. Grund: Das oberste Prinzip der qualitativen Sozialforschung ist die Offenheit. Eine Vorformulierung von Hypothesen steht aber im Gegensatz zur Ergebnisoffenheit. Vielmehr stehen Hypothesen bei der qualitativen Sozialforschung am Ende des Forschungsprozesses. Sie werden auf Basis deiner Forschungsergebnisse formuliert. Die Hypothesen können daher (müssen aber nicht) dein Ausblick am Ende der Arbeit sein.

Nicht verzichten kannst du auf eine Fragestellung. Diese ermöglicht dir übrigens ergebnisoffen zu forschen, was du laut Frage ja tun willst.

Eine Fragestellung ist für wissenschaftliche Arbeiten konstitutiv. Von der Fragestellung hängt die ganze Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit ab. Sie ist gewisser maßen die Achse einer wissenschaftlichen Arbeit, sie trägt alles und um sie dreht sich alles“ (Schlichte 1998: 37).

PS: Solltest du dein gesamtes Forschungsdesign überdenken, dann sieh dir bitte noch mal an, wie man Hypothesen formuliert. Aus einem Thema, welches dem Leser noch nicht einmal ermöglicht Variablen abzuleiten, lassen sich keine Hypothesen (Konditionalsätze: Wenn-dann oder Je-desto Aussagen) ableiten.

Viel Erfolg!

Susan


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Kommentar von Plotz
01.07.2016, 10:50

"Forschungsdesign" ist ein Begriff, der wissenschaftliche Arbeit in die Nähe der Party- und iPhonekultur rückt und zur Klientel passt, die schneller sprechen als sie denken kann. Tendenz ist, dass Leute auch zunehmend schneller schreiben, als sie denken können. Ein Akademiker wird diese Feststellung richtig interpretieren.

Ein Startup zur "Hypothesenbildung" wäre in der Lage, aus Luft Geld zu machen.

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Kommentar von AlexinBerlin
01.07.2016, 20:00

Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Fast jede Literatur spricht von "Hypothesenbildung- und Prüfung". Ich nahm an, dass es "Pflicht" sei. Das es auch anders gehen kann, wie du es auch beschreibst, habe ich mittlerweile auch verstanden. 

Die Arbeit selbst soll sehr theorielastig sein. Die Expertenbefragung (Qualitative Sozialforschung) ist nur ein kleiner Zusatz. Eine repräsentative Befragung (Vorbereitung, Durchführung, Auswertung) ist in meinem vorgegebenem Zeitraum schwer bis gar nicht zu schaffen. 

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