Hallo, ich wurde an 3 Tagen 3 mal beim Schwarzfahren erwischt. Darf ich dafür eine Strafe von 1500 Euro bekommen?

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5 Antworten

Man muss klar trennen zwischen Zivilrecht und Strafrecht!

Wenn du ohne gültigen Fahrschein in die Bahn einsteigst, dann schließst du - so die Auffassung der Rechtsprechung - durch dein Verhalten, also konkludent, einen Beförderungsvertrag mit der Verkehrsgesellschaft - und zwar zum erhöhten Entgelt in Höhe von 60 Euro.

Die 60 Euro sind also keine "Strafe", sondern nur das Entgelt, das du für die Fahrt mit der Bahn zahlen musst - auch wenn dieses erhöhte Beförderungsentgelt natürlich auch einen gewissen Sanktionscharakter trägt.

Die Zahlung der 180 Euro für die drei Schwarzfahrten ist also nur die Begleichung deiner zivilrechtlichen Schuld gegenüber dem Verkehrsbetrieb. Sie hat aber nichts mit dem Strafrecht zu tun.

Jetzt zum Strafrecht. Wenn du schwarz fährst, hast du nicht nur Ärger mit den Verkehrsbetrieben, die dann eben das erhöhte Beförderungsentgelt verlangen können. Du hast dich durch die Schwarzfahrt auch nach § 265a StGB strafbar gemacht.

Wer "nur" einmal schwarz fährt, hat sich zwar auch schon strafbar gemacht. Dennoch passiert hier in strafrechtlicher Hinsicht meistens noch nichts. Denn nach § 265a in Verbindung mit § 248a StGB wird die Straftat normalerweise nur auf Antrag verfolgt. Diesen Strafantrag stellen Verkehrsbetriebe meistens erst bei wiederholtem Schwarzfahren, so wie bei dir.

Was du da bekommen hast, ist wahrscheinlich ein Strafbefehl. Diesen kann die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht beantragen, wenn ein Fall ziemlich klar ist und deshalb auf eine Gerichtsverhandlung verzichtet werden kann. Du hast die Möglichkeit, gegen diesen Strafbefehl Einspruch einzulegen.

Es ist ziemlich klar, dass du die dir vorgeworfenen Staftaten begangen hast. Da kommst du also nicht raus. Der einzige Grund, warum du Einspruch einlegen könntest, wäre der folgende: Die Staatsanwaltschaft hat dein tägliches Einkommen anscheinend mit 50 Euro veranschlagt - du verdienst laut Staatsanwaltschaft also ca. 1500 Euro netto im Monat. Stimmt das oder ist dein Einkommen sogar höher, solltest du nichts tun und die Strafe zahlen. Ist dein Einkommen dagegen geringer, lohnt sich ein Einspruch. Denn die Geldstrafe (§ 40 StGB) orientiert sich an dem Nettoeinkommen, das man pro Tag zur Verfügung hat.

Übrigens: Dass du kein Geld zur Verfügung hattest, als du die Taten begangen hast, ändert nichts daran, dass du dich strafbar gemacht hast.

Solltest du erwägen, gegen den Strafbefehl Einspruch einzulegen, ist es ratsam, einen Anwalt zur Hilfe zu nehmen. Ob sich das lohnt (auch was die Kosten angeht), kann ich natürlich nicht beantworten.

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Dreimal am Tag schwarzgefahren und erwischt, ist schon mehr als dämlich. Wenn Du gleich 180 Euro erhöhtes Beförderungsentgelt gezahlt hast, kann es Dir ja gar nicht so schlcht gehen, feine Monatskarte ist entschieden billiger. Ich denke, da ist ein Bußgeld als Aufshlag hinzugekommen.

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Hallo.

Das kommt darauf an. Kommt darauf an wie alt, ob schon vorher und vom Gericht das Schreiben oder Staatsanwalt. 
Du wirst das wohl bezahlen müssen, oder du riskierst hier in der Gegend 1 Jahr Mitfahrverbot. 
Ich würde mit deinen Eltern reden. Siehe mal § 265. a StGB.

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Wenn Du kein Geld hast, kannst Du eben nicti mit der Bahn fahren. Entweder Du gehst zu Fuß oder fährst mit dem Rad oder Du kannst Dir das Geld leihen.

Warum solltest Du Narrenfreiheit haben, nur weil Du arbeitslos bist?

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Selbstverständlich ist das erlaubt! Wer eine Straftat begeht, wird dafür bestraft. So einfach ist das!

WARUM sollte das nicht erlaubt sein, Straftäter zu bestrafen?

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 265a Erschleichen von Leistungen

(1) Wer die Leistung eines Automaten oder eines öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsnetzes, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu einer Veranstaltung oder einer Einrichtung in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Schwarzfahren ist eine STRAFTAT!

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