Hallo, ich würde gerne wissen, was die Amerikanische Revolution mit der Französischen zu tun hat?

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5 Antworten

Die Amerikanische Revolution war ein Unabhängigkeitskampf amerikanischer Kolonien gegen das Mutterland, das Königreich Großbritannien, und führte im Unabhängigkeitskrieg 1775 – 1783 zu der Loslösung. Der Revolutionscharakter war in den USA also ziemlich begrenzt.

Die Französische Revolution (1789 – 1799) war eine großangelegte politische und gesellschaftliche Umwälzung in einer absolutistischen Monarchie und einem stark von einer Ständegesellschaft mit Privilegien geprägten Gesellschaftssystem.

Bei den Beziehungen zwischen den Revolutionen können Einflüsse der Amerikanischen Revolution auf die Französische Revolution und Gemeinsamkeiten untersucht werden. Daneben hat es auch wichtige Unterschiede gegeben.

Einflüsse

  • Anstieg der Schulden Frankreichs, ein wichtiger Faktor für den Ausbruch der Französischen Revolution 1789: Durch französische Unterstützung der 13 nordamerikanischen Kolonien im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775 – 1783) gegen Großbritannien (Frankreich hatte am 06.02.1778 einen Freundschafts- und Handelsvertrag sowie ein Defensivbündnis mit den USA abgeschossen, die Unterstützung hat zum Sieg der Amerikaner erheblich beigetragen) enstandene hohe Kriegskosten haben die Staatsschulden Frankreichs stark erhöht und die Probleme mit einem drohenden Staatsbankrott und die Frage der Steuern waren einen wesentliche Ursache der Französischen Revolution.
  • Erfahrungen von Franzosen mit den Vorgängen in Amerika und Beeinflussung durch dort vertretene Gedanken: Viele Soldaten waren von den Erfahrungen und den Gedanken beeindruckt. Marie-Joseph Motier, Marquis de La Fayette (Lafayette), eine wichtige Person in der Französischen Revolution, fuhr als Freiwilliger nach Amerika und kämpfte dort.
  • Bestärkung und Ermutigung durch praktische Umsetzung von politischen Gedanken der Aufklärung: In Amerika wurden Menschenrechtserklärungen und Verfassungen beschlossen und politisch verwirklicht. Dies konnte gleichartige Bestrebungen von Franzosen bestärken.
  • Kontakte und Freundschaften zwischen Personen der Amerikanischen Revolution und der Französischen Revolution: Zwischen Amerikanern und Franzosen entstanden enge und rege persönliche Kontakte und Freundschaften. Thomas Jefferson hegte Sympathien für die Revolutionäre und unterstützte sie im Rahmen seiner diplomatischen Stellung (1785 – 1789 Botschafter der USA in Frankreich). Er beteiligte sich an der Erörterung und Ausarbeitung eines Entwurfs zur Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, den Lafayette der Nationalversammlung vorlegte. Thomas Paine, ein nach Nordamerika ausgewanderter Brite und bedeutender Intelektueller, hat sich für die Unabhängigkeit mit Veröffentlichungen eingesetzt, wurde 1792 in Frankreich Abgeordneter der Nationalversammlung, war von Dezember 1793 – November 1794 inhaftiert. In den Revolutionskriegen blieben die USA neutral.


Gemeinsamkeiten

  • Gedankengut der Aufklärung als eine der prägenden Wurzeln
  • Widerstand gegen einen König (Georg III. König von Großbrtannein, Luwidg XVI. König von Frankreich)
  • Steuer- und Abgabenfragen und ein Mangel an politischer Mitbestimmung wichtige Ursachen und Auslöser
  • mehr Freiheit, Mitbestimmung und ein gerechteres Steuersystem als Ziele
  • Beschließen von Grundrechten/Menschen und Bürgerrechtserklärungen und von Verfassungen: In Amerika wurden Verfassungen und Menschenrechtserklärungen beschlossen. Besonders wichtig waren die „Virginia Declaration of Rights“ („Grundrechteerklärung von Virginia“) 1776, die „Declaration of Independence („Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika; offiziell: „The Unanimous Declaration of The Thirteen United States of America“) 1776 und die „Bill of Rights“ („Grundrechte“), die 1789 beschlossenen und 1791 in Kraft gesetzten ersten 10 Zusatzartikel zur Verfassung von 1787. In Frankreich gab es die „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ („Déclaration des Droits de l'Homme et du Citoyen“) 1789, die Verfassung von 1791, die Verfassung von 1793 und die Verfassung von 1795
  • Beschließen einer Verfassung durch eine gewählte verfassungsgebende Versammlung: In den USA wurde die Verfassung von 1787 von der Constitutional Convention beschlossen, in Frankreich die Verfassung von 1791 von der verfassungsgebenden Nationalversammlumg (Assemblée nationale constituante).
  • Volkssouveränität und Errichtung einer parlamentarischen Demokratie (in Frankreich zugleich zunächst – bis 1792 - eine konstitutionelle Monarchie, erst dann eine Republik)
  • in der Verfassung der USA von 1787 und der Verfassung Frankreichs von 1791 Gewaltenteilung mit den drei Gewalten gesetzgebende Gewalt (Legislative), vollziehende Gewalt (Exekutive) und rechtsprechende Gewalt (Judikative)
  • in der Verfassung der USA von 1787 und der Verfassung Frankreichs von 1791 Vetorecht des an der Spitze der Exekutive stehenden Staatsoberhauptes (USA: Präsident kann ein Veto gegen Gesetze einlegen, das vom Kongress Zweidrittelmehrheit überstimmt werden kann; Frankreich: König konnte gegen Gesetze ein suspensives Veto einlegen (seine Ablehnung schob die Wirksamkeit für eine gewisse Zeit auf, danach nicht mehr, wenn die Nationalversammlung mit Mehrheit wieder das Gesetz beschloss; wenn die gesetzgebende Versammlung in 2 aufeinanderfolgenden Legislaturperioden [jeweils 2 Jahre] das gleiche Gesetz in gleicher Fassung beschloss, war es angenommen und gültig)
  • in der Verfassung der USA von 1787 und der Verfassung Frankreichs von 1791 indirektes Wahlrecht: In den USA wählte das Volk nach der Verfassung von 1787 Wahlmänner, die den Präsidenten wählen, in Frankreich nach der Verfassung von 1791 Wahlmänner, die dann die Abgeordneten der Nationalversammlung wählen (eine Gemeinsamkeit in dieser Zeit ist auch das Zensuswahlrecht, ein vom Besitz/Vermögen/Einkommen abhängiges Wahlrecht; In Frankreich galtem als „Aktivbürger“ Männer über 25 Jahren, die eine bestimmte Mindestsumme an Steuern zahlten; in den USA gab es in der Anfangszeit auch ein Zensuswahlrecht für Männer, wobei dieses aber nicht in der Verfassung des Bundes verankert war, sondern von den einzelnen Bundesstaaten bestimmt).
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Nix. Die Frage lautet eher: was hatte die franz. Revolution mit der Amerikanischen zu tun. Die Unabhängigkeitskriege der Vereinigten Staaten fanden nämlich gut 15 Jahre (ungefähr) früher statt.

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Soweit ich weiß gar nichts, außer dass sich beide gegen die Herrscher (Monarchen) aufgelehnt haben. Jedoch war das bei den Amerikaner zusätzliche Steuern (zumindest, dies brachte das Fass zum überlaufen) und bei den Franzosen war es der Staatshaushalt, der von den über 90% der"normalen" Bevölkerung aufgebracht werden musste.

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Nichts - die war davor.

Aber umgekehrt eine ganze Menge.

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Kommentar von lola253
11.10.2016, 17:44

ich meinte eigentlich die Zusammenhänge, also auch umgekehrt... Nahm die französische Revolution die Amerikanische als "Vorlage".

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