Hallo, ich habe einen Bekannten der meiner Meinung nach ausgebeutet wird,. Wer ist hier der geeignetste Ansprechpartner?

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6 Antworten

Ich geh jetzt auch mal davon aus, dass es stimmt (ansonsten könnte ich mir die Antwort sparen).

Wenn Dein Freund fristgerecht kündigt, kann der Chef wollen was er will, dann ist die Kündigung wirksam. Man sollte bei solchen Arbeitgebern allerdings nachweisen können, dass er die Kündigung fristgerecht erhalten hat.

Entweder einen Zeugen mitnehmen wenn man die Kündigung abgibt, den Empfang der Kündigung auf einer Kopie bestätigen lassen oder die Kündigung durch einen Gerichtsvollzieher zustellen lassen.

Der Mindesturlaub von vier Wochen ist gesetzlich vorgeschrieben, den kann man auch arbeitsvertraglich nicht kürzen. Ebenso gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz bei Krankheit und Feiertagen, egal was im Arbeitsvertrag steht.

Wenn im Arbeitsvertrag nichts davon steht, dass X Überstunden im Gehalt inbegriffen sind, müssen diese bezahlt oder als Freizeitausgleich gegeben werden.

Das kann man alles gerichtlich einklagen.

Wenn Dein Freund eine Rechtsschutzversicherung hat oder Gewerkschaftsmitglied ist, macht das ein Rechtsanwalt. Man kann aber auch selbst mit allen Unterlagen/Beweisen zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts gehen. Bei der Klageformulierung wird geholfen und das ist kostenlos.

Wenn im Arbeitsvertrag nichts zu Ausschlussfristen steht (ein Tarifvertrag kommt hier ja bestimmt nicht zur Anwendung), kann Dein Freund seine Ansprüche rückwirkend drei Jahre geltend machen.

Vielen Dank für die Antwort!

Leider ist die Situation nicht erfunden bzw. mir wirklich so geschildert worden. Der Bekannte hat leider die Angewohnheit es allen Recht machen zu wollen und nicht die Standkraft solche Dinge durchzuziehen. Die Antworten hier waren aber sehr hilfreich.

Ich werde mich demnächst mit dem Bekannten mal zusammensetzen und mir seinen Arbeitsvertrag und seine Abrechnungen ansehen. 

Vielen Dank!

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@anonymus00

Danke fürs Sternchen.

Den ersten Satz habe ich geschrieben weil schon manchmal User für Bekannte/Freunde Fragen gestellt haben und sich später herausgestellt hat, dass einige Dinge anders als geschildert waren.

Es ist aber leider auch traurige Realität, dass sich immer noch einige Arbeitgeber nicht an geltendes Recht halten und ihre Mitarbeiter über den Tisch ziehen wollen.

Zum Glück lassen sich nicht alle Arbeitnehmer alles gefallen und wehren sich.

Falls Du später noch Fragen hast, melde Dich einfach noch mal. Vielleicht kann man helfen. Alles Gute für Dich und Deinen Bekannten.

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Ist es ein 400 Euro Job? In dem Bereich werden oftmals Krankheitstage und Urlaubstage nicht vergütet.

Und so ein Quatsch, der Chef nimmt seine Kündigung nicht an. Vielleicht weiß dein Kollege einfach nicht wie man richtig kündigt? Vernünftiges Schriftstück, Kündigungsfrist einhalten und das war's dann. Adieu Chef!

Was steht denn in seinem Arbeitsvertrag? Allein das mit der Kündigung klingt wie ein kleines Märchen. Einfach fristgerecht schriftlich kündigen und das war es. Der Chef hat da gar nichts zu melden.

Vielen Dank für die Antwort. Das habe ich ihm auch gesagt, aber er kommt aus einem Kulturkreis in dem Dankbarkeit hoch geschätzt wird und darauf bezieht sich der Chef aufgrund der dort beklommenen Ausbildung. Leider hat mein Bekannter nicht verstanden, dass man nicht immer für alles dankbar sein sollte.

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Ist er noch in Ausbildung, dann zur Ausbildungsberatung der prüfenden Kammer. Wenn er ein Arbeitsverhältnis hat, soll er sich mal mit dem Zoll in Verbindung setzen.

Arbeitnehmervertretung oder Gewerkschaft. Erst mal fest stellen was stimmt. Lohnabrechnung? Notiert er sich immer seine Arbeitszeit und Orte?

An ein Arbeitsgericht es ist einge Jahrzehnte her, das es im Kankheitsfall kein Geld gab, ebenso für Urlaub.

Wenn der Chef ihn nicht gehen lässt, dann ist das wohl Sklaverei, hat dein Kollege eine Eisenkugel am Fuss?

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