Hallo, Ich habe eine Frage zur Besteuerung einer Abfindung im Jahr 2017. Welche legalen Möglichkeiten gäbe es bzgl. einer sanften Besteuerung dessen?

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4 Antworten

Abfindungen sind grundsätzlich außerordentliche Einkünfte und müssen wie das Gehalt als Ersatz voll versteuert werden.

Abfindungen werden zwar voll versteuert, aber begünstigt!

Eine Abfindung zählt als Erwerbseinkommen und wird versteuert; aber es gibt eine besondere Besteuerungsregelung, die begünstigende sogenannte "Fünftelregelung".

Das Finanzamt berechnet dabei, wie viel Steuern Du bei Berücksichtigung von einem Fünftel der Abfindung mehr an Steuern auf Dein Erwerbseinkommen zahlen musst als ohne Abfindung. Diese Differenz wird dann mit fünf multipliziert, was dann die Gesamtsteuer für die Abfindung ergibt.

Dadurch ergibt sich eine insgesamt niedrigere Steuerbelastung auf die Abfindung, als wenn für die Berechnung der Steuer die Abfindung insgesamt zum Erwerbseinkommen hinzu gezählt würde.

Im Internet gibt es Abfindungsrechner, mit denen Du die Steuer, die auf Deine Abfindung entfällt, erfahren kannst. Es kommt schließlich auch darauf an, wie viel Du überhaupt verdienst und in welcher Steuerklasse Du bist.

Im günstigsten Fall erhältst Du den größten Teil der Steuern auf die Abfindung oder alles über die Einkommensteuererklärung wieder erstattet.

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Die Möglichkeit, durch geschickte Gestaltung die Steuerlast vor Auszahlung der Abfindung zu optimieren, wirst Du nach dem Gerichtsverfahren nicht mehr haben. Dein Arbeitgeber lässt bestimmt nicht mehr mit sich verhandeln.

Bei Auszahlung der Abfindung kann, wie Familiengerd schreibt, die Abfindung nach der Fünftelregelung ermäßigt versteuert werden. Ich vermute jedoch, das greift bei Dir nicht, weil Deine Abfindung dafür zu gering ist (kannst Du aber mit einem guten Abfindungsrechner kalkulieren).

Bleiben noch einige Möglichkeiten für die Steueroptimierung nach der Auszahlung. Schau am besten mal hier: http://www.abfindunginfo.de/abfindung-mit-ein-funftelregelung.html

In dem Video zum Abfindungsrechner gibt es schon ein paar Tipps.

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Danke Euch!!

1.) Die Fünftel-Regelung würde zwar von der Bedingung her greifen aber ich weiss nicht welche Angabe ich machen soll, es nimmt zudem an, dass die Abfindung auch in 2016 stattfindet!! Bei mir wäre es ja erst in 2017 und somit ein neues Steuerjahr! Auch die Frage der Eingabe nach dem Bruttoeinkommen ohne Abfindung? In 2016 wären es 48000, aber in 2017?? 2 Monatsgehälter, Jan und Feb, und dann? Nehme ich rein theoretisch das Durchschnittsbruttogehalt der letzten 12 Monate, welches auch die Arbeitsagentur nimmt und multipliziere es x 10 (für die restlichen Monate)?

2.) Jemand hatte geschrieben, dass mein AG nicht mehr mit sich verhandeln lässt!! Wieso das denn nicht?? Es heißt nicht umsonst Abfindungsverhandlung, denn die Höhe ist ja, neben der goldenen Regel "ein halbes bis ganzes Bruttogehalt pro Beschäftigungsjahr" , reine Verhandlungssache in Abhängigkeit für beide Seiten in Bezug auf das Prozessrisiko und der Chance es durch ein Urteil zu verlieren.

3.) Das Gericht hat mitgeteilt dass die Kündigung unwirksam war UND zum zweiten Punkt, Prüfung der Unwirksamkeit des Sachgrunds, der Sachgrund nicht gegeben ist. Eine unmittelbare Stellvertretung sieht das Gericht hier nicht, eine mittelbare Stellvertretung könnte womöglich gegeben sein, diese muss laut dem Gericht der AG zu 100% aber nachweisen.

4.) Der AG hat sich bis zum heutigen Tag auf die Klageerhebung sich schriftlich nicht geäußert. Zum Gütetermin kam das Angebot 2500€ und Beendigung zum Oktober. Dabei muss man wissen, dass mein befristeter Vertrag, Sachgrund: konkrete Mitarbeitervertretung, nur bis Dezember offiziell läuft. Nun kam das zweite Angebot über die eigentliche Vertragslaufzeit. Seit 2014 wurde ich durch angeblichen Sachgrund verlängert, angestellt seit 2012 befristet immer auf sechs Monate.

Für mich - als juristische Laien was das Arbeitsrecht angeht - ist das alles nur ein Zeichen dass der AG durch das zweites Angebot einsieht, dass auch der Sachgrund - durch mittelbare Vertretung - nicht belegbar ist, zumal man sich als AG schon längst hätte schriftlich dazu geäußert und auf meine Klage geantwortet. Das hat er bis heute nicht getan. Das würde man als AG nicht tun wenn man sich gute Chancen ausrechnet.

Thema: Anwalt

Seit zwei Monaten, selbst nach der Güteverhandlung, habe ich von meinem Anwalt nichts mehr gehört, eine aktive Mandantenbetreuung und einer adäquaten Rechtsberatung habe ich von ihm bis heute nicht erhalten. "Es heißt nur per Mail, müssen Sie entscheiden ob sie es annehmen wollen.. " Ich meine, dass hat nichts mit einer Mandantenbetreuung zutun!! Den Anwalt zu wechseln, geht durch die Rechtsschutzversicherung nicht. Wozu habe ich denn einen Anwalt, um mich rechtlich und strategisch in Bezug auf meinen Fall beraten zu lassen!!! Kein Anruf und keine aktive Email durch ihn! meine Anfragen für eine Beratung bleiben unbeantwortet.

Laut Gericht: Der erste Klagepunkt, Unwirksamkeit der Kündigung, ist unwirksam und auch der zweite Punkt, Prüfung des Sachgrunds und Wiedereinstellung mit Unbefristung, sieht anscheinend ganz gut aus. Wie gesagt, es geht wohl um die Frage der " möglichen mittelbaren Vertretung als Sachgrund" für den AG, als "Hintertür".

das zweite Angebot zeigt mir einfach, dass hier der AG auch in Zweifel kommt! Ich bin einfach nur der Meinung wenn der Sachgrund anscheinend auch unwirksam sein könnte, finde ich das Angebot einfach zu wenig, um sich wegen des Sachgrunds und der Unbefristung "rauszukaufen" - da ich gerne wieder eingestellt werden würde mit Unbefristung. Mein Anwalt meinte damals dass ich ein sehr gutes Pokerblatt habe und die Fakten für sich sprechen und er keinen Sachgrund als Mitarbeitervertretung sieht. Das war vor dem ersten Güteverhandlung, seit dem von ihm keine Rechtsberatung mehr erhalten.

Wie gesagt, ich hatte steuerlich paar Fragen und wie Ihr sehen könnt, bin ich juristisch auch irgendwie alleine.

Im März hat das Gericht einen weiteren Termin mit Vorladung angesetzt.

Deswegen finde ich schon, dass eine mögliche Abfindung verhandelbar ist und ich auch was zu sagen habe.

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Kommentar von Mojoi
13.11.2016, 12:11

Der Arbeitgeber wird deine Abfindung bereits nach der Fünftelungsregelung besteuern.

Bei der Steuerermittlung gilt das Zuflussprinzip. Rückwirkende Gehälter bekommst du vermutlich dieses Jahr ausgezahlt, gehören also auch in die 2016er Erklärung.

Erhältst du die Abfindung erst in 2017, gehört sie auch erst in die 2017er Erklärung. Aber auch da unterliegt sie der Fünftelungsregelung.

Interessant wird es, falls du Lohnersatzleistungen in 2017 erhältst (z.B. Arbeitslosengeld). Die erhöhen nämlich deinen Steuersatz (Progression).

Interessant ist auch, wie das bisher vom Arbeitsamt gezahlt Geld betrachtet wird. Zahlt dein Arbeitgeber von deinem Nettogehalt die erhaltenen Gelder an das Arbeitsamt zurück, dann war das keine Lohnersatzleistung, sondern ein Darlehen.

Wobei ich das gar nicht so kenne, dass der Arbeitgeber die Leistungen des Arbeitsamtes zurückbezahlt. Bist du dir da sicher?

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Kommentar von Iwi79
13.11.2016, 13:39

Ja, das hat mir die Arbeitsagentur schon mitgeteilt und dies auch formal dem Arbeitgeber schriftlich zugeschickt. Hier findet dann eine Verrechnung statt und den monatlichen Differenzbetrag zu meinem normalen Nettogehalt wird vom AG mir überwiesen

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Kommentar von Iwi79
13.11.2016, 13:40

PS, danke Dir Deine Nachrichten.

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Kommentar von Iwi79
13.11.2016, 13:44

Ich weiss dass die mögliche Abfindung in welcher Höhe auch immer, dann in 2017 für die Steuererklärung gilt. Ich wusste nur nicht, wie ich rein formal, Stand heute, die restlichen Monate ab März für den Fünftel Rechner als Bruttobeträgen (damit meine ich Deinen Aspekt der Lohnersatzzahlungen, zb AG1) veranschlagen sollte.

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Kommentar von Iwi79
13.11.2016, 13:52

Ich müsste mich morgen mal beim Steuerberater beraten lassen, da mir in dem o.g Link in Bezug auf Steuern die folgende Methode sehr gefiel: "Finanzieller Unabhängigkeit dank Abfindung Die größte Steuerersparnis und mit etwas Cleverness zugleich den höchsten Gewinn bringt in der Regel dieser 3. Weg: die Umwandlung der Abfindung nach der Auszahlung in eine ertragreiche Sachwertanlage." Kredite habe ich keine, die Abfindung für Hobbys ausgeben habe ich keine Lust, daher dachte ich mir die mögliche Abfindung in ertragreiche Sachwerte umzuwandeln. Erstens will ich aber meinen Job wieder zurück und zweitens, wenn schon Abfindung, dann müsste da mehr rauszuholen sein, damit der AG dem Streitpunkt der Unwirksamkeit des Sachgrunds aus dem Weg zu gehen

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Bezüglich der Gehaltsnachzahlung:

Dir wird das  ausstehende Gehalt mehrerer Monate nicht als ein einziges Monatsgehalt versteuert, sondern so, als ob es regulär aufgeteilt auf die tatsächlichen Monate ausgezahlt würde. Also quasi eine Zwölftelregelung ;-)

Das nennt sich dann Rückrechnung. Das heißt, wenn er es ganz korrekt macht, kriegst du X Monatsabrechnungen mit dem Vermerk Korrektur.

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