Hallo, ich habe eine Frage. Ich habe eine Forderung von einem Inkassounternehmen bei der die ursprüngliche Hauptforderung bei 150 liegt?

8 Antworten

Sobald Du einen Ratenzahlungsvorschlag akzeptierst, oder selbst vorschlägst, oder auch nur eine Zahlung an das Inkassounternehmen leistest, erkennst Du die Gasamtforderung an, und hast dann keine Einspruchsmöglichkeit mehr.

Zuerst muss man mal prüfen, ob der Anspruch nicht verjährt ist.

Zuerst musst Du auf einer aufgeschlüsselten Forderungsaufstellung bestehen. Der Telefonanbieter darf nämlich außer der ursprünglichen rechnung und den Zinsen nur € 3,00 pro schriftlicher Mahnung verlangen, oft ist es aber mehr. Außerdem darf der keine Kontoführungsgebühren, keine Gebühren für Auskünfte usw. verlangen. Und weil Inkassounternehmen das natürlich auch wissen, fassen die die ursprüngliche Telefonrechnung, die Zinsen und all diese überhöhten Gebühren oft zu einer angeblichen Hauptforderung zusammen.

Es ist fraglich, ob ein Gläubiger dem Schuldner überhaupt die Dienste eines Inkassounternehmens berechnen darf. Aber wenn, dann MAXIMAL in Höhe von 1,5 Gebühr nach RVG (das muss in der Forderungsaufstellung angegeben sein). Einige Gerichte akzeptieren auch nur 0,65 Gebühr nach RVG. Auch ein Inkassounternehmen darf nicht noch zusätzlich irgendwelche anderen Gebühren verlangen.

In Anbetracht des krassen Mißverhältnisses von tatsächlicher Hauptforderung zu der Gesamtforderung, scheinen mir sehr viele unzulässige Gebühren enthalten zu sein. Wenn Du jetzt anfängst mit dem Inkassounternehmen über die Zulässigkeit aller möglicher Gebühren zu diskutiren, kommt da sowieso nichts bei raus. Da kann es dann besser sein, einfach abzuwarten. Irgendwann kommt ein Mahnbescheid. Oft ist dann (auf wundersame Weise) die Gesamtforderung geringer, als wenn Du jetzt an das Inkassounternehmen zahlen würdest, weil die genau wissen, das sie mit einigen Gebührenforderungen vor Gericht sowieso nicht durchkomnmen. Und ansonsten kannst Du ja Teilwiderspruch gegen den Mahnbescheid einlegen, und zwar gegen all die Gebühren die unzulässig sind.

Aber Du musst ja auch die ganzen Briefe des Inkassounternehmens (solange es keine Einschreiben waren) nicht erhalten haben. Da kann es kein Fehler sein, die tatsächliche Telefonrechnung schon mal direkt an das Telefonunternehmen zu zahlen. Denn diesen Betrag musst Du ja sowieso irgendwann bezahlen.



Also, danke mal im Vorhinein.

Ja wie gesagt, die Hauptforderung liegt bei 150€. Das war im Jahr 2014. Dadurch dass ich durch meine Selbständigkeit in massive Zahlungsschwierigkeiten gekommen bin hatte ich Anno 2014 um die 20.000€ Schulden bei 18 Gläubigern von denen ich 15000€ bis heute zurückgezahlt habe. Es sind noch 3 Gläubiger über, von denen ich 2 Gläubigern in monatlichen Raten zu je 200€ Geld zurückzahle aber bei diesem Inkassounternehmen weigere ich mich die angeforderten 952€ zu bezahlen bei einer Hauptforderung von 150€.

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@stefanichter

In der Frage hattest Du 2013 geschrieben, dann könnte es verjährt sein. Wenn es 2014 war, ist es noch nicht verjährt.

Deine persönlichen Umstände interessieren ein Inkassounternehmen leider überhaupt nicht. Aber auch als säumiger Schuldner ist man eben nicht völlig rechtlos. Solange keine genaue Forderungsaufstellung vorliegt, würde ich die ursprüngliche Rechnung an das Telefonunternehmen (nicht an das Inkassounternehmen) bezahlen, und sonst gar nichts machen. Spätestens im Mahnbescheid ist eine genaue Aufstellung Pflicht.

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PS: Ich habe weder einen Cent an das Inkassounternehmen bezahlt, noch habe ich irgendetwas unterschrieben

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PPS: Also es wäre auf keinen Fall verkehrt die 150€, also die Hauptforderung direkt an den Gläubiger zu bezahlen.

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@stefanichter

Solange kein Brief per Einschreiben gekommen ist, weisst Du ja offiziell von nichts. Daher würde ich die ursprüngliche Rechnung an das Telefonunternehmen bezahlen. Wenn Du an das Inkassounternehmen bezahlst, verrechnen die deine Zahlung zuerst mit ihren Gebühren, und nur wenn dann noch was über ist wird das auf die ursprüngliche Rechnung gebucht. Und die Inkassogebühren willst Du ja gerade nicht bezahlen.

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Sehr verwirrend!)
Du hast die angeschrieben und um eine Ratenzahlung gebeten. Somit hast du die Forderung akzeptiert, punkt! Ein E-Mail Verkehr ist auch ein Schriftverkehr. 

In der Aufstellung steht RV-Gebühr. Damit kannst du davon ausgehen, dass das Inkasso beim Amtsgericht war. Und das Teil tituliert ist.

Ich würde so vorgehen: schreib an das Inkasso, dass die Forderung verjährt ist, da sie aus 2013 ist. § 199 ff BGB. Dann antwortet dir das Inkasso, ob sie einen Titel haben oder nicht. Wenn sie einen Titel haben, musst du gucken von wann der ist. Denn die Zinsen verjähren trotzdem!

Was in der Aufstellung falsch ist, ist die Zinshöhe, diese darf nur 5% über Basiszins betragen. Heutzutage also max. 5,1%.

Außerdem kannst du um einen Vergleich bitten, dieser ist in der Regel zwischen 50-70% der Summe.

Ich rede hier mal von deutschem Recht. In Österreich/Schweiz könnte es anders aussehen(die Positionen sind etwas kurios). Vorab: Es ist immer eine gute Idee, die unstrittigen Teile (also die Hauptforderung) zweckgebunden zu überweisen. Zweckgebunden heißt, dass man im Verwendungszweck klar stellt, wofür das Geld ist, beispielsweise "Nur HF".

Ich würde dem Inkasso dann schreiben, dass man sich zwischenzeitlich informiert hat. Dass man sich gerne beim Aufsichtsgericht beschwert, wegen drastischem verstoß gegen das RVG und wegen offensichtlichen Zinswuchers.

Außerdem ergibt deine Aufstellung rechnerisch nur 410,28€ und keine 826,55€. Die versuchen dich also mal ganz kräftig zu verarschen.

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