Hallo. Ich bin letztens mit dem Fahrrad mit 1,8 Promille erwischt worden. Erfährt mein Arbeitgeber in irgendeiner Weise von dieser Straftat?

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3 Antworten

Hallo lamenga,

der Arbeitgeber wird weder darüber informiert, dass Du eine Straftat begangen hast, noch wenn Du wegen der Begehung der Straftat verurteilt wird.

Das was jetzt auf Dich zukommt ist aber klar oder?

Die Polizei leitet auf jeden Fall ein Strafverfahren nach folgender Rechtsgrundlage gegen Dich ein:


§ 316 StGB  - Trunkenheit im Verkehr

(1) Wer im Verkehr (§§ 315 bis 315d) ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 315a oder § 315c mit Strafe bedroht ist.

(2) Nach Absatz 1 wird auch bestraft, wer die Tat fahrlässig begeht.


Was viele nicht wissen, ist dass Dir bei diesen Promillewert neben der angeführten Geldstrafe oder Freiheitstrafe zwar nicht der Entzug der Fahrerlaubnis nach § 69 StGB und somit auch keine Sperre nach § 69a StGB droht, aber die Polizei bzw. das Gericht an die Fahrerlaubnisbehörde meldet, dass Zweifel an der charakterlichen Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen meldet.

Die Meldung hat für Dich zur Folge, dass die Fahrerlaubnisbehörde von Dir die MPU (auch umgangssprachlich Idiotentest genannt) innerhalb einer gewissen Frist fordert. Bestehst Du die MPU und legst fristgerecht das positive Ergebnis der Fahrerlaubnisbehörde vor, ist alles ok. Schaffst Du es aber nicht fristgerecht ein positives Ergebnis der MPU vorzulegen, wird Dir die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis entziehen und Du kannst erst nach dem Du die MPU bestanden hast eine neue Fahrerlaubnis beantragen.

Anders als bei dem Entzug der Fahrerlaubnis und der Sperre nach § 69 und § 69a StGB gibt es aber keine Frist in der Du keine neue Fahrerlaubnis erwerben darfst. 


Aber um zurück zu Deiner Frage zu kommen.

Egal welche Strafe Du für die Trunkenheit im Straßenverkehr gem.: § 316 StGB bekommen wirst, Dein Chef wird hierüber nicht informiert.

 Insofern wird die tat erst einmal beruflich keine Auswirkungen auf Dich haben.

Schöne Grüße
TheGrow 

So lange Du keinen Job hast, wo Du den FS brauchst und so lange der nicht eingezogen wurde.. nein.

Hallo,

warum denn, nur wenn dein Führerschein deswegen eingezogen wird, wird er davon erfahren !

Hast du denn einen Unfall verursacht ?

Emmy


lamenga 10.08.2015, 15:38

Naja weils ja eben eine Straftat ist... angenommen ich hätte jemand umgebracht, dann würde das mein AG wohl auch nicht mitbekommen? (mal abgesehen davon, dass ich dann wohl ne zeitlang in knast müsste)

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emily2001 10.08.2015, 15:39
@lamenga

Muß er nicht wissen !

Es sei denn du wirst zu sehr hohen Bußgeldtagessätze verurteilt !

Emmy

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TheGrow 10.08.2015, 18:54
@emily2001
Es sei denn du wirst zu sehr hohen Bußgeldtagessätze verurteilt !
  • Bußgelder werden nicht in Tagessätzen festgelegt, sondern in Euro
  • Geldstrafen werden in Tagessätzen festgelegt.

Im übrigen spielt die Höhe des Bußgeldes oder die Anzahl der Tagesätze keine Rolle ob der Arbeitgeber informiert oder nicht informiert wird.

Kurz und knapp: Weder das Gericht, noch die Polizei informieren den Arbeitgeber. Ausnahme, es ist für die Ermittlungen/das Gerichtsverfahren erforderlich, dass der Arbeitgeber vernommen wird.  

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