Hallo hätte eine Frage, Muss ich Spekulationssteuer bezahlen wenn meine Freundin Mietfrei bei mir wohnt?

7 Antworten

Lt. § 23 Abs. 1 Nr. 1 S. 3 EStG fallen selbstgenutzte Immobilien nicht unter die privaten Veräußerungsgeschäfte, wenn du in der Wohnung im Jahr der Veräußerung und den zwei Jahren davor gelebt hast. https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__23.html

Falls die Voraussetzung nicht erfüllt wäre, würde die Differenz zwischen Anschaffungskosten (inkl. aller Nebenkosten) und Verkaufserlös (abzgl. aller Kosten) der Einkommensteuer unterliegen. Wieviel Steuer dann anfällt, hängt von deinen persönlichen Einkunftsverhältnissen ab.

Im Zweifel solltest du dich vor dem Verkauf von einem Steuerberater beraten lassen.

Wenn Du die Wohnung in den Jahren 2016, 2017 und 2018 bewohnt hast, ist der Veräußerungsgewinn nicht zu versteuern:

§ 23 EStG - Einzelnorm (1) Nr 1

...Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden

Veräusserungsgewinne sind steuerpflichtig, wenn die Immobilie weniger als 10 Jahre gehalten wurde. 

Die Nutzung / Überlassung an die Freundin hat damit nichts zu tuen, nur wenn du vermietet hättest und AfA (Abschreibung) geltend gemacht hättest, dann würde der Kaufpreis für die Rechnung um diese Abschreibungen reduziert, d.h. der rechnerische Gewinn erhöht.

Wegen Mitwohnen/ Mietfrei habe ich noch nicht gehört, dass Finanzämter sich dafür interessieren, Sozialbehörden schon (Bedarfsgemeinschaft) .. Theoretisch könnte jemand auf die Idee kommen, dass die ersparte Miete ja einen Wert besitzt, und demnach eine Schenkung darstellt. Aber was als Vergleichsmiete angesetzt wird, und was als % Anteil, darüber könnte man dann streiten, und 20.000 Euro beträgt der Freibetrag für Schenkungen in 10 Jahren, also da muss man sich eher keine Gedanken machen.

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