Hallo alle, ich möchte wissen, wie folgt das verb aufhängen der Grammatikstruktur wo und wohin?

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2 Antworten

hängen (tr.) erfordert die Angabe eines Ziels (wohin?). Dort hängt danach der Gegenstand:

  • Ich hänge die Jacke in den Schrank/auf die Leine.

(Ich kenne nur eine Verwendung, bei der diese Zielangabe fehlen kann: Jemanden hängen.)

Natürlich kann man zusätzlich auch einen Ort (wo?) angeben:

  • Ich hänge das Bild im Schlafzimmer an die Wand.

aufhängen (tr.) erlaubt die Angabe eines Ortes (wo?) als:

  • Ziel der Handlung (eigentlich uninteressant)
  • bestimmte Stelle des Gegenstands (meist mit der Präposition "an")
  • Ort der Handlung.

Man kann sogar alle drei kombinieren:

  • Ich hänge die Jacke an ihrer Kapuze im Flur an der Garderobe auf.

Trotzdem: Wird das Ziel (Garderobe) explizit angegeben, dann eignet sich "hängen" besser. Sonst klingt es irgendwie doppelt gemoppelt.

Eine Richtung (wohin?) passt bei "aufhängen" aber ganz bestimmt nicht.


Lass Dich nur nicht dadurch verwirren, dass "hängen" oft mit "auf ..." als Richtungsangabe benutzt wird. Nach der Präposition "auf" kommt da noch etwas. Wird dagegen "aufhängen" getrennt, landet das "auf" am Satzende:

  • Ich hänge die Wäsche auf die Leine.
  • Ich hänge die Wäsche auf der Leine auf.
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Das Problem ist zunächst das Verb "hängen", das transitiv und intransitiv sein kann, dann natürlich mit verschiedenen Kasūs (Fällen) steht und obendrein noch verschieden konjugiert wird.

hängen (transitiv) bedeutet: es steht ein Akkusativobjekt dahinter:
er hängt die Wäsche an die Leine; Frage: wen oder was? die Wäsche.
Die Konjugation (Beugung) ist: hängen - hängte - gehängt.
Es kann ein Passiv gebildet werden: die Wäsche wird an die Leine gehängt.
Der zweite Satzteil ist die Adverbiale Bestimmung des Ortes.
Wohin? an die Leine (Akkusativ)

hängen (intransitiv) bedeutet: es steht kein Objekt dahinter; es wird die Tatsache beschrieben, dass etwas bereits hängt; davon wird  dann auch kein persönliches Passiv gebildet; die Konjugation ist stark:
hängen - hing - gehangen
Hier ist die Adv. Bestimmung mit der Frage "wo" verbunden.
An der Leine (Dativ)

Also Präsens: es kommt jemand und hängt etwas auf. Dann hängt es da.
Präteritum: es kam jemand und hängte etwas auf. Dann hing es da.
Perfekt: es ist jemand gekommen und hat etwas aufgehängt. Dann hat es da gehangen.

Das Verb aufhängen zählt zur ersten Gruppe. Man hängt es auf, hängte es auf, hat es aufgehängt. (Es gibt nichts mit gehangen bei diesem Verb, auch wenn man es fälschlicherweise oft hört!) Auch das Passiv ist: er ist aufgehängt worden. (Nix gehangen!!)

"Irgendwo abhängen" im Sinne von nichts tun gehört zur zweiten Gruppe.
Man hat irgendwo abgehangen.

Einen Mantel "von einem Haken" abhängen, das ist wiederum eine aktive Tätigkeit und zählt deshalb zur ersten Gruppe. Auch "abhängen" im Sinn von darauf ankommen: es hing davon ab.

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Kommentar von Volens
28.12.2015, 23:04

Der letzte Satz ganz und gar richtig:
Aber "abhängen" im Sinn von darauf ankommen: es hing davon ab.
Also 2. Gruppe (es tut keiner etwas, kein eigentliches Aktiv).

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Hängen.

Sehr schweres Wort! So schwer, dass es selbst studierte Fernsehrichter und -staatsanwälte immer wieder falsch verwenden.

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