Hallo, mal eine Frage an die BWLer oder andere Profis. Geht um Thema Inflation und Geld drucken?

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6 Antworten

Nun, erst mal ist die Aussage nicht vollständig. Die Frage ist nämlich, mit welcher Währung die Japaner die Auslandsbeteiligungen bezahlen, nicht, was diese in Yen Wert sind. Japan als exportstarke Nation hat außer für den Inlandstausch jede Menge ausländische Währungen oder Forderungen in ausländischer Währung. Niemand in Deutschland kauft einen Toyota und zahlt mit Yen! Was hier passiert: Japanische Firmen legen ihr im Ausland verdientes Geld im Ausland an und bringen es nicht in Japan zur Wertsteigerung (auch Schuldentilgung) ein. Im Gegensatz zu den USA sind die Japaner extrem bei sich selbst verschuldet. Das ist eine Vermögensillusion, die in sich sehr schnell zusammenfallen kann und von der dann hauptsächlich der japanische Steuerzahler und Vermögenshalter in japanischen Forderungen betroffen ist. Die Großfirmen entziehen sich diesem Desaster schon jetzt, indem sie sich Vermögen im Ausland anlegen. Das nennt man eine langfristige Vermögensumverteilung. Das Vermögen der einen (Inländer) steht auf immer wackeligeren Beinen, das der anderen im Ausland!

Einen ähnlichen Vorgang kann man in den USA feststellen. In EUROland gibt es die Sonderheit, dass mit der Geldexplosion vor allem Vermögen aus Deutschland abgezogen wird, um die Schuldenlöscher in den Schuldenstaaten zu stopfen. Darauf habe ich hier seit Jahren hingewiesen, vor allem, was den Verfall der Rentenansprüche und Sicherheitsrücklagen für die Jugend angeht, erhalte aber heftig Widerspruch von gerade denen, die sich einreden lassen, dass sie den EURO retten müssen und das ja alles nur Garantien seien, die irgendwann in Form von Renten an sie zurückfließen. Gegen diese selbstverordnete Unmündigkeit kommt man nicht an, schon gar nicht, wenn ausgerechnet die Profiteure dieses Spiels als Experten ausgegeben werden und versichern: Alles wird gut! Wir schaffen das! Das Kartenhaus wird immer wackeliger und ich hoffe, die weltweite Illusion der Draufzahler hält lange genug, bis ich unter der Erde den Knall nur noch als dumpfe Erschütterung der Graswurzeln wahrnehme.

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Kommentar von wfwbinder
17.11.2015, 10:39

Topantwort

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Kleine Anregung zum Nachdenken: Japanische Unternehmen haben üblicherweise keine Lizenz zum Gelddrucken. Ergo können sie auch nicht mit frisch gedrucktem Geld auf Shopping-Tour gehen.

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Der Antwort von Berkersheim ist vollständig richtig. Ich möchte da nur noch hinzufügen: Das ohne Kreditwachstum auch keine Inflation anziehen wird. Aber als "Paraguayer" kann ich dir sagen, das der Euro gegenüber unserer währung hier ca. 30% an Wert in den letzten 7 Jahren verloren hat. In nicht allzu ferner Zukunft wird sich das auch in deinem Geldbeutel bemerkbar machen.

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Je mehr Geld sie drucken, um so weniger wird es wert. Der relative Gesamtwert der Geldes ändert sich nicht.

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Diese alte Geschichten (Theorie) mit Geld drucken und automatisch Inflation ist auch für den letzten VWL Schnarcher überholt. Seit dem EUR wird teilweise das 10 -100 fache in EUROPA gegenüber der guten alten DM gedruckt.

Grundsätzlich sinkt jedoch die Währung im Aussenhandel bei zusätzlich gedruckten Geld, da die Gegenwerte nicht mit wachsen.

Vereindacht, würde man die Geldmenge in einer Nacht verdoppeln, dann wäre sie sofort nur noch die Hälfte wert. Somit könnte man im Ausland auch keine Sachwerte zusammen kaufen. Soweit die Theorie.

Jedoch ist schon richtig, dass entgegen der Meinung Neoliberaler derzeit durch den Geldmengenwachstum "die Reichen und Schönen" sich die Welt zusammenkaufen und daher auch das Volksvermögen auf wenige übertragen wird.

Griechenland ist da ein schönes Muster. Das Volksvermögen wie Flughäfen wurden durch Steuermittel, also durch den Bürger geschaffen. Jetzt wird es aus griechischen Staatsvermögen in dt. Staatsvermögen verramscht und nur die Pleite-Flughäfen bleiben dem Volk. Das ist natürlich unabhängig davon zu sehen, dass der Staatzu viel Geld ausgegeben hat.

NAtürlich ist das alles sehr viel komplizierter. Denn auch Währungsreserven, Staatsintervention (wie China und Russland bspw. im großen Stil) sind auch relevant

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Kommentar von Tuehpi
17.11.2015, 09:52

Seit dem EUR wird teilweise das 10 -100 fache in EUROPA gegenüber der guten alten DM gedruckt.

Naja, ich möchte ja jetzt nicht als Verschwörungstheoretiker daherkommen, aber das KÖNNTE damit zu tun haben das nicht nur die "gute alte DM" durch den Euro ersetzt wurde, sondern auch noch 18 andere Währungen. Die auch entsprechend in EUR getauscht werden mussten. 

Diese alte Geschichten (Theorie) mit Geld drucken und automatisch Inflation ist auch für den letzten VWL Schnarcher überholt

Die Theorie des Monetarismus hat durchaus noch seine Daseinsberechtigung, auch für die die "letzten VWL Schnarcher".

Genau wie der Neukeynesianismus. 

Daher kombiniert die Europäische Zentralbank diese beiden Ansätze auch um Inflationssteuerung zu betreiben. 

Grundsätzlich sinkt jedoch die Währung im Aussenhandel bei zusätzlich gedruckten Geld, da die Gegenwerte nicht mit wachsen.

Und da widersprichst du dir auch schon selber. Zuerst den Monetarismus über den Jordan gehen lassen, und ihn dann wieder aus dem Schrank holen.  Was glaubst du denn was mit dem Wert der Währung im Inland in diesem Fall passiert? Die Importgüter werden doch dadurch wesentlich teurer. Auch für den Verbraucher. Ergo : Inflation. 

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Naja, ich möchte ja jetzt nicht als Verschwörungstheoretiker daherkommen, aber das KÖNNTE damit zu tun haben das nicht nur die "gute alte DM" durch den Euro ersetzt wurde, sondern auch noch 18 andere Währungen. Die auch entsprechend in EUR getauscht werden mussten. 

Geldmengenwachstum war gemeint, nicht die Verzigfachung der Währung

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Kommentar von Tuehpi
17.11.2015, 10:19

Selbst dann, wie kommst du auf deine unglaublich Präzise Angabe von "10-100 fache"?

Die Geldmenge M3 im Euroraum ist im Zeitraum von 1997 - 09.2015 um das 2,49 fache gewachsen. 

Geldmenge M2 um das 2,7 fache im selben Zeitraum

M1 um das 3,95 fache.

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