Halbgeteerte Straße und Feldweg = gleichberechtigt?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

§ 8 StVO Vorfahrt

(1) An Kreuzungen und Einmündungen hat die Vorfahrt, wer von rechts kommt. Das gilt nicht,

  1. wenn die Vorfahrt durch Verkehrszeichen besonders geregelt ist (Zeichen 205, 206, 301, 306) oder

  2. für Fahrzeuge, die aus einem Feld- oder Waldweg auf eine andere Straße kommen.


Die Frage ist jetzt nur ob die Straße aus der der Radfahrer kam als Feldweg einzustufen ist. Vielleicht müssen auch beide Straßen, also auch Deine, als Feldweg eingestuft werden. Denn:

Als Wirtschaftswege werden in Deutschland Feld-, Wald- oder Wasserwirtschaftswege bezeichnet. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes vom 18. November 1975[1] spricht man von Feld-, Wald-, Wiesen-, Weinbergs- und sonstigen Wirtschaftswegen unabhängig von der Wegbefestigung, wenn sie überwiegend land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken dienen oder keine überörtliche Bedeutung haben.

Das kann auch auf Deinen Weg zutreffen, die Asphaltierung hat hiermit also nichts zu tun.

Ich würde hier eher dazu neigen das es sich um eine gleichberechtigte Kreuzung handelt, es gilt also Rechts vor Links.

Danke für die schnelle und ausführliche Antwort, Crack.

Genau das dürfte das Kernproblem des Sachverhalts sein, da hast Du recht.

Es sind keine typischen außerörtlichen sich kreuzenden Wege innerhalb von Feldern und Wald, sondern es sind städtisch angrenzende Schrebergärten und eher Ortsrand.

Der Punkt ist nur, dass der Weg, von dem aus der Radfahrer kam, vom Gebiet der Schrebergärten kam und derjenige Weg, von welchem aus ich angefahren kam, vom noch bebauten Ortsrand kam (er war aber eben nicht geteert bis auf die Unfall-Kreuzung, noch war es eine Vorfahrtsstraße).

Fraglich ist also, ob es dann, wenn beides Feldwege sind, es nicht dennoch noch eine Über- und Unterordnung in Einzelfällen wie diesen geben muss. Zumal sich doch aus dem Befestigtsein der eigenen Straße der Eindruck einer übergeordneten Straße ergibt und ein besonnener Dritter in meiner Situation wohl ebenso bei Beachtung aller Sorgfalt den Gedanken hat "Ich komme aus einer geteerten Straße aus dem Ortsrand und brauche bei einem (noch dazu nicht so breitem) von rechts kommenden Feldweg (von Schrebergärten aus) nicht damit rechnen, dass Fahrradfahrer beim Sichten der Teerstraße einfach über diese "brausen".

Es war also nahezu unvermeidbar, den Eindruck zu gewinnen, man hätte Vorfahrt.

0
@Felstriker

Wenn dem so ist dann wirst Du es wahrscheinlich nicht über die StVO klären können sondern nur anhand von Urteilen die ähnliche Fälle behandelt haben.

Wenn ich eins finde werde ich es verlinken...

0
@Crack

Nur vom Eindruck oder dem Anschein nach kann man nicht darauf vertrauen das man sich auf einer vorfahrtberechtigten Straße befindet. Selbst wenn es so ist muss man in dem Fall wo für Andere nicht klar erkennbar ist das sie hier Vorfahrt gewähren müssen unter größter Vorsicht in die Kreuzung einfahren und notfalls auf sein Vorfahrtrecht verzichten.

http://www.landesrecht-mv.de/jportal/portal/page/bsmvprod.psml?showdoccase=1&doc.id=KORE225212007&st=ent

Das hilft aber nicht wirklich weiter da es keine Klarheit für Deinen Fall bringt.

Du solltest Dich bei der zuständigen Gemeinde erkundigen wie der Status der Wege ist. Diese haben eine Widmung und daraus sollte klar werden ob ein Weg dem Anderen gegenüber höherwertiger eingestuft ist. Daraus würde sich dann auch die Vorfahrtregelung ergeben. Vielleicht hilft Dir auch Deine Versicherung dabei, denn die müsste ja unberechtigte Forderungen des Radfahrers begleichen...

0
@Crack

Vielen Dank erstmal :). Ich habe mich hier komplett neu angemeldet und es überrascht und freut mich zugleich, mit wieviel Elan jemand antworten kann, obgleich er bis auf das gute Gefühl hinterher, nichts davon hat. (Unentgeltlichkeit). Das spornt mich jetzt gerade dazu an, hier auch was Hilfe angeht, aktiv zu werden.

Ich muss dann wohl noch klären, in welchen Zuständigkeitsbereich das Gebiet der sich kreuzenden Wege fällt und werde dann mal direkt im Rathaus der jeweiligen Stadt/Gemeinde anrufen, um mich über den Widmungsstatus der Straßen bzw. Wege (wie auch immer) zu erkundigen. Bei Neuigkeiten poste ich dann gleich hier, sodass auch Du "schlauer" wirst.

Einen schönen Start ins Wochenende ab morgen wünsche ich Dir.

Alex

0
@Crack

Sooo...

eine E-Mail an die zuständige Stelle der Stadt Augsburg ist bereits raus und in diesem Zuge habe ich auch via Google-Maps herausgefunden, dass die Straße, aus der ich kam, benannt ist nach"Gablinger Weg", der Feldweg hingegen keine Benennung aufweist.

Das könnte schon der erste Hinweis darauf sein, dass "mein" Weg von übergeordneter Natur ist.

Hier ein Bild der Kreuzung zur Verdeutlichung der Sachlage:

https://plus.google.com/photos/101894559433495885362/albums/5748695440188341217#photos/101894559433495885362/albums/5748695440188341217/5748695459445992642

0
@Felstriker

Die Stadt ignoriert meine E-Mail anscheinend....habe bereits 3x abgeschickt, ohne irgendeine Antwort zu erhalten. Toll, Stadt Augsburg. Vielleicht sollte ich mich doch mal dazu aufraffen, dort anzurufen, auch wenn die Gegenpartei die Sache gerade doch ruhen lässt. Sicherheit wäre schön...

0

Es gilt rechts vor links. Das ist vollkommen egal, ob die Straße oder der Weg geteert sind.

Naja, auf einer Landstrasse fahrend, muss man aber nicht bei jedem Feldweg der von rechts kommt anhalten und so stellte sich die Situation für mich ja dar.

0

Fahrradweg kreuzt Strasse.. darf der Fahrradfahrer fahren ohne zu schauen?

Meine Frage ist folgende :

Ich wollte rechts abbiegen auf eine normale Strasse .schaute nach rechts ,( da in der Strasse Autos parken ist die Fahrbahn verengt .. ) da kam nix.... schaute vorsichtshalber auch nach links, obwohl ich Vorfahrt hätte .. denn die nehmen da mit der Vorfahrt nicht so genau.... so noch ein Blick und los... da kommt mit einem Affenzahn ein Fahrradfahrer auf seinem Rennrad und fährt mir fast ins Auto....

Ok.. der kam auf dem Radweg von rechts... ich muss warten.. alles klar,.... aber hier meine Frage: DÜRFEN RADFAHRER OHNE ZU GUCKEN, AUF DEM RADWEG FAHREN WIE DIE GESENKTEN ... ??? Die Seitenstrasse wAR GUT einsehbar... er hätte mich von weitem sehen müssen, sich wohl gedacht, DIE MUSS WARTEN JETZT KOMM ICH .....

Wie ist die Rechtslage ???

...zur Frage

Schuldfrage Fahrradfahrer angefahren

Also Leute folgenes ist passiert. Letzten Donnerstag fuhr ich mit meinem PKW in Berlin-Rudow. Ich biegte aus einer Seitenstraße auf die 3 Spurige Hauptstraße Neuköllner Straße rechts ein und wollte eine große Kreuzung passieren. Ich fuhr auf die Mittelspur, da links und rechts ein Doppelstockbus stand. Zu bemerken ist das ich Grün hatte und fuhr natürlich weiter bzw war noch beim anfahren. Als ich nun die Kreuzung erreichte schoß auf einmal von links (vom Gehweg, davor stand ja links der Bus, linke Fahrsspur) ein Radfahrer und ich erwischte ihn mit knapp 40 Km/h und kam ungefähr auf die halbe Kreuzung zum stehen. Nun ist meine Frage wer ist schuld bzw bekomm ich eine Mitschuld ? Ich merke an, ich hatte gar keine möglichkeit den Fahrradfahrer zu sehen wegen dem Bus, desweiteren hatte er das Rotlichtsignal ignoriert und ist nicht auf den vorgesehenen Radweg (der ungefähr 7m hinter dem Gehweg auf der Kreuzung ist) benutzt. Als ich ihn sah war er wenn überhaupt noch einen Meter von meinem ungefähr 40 km/h schnellen PKW entfernt. Ich hatte keine möglichkeit aufgrund der Busse und dem Abstand zu ihm als ich ihn bemerkte, ihm auszuweichen. Ich Habe Sommerreifen drauf, ich war weder Alkoholisiert noch hatte ich Drogen im Blut ich hatte alles vorschriftmäßig eingehalten auch die Geschwindigkeit bla bla . Nur die Frage is bekomm ich trz eine Schuld weil es ein Fahrradfahrer is

...zur Frage

30er-Zone, entgegenkommender Radfahrer in Einbahnstraße - Rechts-vor-Links-Regelung?

In vielen Fällen ist ja mittlerweile das Radfahren auf Einbahnstraßen auch entgegen der Fahrtrichtung beschildert und erlaubt. In einer 30er Zone ist als Vorfahrt-Regelung die "Rechts-vor-Links-Regelung" ja üblich, sofern nichts anderes beschildert ist.

Folgende Situation: Ein Autofahrer nähert sich in einer 30er-Zone einer Einmündung. Diese einmündende Straße ist als abgehende, rechtsweisende Einbahnstraße mit Zeichen 220 StVO beschildert. Kommt nun ein Radfahrer aus dieser Einbahnstraße (entgegen ihrer beschilderten Richtung) gilt dann plötzlich die Regelung "Rechts-vor-Links"?

Wie ist hier die Rechtslage?

...zur Frage

Geschwindigkeitsmessung durch "Blitzer" gibt gemäß Aufdruck auf dem Beweisfoto 91 km/h an, obwohl nur 70 km/h gefahren wurden - Wie kann das sein?

Das ist keine rechtliche, sondern eine technische Frage:

Meine Frau und ich (ich am Steuer) fuhren mit 2 Freunden (auf dem Rücksitz) in unserem Mercedes E-Klasse in Deutschland auf einer Bundesstraße. Ausgeschildert waren 70 km/h. Diese Straße führte hangaufwärts. Man konnte so weit sehen, dass man die Kuppe des Hangs von unten aus wahrnahm. Als wir fuhren, sahen wir es oben auf der Kuppe rot blitzen. Unwillkürlich schaute ich auf den Geschwindigkeitsmesser, ich fuhr tatsächlch ca. 70 km/h. Meiner Erinnerung nach fuhr der Vordermann mit immer gleichbleibendem Abstand vor uns, er muss also auch 70 km/h gefahren sein. Während ich für einen Bruchteil einer Sekunde auf den Geschwindigkeitsmesser schaue, sagt schon meine Frau: "Ah, da oben wird geblitzt." Die Insassen hinten sagen auch, dass sie den Bliz gesehen haben. Wir fuhren also weiter mit 70 km/h den Hang hinauf, der Vordermann im gleichen Abstand voraus. Einer der Insassen hinten sagte: "Schau, hier rechts steht der Blitzer". Es war ein mobiles Gerät auf einem Dreifuß, dahinter ein VW-Bus auf einem Feldweg. In dem Moment wurde der Vordermann geblitzt und gleich darauf auch wir. Wir lachten noch, als ich zu meiner Frau (die natürlich angeschnallt war), um sie zu foppen sagte: "Die machen keine Geschwindigkeitsmessungen, die blitzen die Insassen, ob sie angeschnallt sind, und du trägst ja wieder mal keinen Gurt."

Kurz und gut, es kam dann nach längerer Zeit zu uns nach Österreich eine Anhörung der deutschen Behröde mit einem Lichtbild, auf dem das Auto mit uns vier Insassen zu sehen war - oben war in weißer Schrift auf dem schwarzen Bildrand stand "91 km/h". Es wurde im Begleitschreben ein sog. "Toleranzabzug" vorgenommen und ein Verwarnungsgeld verhängt. Ich habe daraufhin unter Schilderung des o. g. Sachverhalts die Behörde angeschrieben und dargelegt, dass ich sicher 70 km/h gefahren bin und dass das alles nicht sein kann. Sie haben nun das Verfahren eingestellt, allerdings nur, wie es in dem Schreben hieß, aus "Opportunitätsgründen", wobei sie betonten, dass das Messgerät korrekt arbeite.

Kann mir jemand sagen, wie es möglich ist, dass solche technischen Ergebnisse herauskommen, die ja erkennbar falsch sind?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?