Haftung von Eltern bei Verkehrsunfällen mit Kleinkindern?

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4 Antworten

Wenn die Eltern die Aufsichtpflicht verletzt haben, dann kann man sie auch haftbar machen.

Wie alt sollen denn "sehr kleine Kinder" sein?

Ein 2jähriges auf der Straße muß sekündlich von den Eltern überwacht werden.

Ein 8jähriger darf auch schon alleine unterwegs sein, ohne dass die Eltern haftbar gemacht werden können.

Wenn ein 8jähriger einen Fahrradunfall verursacht, dann sind die Eltern nicht haftbar zu machen und der 8jährige auch nicht.

Da bleibt der Geschädigte dann auf seinem Schaden sitzen.

Der 2jährige muß im Straßenverkehr an die Hand genommen werden und darf noch keineswegs an der Straße alleine unterwegs sein.

Hier würden die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzen und wären haftbar zu machen.

Natürlich haften die Eltern bei einer Aufsichtspflichtverletzung auch im Straßenverkehr. 

"Ernsthafter wird jedoch der Einfluss auf die Haftung der Aufsichtspflichtigen nach § 832 I 1 BGB diskutiert. Aus der in § 828 II 1 BGB vermeintlich unwiderleglich vermuteten Überforderung von Kindern im Straßenverkehr resultiere konsequenterweise auch eine Verschärfung der Haftungsmaßstäbe: Gestatte der Aufsichtspflichtige einem unter § 828 II 1 BGB fallenden Kind die Verkehrsteilnahme, könne darin eine Pflichtverletzung liegen. Im Falle eines achtjährigen Kindes, das ohne Sichtkontakt im Verkehr Rad fuhr, hat ein Instanzgericht diese Möglichkeit bereits verneint. Ein mögliches Argument gegen eine Beeinflussung des § 832 I 1 BGB durch § 828 II 1 BGB lautet dabei, dass der Grund für die Besserstellung der Kinder im fehlenden Entwicklungszustand liege, an dem Erziehung und Aufsicht nichts ändern könnten. Schwerer dürfte die Überlegung wiegen, dass vor der Einführung des § 828 II 1 BGB die Möglichkeit erörtert worden war, das Haftungsprivileg für Kinder im Straßenverkehr durch eine Gefährdungshaftung für die Aufsichtspflichtigen zu ergänzen, diese Pläne jedoch keine parlamentarische Mehrheit fanden. Hinzu muss die wertsetzende Bedeutung des Art. 6 II GG bei der Auslegung des § 832 I 1 BGB treten: Danach erscheint die schrittweise Heranführung von Kindern an den Straßenverkehr als elterliche Erziehungsaufgabe, auch wenn mit ihr die in § 828 II 1 BGB vermuteten Risiken einhergehen. Lassen Eltern ein Kind der von § 828 II 1 BGB betroffenen Altersgruppe am Straßenverkehr teilnehmen, liegt deshalb allein darin noch keine Aufsichtspflichtverletzung."
(NJW 2009, 3185, beck-online)

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@schnuggi96

Lassen Eltern ein Kind der von § 828 II 1 BGB betroffenen Altersgruppe am Straßenverkehr teilnehmen, liegt deshalb allein darin noch keine Aufsichtspflichtverletzung."

Das hab ich nie bestritten. Meine Betonung lag nicht umsonst darauf, wenn tatsächlich eine Aufsichtspflichtverletzung vorliegt. Denn das ist natürlich immer noch möglich, nur muss dafür halt eine größere Pflichtverletzung vorliegen als "einfach mal nicht hingeschaut".


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@schnuggi96

Richtig. Bei einem 8jährigen ist es keine Aufsichtspflichtverletzung.

Hier ist überhaupt nicht klar, worauf Du hinauswillst.

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Wie definierst Du Kleinkind?
Was soll passiert sein?
Ruhender Verkehr oder direkt auf Straße oder doch Fußweg?

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