Haftung bei Hundebissen

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4 Antworten

§ 833 BGB

"Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde."

Das nennt man Gefährdungshaftung und tritt unabhängig davon ein, ob du Schuld hast oder nicht. Indem von dir geschilderten Beispiel ist auch nicht ersochtlich, dss der Hund deinem Beruf, deinem Erwerb oder deinem Unterhalt dient.

Du musst haften!

D.h. in Deutschland stehen einem Einbrecher nach einem Hundebiss Behandlungs- und Schmerzensgeld zu?

De facto wäre das unaufgeforderte Betreten meines Grundstückes ja rein rechtlich ein Einbruch oder?

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@PeVau

Tatsächlich...

Obwohl an der Gartenpforte ein Warnschild: "Warnung vor dem Hunde“ angebracht war, betrat eine Bekannte des Hauseigentümers ohne vorheriges Klingeln einfach das Grundstück. Noch bevor sie die Haustür erreicht hatte, schnappte der frei herumlaufende Mischling zu und biss die Besucherin in den Oberschenkel. Die Folge davon war eine tiefe Bisswunde und eine Schmerzensgeldklage gegen die Hauseigentümerin. Das Landgericht gab der Klage statt und sprach der Frau ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.500,-- DM zu. Nach Ansicht der Richter haftet der Hauseigentümer wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht. Wer auf seinem Grundstück einen bissigen Hund halte, müsse das Gelände für Besucher unzugänglich machen. Eine einfach zu öffnende Gartenpforte reiche hierfür nicht aus. Auch ein Warnschild genüge der Verkehrssicherungspflicht nicht, zumal derartige Schilder inzwischen auch vor so manchen Grundstücken aufgestellt sind, auf denen sich gar keine Hunde aufhalten. LG Memmingen 1 S 2081/93

Ich kann es nicht glauben!

Die deutsche Rechtsprechung ist ...

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In Deutschland haftet der Halter eines Hundes grundsätzlich verschuldensunabhängig für alle Schäden, die sein Hund verursacht (Gefährdungshaftung). Außer Sachschäden wie beschmutze Kleidung und durch entlaufene Hunde verursachte Verkehrsunfälle kommt insbesondere die Schadenersatzpflicht für Bissverletzungen in Betracht. Neben den Heilungskosten kann auch ein Schmerzensgeldanspruch entstehen. Die Beträge können leicht die finanzielle Leistungsfähigkeit eines Hundehalters übersteigen. Es gibt keine allgemeine, deutschlandweite Versicherungspflicht für Haftpflichtschäden für Hundehalter. In einzelnen Hundegesetzen sind Versicherungspflichten in unterschiedlichem Umfang für verschiedene Teilbereiche der Hundepopulation festgeschrieben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hundebiss

Also da dürfte ja nix groß passieren - es wurde darauf hingewiesen, ausserdem haben die Personen deinen Grund und Boden betreten und damit (wenn Sie denn ungeladen waren und niocht geklingelt haben etc) eigentlich Hausfriedensbruch begangen...!

Nein, wenn nachts ungebetene Leute in Deinen Garten eindringen und vom Hund gebissen werden, brauchst Du nicht zu haften. Wenn sie eine Umzäunung und ein Warnschild einfach ignorieren, handeln sie in eigener Verantwortung, für die Du nicht haften mußt.

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