Haftpflichtschaden Gutachten Ja oder Nein?

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9 Antworten

Ja, er darf direkt zu einem unabhängigen Sachverständigen seines Vertrauens gehen.

Nach einem unverschuldeten Unfall - einem Haftpflichtschaden - musst du als Geschädigte(r) deinen Schaden beziffern. Das geschieht durch ein Gutachten eines von dir beauftragten Kfz-Sachverständigen oder eine Schadenskalkulation, evtl. auch über einen Kostenvoranschlag.

- Liegt der Schaden nach deiner Vermutung über 715 €, dann liegt kein Bagatellschaden vor. Das gleiche gilt auch wenn du den Verdacht auf weitere verborgene Schäden hast. In diesem Fall darfst du direkt selber einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen mit der Erstattung eines Gutachten beauftragen. Die dafür anfallenden Kosten gehören zum Schaden und sind von der Verursacherin bzw. ihrer Versicherung zu tragen. 

Du hast als Geschädigter zunächst einmal das Recht selber zu bestimmen welcher Kfz-Sachverständige Deines Vertrauens das Fahrzeug besichtigt und das Gutachten erstellt. Die gegnerische Versicherung hat kein generelles Besichtigungsrecht.

- Hast du bei einem alten Auto bei einem Schaden unter 715 € den Verdacht auf einen wirtschaftlichen Totalschaden, dann benötigst du ebenfalls ein Gutachten zur Abrechnung.

Wenn bei dir ein Bagatellschaden (< 715 € von dir geschätzt) vorliegt, dann kann dir der von dir beauftragte Sachverständige auch (nur) ein Kurzgutachten bzw. Schadenskalkulation erstellen. Deren Kosten sind deutlich geringer als die eines Gutachtens aber auch inhaltlich deutlich geringer, auch die dafür anfallenden Kosten gehören zum Schaden und müssen dir erstattet werden. Hingegen werden die Kosten eines Kostenvoranschlags oft nicht gezahlt, da diese bei Beauftragung wieder gut geschrieben werden.

Die Daten des Verursachers legst du bei deinem Sachverständigen vor. Anhand des Kennzeichens des Verursachers kann dein Sachverständiger dann abfragen wo dieser versichert ist. Wenn du ihm eine Abtretung in Höhe des Gutachtenhonorrares unterschreibst, dann brauchst du auch nicht in Vorkasse zu treten.

Dann solltest du dir Gedanken machen, ob du die weitere Abwicklung mit der gegnerischen Versicherung selber vornehmen willst oder direkt einen guten Fachanwalt für Verkehrsrecht damit beauftragst.

Ein geschädigter hat ein grundsätzliches recht auf ein Gutachten eines unabhängigne, vereidigten Sachverständigen, die Kosten für das Gutachten fallen unter die Kosten die dem haftpflichtigen angelastet werden. Wenn der sein Haftpflichtrisiko an eine Versicherungsgesellschaft verkauft hat, wird die die Kosten des Gutachtens und alle weiteren Kosten die durch den Schaden entstanden sind und natürlich auch den Schaden selbst zum Zeitwert regulieren.

Im wiederspruch dazu hat aber sowohl der Geschädigte wie auch der Schädiger die Obliegenheit der Schadensminderungspflicht

Der Geschädigte kann fürs Erste einfach mal seinen Schaden beziffern. Wie oder durch wen er das macht ist ihm überlassen.

In der Regel wird die Haftpflichtversicherung einen Gutachter einsenden, um die tatsächliche Schadenhöhe zu ermitteln. Es kann aber auch sein, dass sie die vom Geschädigten genannte Summe akzeptiert und gleich dementsprechend reguliert. Das richtet sich nach Erfahrungswerten und einer Kosten-Nutzen-Rechnung.

Der Geschädigte, wie auch der Schädiger können aber gerne einen eigenen Gutachter hinzuziehen, wenn sie mit dem Gutachten bzw. der ermittelten Schadensumme nicht einverstanden sind.

Die Kosten werden dann je nachdem von der Versicherung des Schädigers übernommen oder nicht.

 In der Regel wird die Haftpflichtversicherung einen Gutachter einsenden, um die tatsächliche Schadenhöhe zu ermitteln.

Diese Vorgehensweise ist unüblich, da der Geschädigte den Gutachter beauftragt.

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@Apolon

Ich kenn das bei Privathaftpflichtschäden an einem KfZ eigentlich nur so. Kann aber auch anders sein.

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@qugart

Der Geschädigte hat doch einen Anspruch, dass der Schaden bezahlt wird.

Weshalb sollte er sich darauf einlassen, dass der Versicherer die Kosten drückt ?

Hier ist es auch völlig egal, ob die Privathaftpflicht oder die Autohaftpflichtversicherung den Schaden zahlen muss.

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@Apolon

Er muss sich nicht darauf einlassen. Das wurde auch nie behauptet.

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