"Häusliche Gewalt", wie hat die Polizei zu reagieren?

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10 Antworten

Hallo :)!

Unter "häuslicher Gewalt" wird im Allgemeinen die Gewaltanwendung in Ehe- und Partnerbeziehungen verstanden.=Beamtendeutsch. Die Polizei nimmt Sie als "Gaga" war, weil sie nicht die Ehefrau oder die Lebensgefährtin ist.Ihr müsst aufpassen, wie ihr Euch ausdrückt ( vermährt, wenn Ihr schon groß seid)! Der Tatvorgang ist strafbar, ist aber Gegenstand Antrags- bzw. Privatklagedelikte. Wird selten von Amtswegen verfolgt. = Eine Anzeige persönlich bei der Polizeistelle mit Beweisen + Zeugen ist nötig!Sie werden sie ganz bestimmt nicht Zuhause bei ihr aufnehmen, da sich die Gewalt dadurch wieder eskalieren könnte ;)!Und sie muss wahrscheinlich länger mit in der Wohnung bleiben oder? tut man es nicht, ist es wohl nicht so schlimm gewesen. Das Gewaltschutzgesetz ermöglicht seit 01. jan 2002 dem Familiengericht, dem Täter langfristig ein Betreten der gemeinsamen Wohnung zu verbieten. Es muss jedoch zuvor eine Anzeige + Verhandlung stattgefunden haben.Darüber hinaus kann das Gericht die Verpflichtung des Täters anordnen, der gefährdeten Person die gemeinsam genutzte Wohnung zumindest befristet (grundsätzlich für höchstens 6 Monate mit der Möglichkeit der Verlängerung um höchstens nochmals 6 Monate) zu überlassen – ganz unabhängig von der Frage, wer Allein- oder Miteigentümer bzw. Mieter der Wohnung ist. Mit: "Einfach die Polizei rufen" kommt man nur dann zum Potte, wenn man noch nicht ERWACHSEN (=unter 18 Jahre Alt) ist. Dann kommt das Jugendamt gleich nach, und die Sache wird vor Ort erledigt. Ansonsten muss man sich mit Beweisen und Zeugen im Schlepptau auf die Söckchen machen, und bei den Beamten mal persönlich vorbeischauen. Die nette Dame am Sorgentelefon hilft ihr auch nicht weiter. Gruß+Alles Gute: I.B.

Entschuldigung, aber das ist teilweise falsch.

Unter häuslicher Gewalt versteht man gemeinhin die Gewaltanwendung zwischen Ehe- und Lebenspartnern, richtig. Aber nicht nur. Voraussetzung ist vielmehr eine Lebensgemeinschaft - das heißt eine gemeinsam genutzte Wohnung, wobei es noch nicht einmal die einzige Wohnung sein muss. Das heißt, auch in einer WG kann es demnach häusliche Gewalt geben, obwohl dort niemand in einer Ehe- oder sonstigen Partnerbeziehung ist.

Um einen Fall häuslicher Gewalt anzuzeigen kann man 1.) im Nachhinerin zur Polizei gehen und ganz normal Anzeige erstatten, soweit richtig. Aber man kann auch 2.) direkt die Polizei anrufen, diese kommt vorbei und nimmt den Sachverhalt in der Wohnung auf. Das ist sogar die weitaus bessere Variante, da man davon ausgeht, dass die Anwesenheit der Polizei weitere Gewaltanwendung verhindert. (Wenn man erst am nächsten Tag zur Wache kommt, muss man sich schon mal fragen lassen, warum man denn nicht sofort angerufen hat...)

Auch kann die Polizei im Fall häuslicher Gewalt ein sofortiges Wohnungsverbot und ein 10-tägiges Rückkehrverbot aussprechen! Die Polizisten werden dem Täter das entsprechend klar machen, ihm notfalls persönlich den Schlüssel abnehmen und ihn dann bis vor die Tür begleiten. Eine Gerichtsverhandlung ist dafür nicht nötig! Allerdings kann das Gericht das Rückkehrverbot zeitlich noch stark ausweiten, das stimmt.

Diese Art, häusliche Gewalt polizeilich zu behandeln, zielt übrigens explizit darauf ab, auch Erwachsenen einen entsprechenden Gewaltschutz zukommen zu lassen.

 

Was den speziellen Fall angeht: Der Polizist hat sich unterlassener Hilfeleistung schuldig gemacht; da er ein sog. Garant ist, heißt das in seinem Fall Körperverletzung durch Unterlassen (sofern das Prügeln danach noch weiterging). Außerdem Strafvereitelung im Amtt. Der Mann verdient eine satte Anzeige und richtig Ärger!

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Die Polizisten sehen fast täglich krankenhausreif geschlagene Frauen, die doch immer wieder zu ihren Männern zurückgehen. Da können sie bei kleinen Schwellungen nur frustriert lachen. Polizisten sind keine Sozialarbeiter, sondern müssen mit ihren sehr beschränkten Möglichkeit das Gesetz durchsetzen.

Blödsinn, diese Leute haben im Polizeidienst nichts zu suchen.

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@shoemaker

Du scheinst dich ja auszukennen.

Sage mir bitte - nicht nur als Stammtischparole - welche rechtlich korrekten Maßnahmen die Polizeibeamten hätten durchführen können/müssen. Polizisten sind an Recht und Gesetz gebunden, daher sollte deine Anwort auch Recht und Gesetz berücksichtigen.

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ich hätte nach seinem Namen gefragt und wäre Morgen direkt ins Revier gegangen hätte mich vor ihm hingesetzt und dann meine Anzeige von den gestrigen Tag beschrieben und seinen verhalten inbegriffen mit dazu,und wenn er sich geweigert hätte dies so zu schreiben wäre ich zu seinem Cheff gegangen und darauf bestanden diese Anzeige so auf zu nehmen.Und anschliessend wäre ich direkt zu meinem Anwalt gegangen.Ich hätte auf mein recht bestanden.Ich glaube in dem moment würde es mir noch nicht mal um mein Vater gehen sondern eher um den verhalten von den Polizisten:)ich hätte um Teufel komm raus ihn zu verantwortung gezogen ,es den er hätte sich entschuldigt dann hätte ich ihm verziehen:D

nun, es kann sein das sich die Polizisten eines Dienstvergehens schuldig gemacht haben. Unterlassene Hilfeleistung- strafvereitlung im amt . Allerdings müssen sich die Beamten ja auch ein Bild machen und das was Beteiligte erzählen ist ja auch nicht immer die Wahrheit.

Wenn erkennbar eine Gefahr besteht hätte die Polizei den Prügelnden Vater vielleicht erstmals eine Nacht einkassieren müssen um sicher zu stellen das es nicht zu weiteren Gewalttaten kommt. Aber da ich nicht dabei war kann ich mir da auch kein Urteil erlauben, dazu weiß sich zu wenig. Es kommt ja sogar vor das Ehefrauen nach der Polizei rufen und wenn die dann den Mann mitnehmen wollen , diese plötzlich auf die Beamten losgehen- nach dem Motto lassen sie meinen Mann in Ruhe.

Die Frage ist also- ist das ein Fall von " Pack- schlägt sich- Pack- vertragt sich" oder ein Fall wo tatsächlich eine notwendige Hilfe verweigert wurde?

Grundsätzlich bin ich der Meinung das Gewalt in einer Familie nichts zu suchen hat und wer sich nur so behaupten kann ein Schwächling ist.

och ja, kenne ich, allerdings nicht durch die polizei. habe meinen ex-freund aus meiner wohnung geschmissen, weil er mich beraubt hat. es kam zur anzeige auch wegen körperverletzung mit nebenklage meinerseits, aber die staatsanwaltschaft hat das verfahren wegen nicht öffentlichen interesses eingestellt. bananenrepublik deutschland ist eben der meinung, solange man seine lebensgefährtin nur beraubt, schlägt, belügt, arglistig täuscht, betrügt(finanziell, schaden ca. 6000 euro) und nicht umbringt, liegt das eben nicht im öffentlichen interesse. mit polizisten habe ich allerdings selber selten schlechte erfahrungen gemacht. kenne solche stories aber aus dem bekanntenkreis. z.b. wohnmobbing, bei dem keine anzeige von der polizei aufgenommen wurde. war selber zeuge auch vor gericht. aber sechs "täter" als zeugen gegen zwei zeugen, die anderen von unserer seite wurden erst garnicht geladen, hatten natürlich nicht genügend gewicht. prozess verloren.

Kann passieren,wenn man bedenkt wieviele zur Polizei kommen und solche Delikte anzeigen.Meist stecken Familienstreitigkeiten dahinterdie sich schnell wieder auflösen.Es gibt so viele Anzeigen die unter den Tisch gekehrt werden.Ich würde auch nicht gleich zur Polizei gehen,sondern zum Jugendamt oder in ein Frauenhaus die einem helfen.In manchen Polizeistationen ist die Schulung der Polizisten für Familienstreitigkeiten nicht gut.Viele Polizisten sagen,sie könnten nur eingreifen wenn wirklich was passiert wäre.

Hallo,

um solcherart Frage zu beantworten,ist es immer von Vorteil, beide Seiten, in dem Bezugsfall also das erwachsene Kind UND den Vater, zu hören.

Bisher liegt nur die Version des Kindes vor.

Wenn die Polizeibeamten dennoch nichts gemacht haben, könnte es einerseits das Verkennen einer Gewaltsituation - aus welchen Gründen auch immer - tatsächliche Zweifel an der Version des Kindes oder einfach nur eine ganz normale Familienkrise sein. Und nach Prüfung der Umstände war es sogar angebracht,keine Maßnahme zu treffen.

Sollte es aber so sein, dass die Beamten hätten einschreiten müssen, so wäre eine Strafanzeige zumindest wegen Strafvereitelung im Amt möglich.

mfG Dabbel

Strafvereitelung im Amt fällt schnell vom Tisch.

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Für die Frau , ins Frauenhaus gehen, gegen die Polizei Dienstaufsichtsbeschwerde

Hi, würd mich auch ans Frauenhaus wenden. LG Korinna

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Gegen die Polizei kommt niemand an,sie wird geschützt.

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ja, es wäre -wenns zutrifft- ..sehr ungerecht.

... Wenn ich denn Inhalt der Fragestellerin sehe, dann ist das passiert und für ein 18 J. junges Ding echt heftig... Wenn man sich Hilferufend an die Polizei wendet, gerade dort nicht ernstgenommen wird, brauch man nicht lange nachgrübeln wie schmerzhaft das ausgeht, wenn unsere Gesetzeshüter eine Gewaltart abwinkt und als Lüge betont... Kein Wunder das soviele Menschen, die Gewalt ertragen, da nicht raus kommen, wenn keiner es glaubt und entsprechend Hilfe leisten will.... Unglaubliche Angelegenheit....

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