Hätten in Hitlers Deutschland Muslime leben können?

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13 Antworten

Einige Nazis - insbesondere SS-Reichsführer Heinrich Himmler - schwärmten geradezu für den Islam, weil sie in dessen fundamentalistischen Strömungen viele Ähnlichkeiten zur eigenen Ideologie erkannten, unter anderem in der Judenfeindlichkeit. Die 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS bestand fast ausschließlich aus Muslimen. Es gab mehrere solche Einheiten, die allerdings in vielen Fällen aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit wieder aufgelöst wurden.

Im deutschen Bundesarchiv gibt es Bilder von muslimischen Mitgliedern der Waffen-SS beim Gebet (das BA hat die Bilder Wikipedia zur Verfügung
gestellt):

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundesarchiv_Bild_146-1977-137-20,_Bosnische_SS-Freiwillige_beim_Gebet.jpg

Umgekehrt sah beispielsweise der Großmufti Mohammed Amin al-Husseini in Hilter einen "von der gesamten arabischen Welt bewunderten Führer". Husseini hat Hilter sogar in Berlin besucht.

Muslime konnten sich unbehelligt in Deutschland aufhalten und sogar Vereine gründen. Zitat Wikipedia: "1939 wird das Islam Institut (Ma’ahad-ul-Islam) zu Berlin e.V. gegründet. Am 21. September 1941 gründete der ägyptische Journalist Kamal Eldin Galal im Restaurant „Berliner Kindl“ am Kurfürstendamm das „Islamische Zentral-Institut zu Berlin e.V.“, das spätere Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland e.V. [...] 1942 erhielt das Archiv den Rechtsstatus eines eingetragenen Vereins."

(https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Islams_in_Deutschland)

Ein Deutscher, der zum Islam konvertiert wäre, hätte aus politischer Sicht vermutlich keine Probleme bekommen. Die Religionsfreiheit an sich gab es auch im Dritten Reich.

Ob Muslime in einem nationalsozialistischen Staat auf Dauer hätten leben können? Vermutlich nicht. Der Nationalsozialismus trat für eine Weltordnung ein, in der die sogenannten "Rassen" unter deutscher Führung getrennt voneinander existieren sollten. Vermischungen lehnten sie ab. Muslime sind zwar keine "Rasse" im Sinne der Rassentheorie, wohl aber die ethnischen Gruppen, aus denen sie überwiegend stammen. Diese wären den Nazis aus Sicht ihrer "Rassenhygiene" nicht gut genug gewesen.



Der Hass auf Juden entstand nicht aufgrund rationaler Überlegungen oder tatsächlicher Verhaltensweisen dieser Gruppe. Die Basis des Antisemitismus ist Fremdenfeindlichkeit oder besser Feindlichkeit gegen Menschen die anders sind.

Hätten damals Muslime statt Juden in größerer Zahl in Deutschland gelebt, wären Argumente gegen diese konstruiert worden. Genau wie gegen Sinti, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und politisch Andersdenkende.

Bei der Familie Le Pen kann man ja sehen, wie innerhalb einer Generation das Hassobjekt Jude gegen Muslim ausgetauscht wurde. Bei uns in Deutschland und Österreich wird dieser Aspekt heute nur ausgeblendet, beispielsweise möchte die AfD die Zeit des Nationalsozialismus gern aus den Geschichtsunterricht raushalten.

Ja Schnuggi. Die beiden Ideologien passten sehr gut zusammen.

Wie in anderen Beiträgen schon geschrieben: Erst nach dem Krieg, wollten Alle gegen Hitler gewesen sein.

In Wahrheit gab es viele Sympathisanten und Unterstützer des Dritten Reiches und seiner Politik. Die Ungarn, die Rumänen, die Finnen, die Italiener als Staaten.

Dann kämpften in der Wehrmacht viele nicht-deutschen Soldaten. Zu den hier bereits genannten kommen noch die Bataillone der Flamen, der Elsässer usw.

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