Hätte Hitler den Krieg gewonnen wenn er zuerst Moskau dann Stalingrad angegriffrn hätte?

10 Antworten

Moskau wurde zuerst angegriffen und die russischen Truppen haben gewonnen.  

Die deutsche Heeresgruppe Mitte kam bis in die Vororte von Moskau. Das war Ende 1941. Dann bekamen sie auf den Sack, zumindest die, die noch nicht am Boden festgefroren waren (aka "Winterschlacht im Osten" oder auch "Schlacht um Moskau") und waren von da an nur noch auf dem Rückzug bis Kriegsende. Sämtliche, russische Industrie und Verwaltung war zu diesem Zeitpunkt aus Moskau heraus bereits hinter den Ural verlagert worden. Es gab in Moskau nichts zu erobern, außer ein paar Meter Boden.  

Die deutsche Heeresgruppe Süd marschierte noch bis September 42 nach vorne (Ukraine, Krim) und kam dann in Stalingrad an. 

Die deutsche Heeresgruppe Nord saß schon seit September 41 vor Leningrad (St. Petersburg) fest und kam auch nie weiter. Die traten Anfang 44 von dort den Rückzug an. 

Guck dir Russland mal auf der Land Karte an. Selbst wenn jemand Moskau einnimmt...er läuft sich tot und kommt niemals an der Beiringsee an. Verteidigungstiefe! Es ist einfach das Land vorhanden, so dass man 10 mal seine Hauptstadt und sämtliche Industrie verlegen kann und damals  bedeutete das auch, dass man sie außerhalb der Reichweite von Flugzeugen und Raketen verlegen konnte. 

Er hätte auch England nicht einnehmen können! Mal ganz davon abgesehen, dass er keine Schiffe hatte, um seine Truppen und Fahrzeuge über den Ärmelkanal zu verlegen, hätte er England nicht dauerhaft halten können. Das British Empire war ein Riese wie Russland, nur auf der Landkarte verteilt. 

Kanada, Australien, Indien, Neuseeland, Sri Lanka, Myanmar, Kenia, Somalia, Nigeria usw. gehörten de facto zu England. Sie lieferten während des Kriegs Material und Truppen an, bzw. im Sinne von England und das hätten sie natürlich noch verstärkt, wären die britischen Inseln mit einer Invasion angegriffen worden. Das British Empire besaß Schiffe in einer Anzahl von der in Deutschland niemand auch nur träumte und sie bauten sie schneller nach, als sie versenkt wurden. 

Die englische Regierung hätte ganz schnell in die Mitte Kanadas oder Australien umziehen können und wäre auf alle Ewigkeit außerhalb der deutschen Reichweite gewesen. Von dort hätten sie Aufrüstung und Rückeroberung geplant. 

Die Briten waren ja auch in der Lage ihre Truppen in Afrika so gut zu versorgen und aufzustellen, dass sie die deutschen Afrikatruppen besiegten. 

Das war von vornherein niemals für das dritte Reich zu gewinnen und das müsste jedem klar sein, der darüber nachdenkt, dass man keinen auf Flugzeugen und Motorfahrzeugen basierenden Krieg gewinnt, wenn man den dafür benötigten Treibstoff nicht selber fördern kann. Und das ist nur einer von vielen Punkten, die schon zu Beginn eine Niederlage des dritten Reichs auswiesen. 

Gute Antwort. Mal jemand, der Ahnung hat.

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Ein guter Beitrag, aber bei der potentiellen Eroberung von Moskau fehlt mir ein wichtiger Punkt: Moskau war Zentrum des Eisenbahnnetzes wie auch der Binnenschiffahrt: Beim Verlust des Zentrums wäre das Eisenbahnnetz nahezu zusammengebrochen - die Versorgung der Frontlinie wäre sehr viel schwerer geworden.

Am Ausgang denke ich aber, hätte auch das nichts geändert, denn vor allem die Unterstützung durch die USA und Kanada hat die Sowjetunion unbesiegbar gemacht.

Der Krieg wäre aber sehr viel länger gegangen.

Hier hat es die Diskussion auch schon mal gegeben: http://geschichte-forum.forums.ag/t266-ostfront-1941-hatte-die-einnahme-moskaus-den-kriegsausgang-geandert



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@Mastrodonato

Über die Notwendigkeit Moskaus zur Truppenverlegung kann man auch unterschiedlicher Meinung sein. 

Sowohl die Russen, als auch die Deutschen nutzten bei jedem Zurückweichen sowieso sogenannte "Schienenwölfe", die an den letzten Zug angekoppelt waren, die die Bahnschwellen in der Mitte zerrissen und auch den Bahndamm auflockerten. Eisenbahnbrücken sprengten natürlich auch beide Kriegsparteien auf ihren Rückzügen. Und erreichbare Eisenbahngleise des Gegners wurden permanent aus der Luft und mit Artillerie angegriffen, teilweise durch Partisanen weit hinter der Front.    

Viel länger hat der Krieg deswegen nicht gedauert. Während des Kriegs wurden alle Eisenbahnlinien und Brücken zwischen der russischen Grenze und Moskau mehrfach komplett neu gebaut. Es wäre also auch kein langjähriger Akt geworden 2-3 neue Ost-West Routen an Moskau vorbei zu bauen. Die Haupttrassen aus dem Ural kommend lagen ja noch unbeschädigt da. Man hätte einfach Abweichungen ein paar Hundert KM hinter Moskau eingesetzt.  

Anders als die Deutschen hatten die Russen ja auch nicht das Problem, dass ihre Panzer so anfällig und wartungsintensiv waren, dass es sich bereits lohnte, sie für 15-20km auf eine Eisenbahn zu verladen. Die konnten weite Strecken auf eigener Achse zurück legen und waren nach dem Tanken sofort einsatzbereit. Die deutschen Panzer hatten dagegen sehr viele Anfälligkeiten im Bereich der Fahrwerke und Antriebe und brauchten praktisch mit jedem Tanken auch umfangreiche Wartungsarbeiten, bzw. teure und im Kriegsverlauf immer seltenere Ersatzteile.  

Der Fluss Moskau macht natürlich einiges einfacher für die russischen Streitkräfte, war aber nicht lebensnotwendig. Die Moskau kann im Norden über Nischni-Nowgorod (Fluss Wolga) Richtung Westen, als auch im Süden über Kolomna (Fluss Oka) Richtung Westen komplett umgangen werden. Weitläufig über das Schwarze Meer nach und in viele Flüsse Osteuropas sowieso. Diese Routen wurden während des Krieges auch alle genutzt. 

Moskau stand dadurch ganz oben auf der Liste der Orte, an denen die Truppen des dritten Reichs eingekesselt würden. 

Der Beitrag der russischen Binnenschifffahrt bei der Kesselschlacht  Demjansk lief ebenfalls über die Wolga (genau wie in Stalingrad, nur viel weiter nordwestlich). Bei der Kesselschlacht von Cholm über Weliki-Nowgorod, den Ilmensee und den Fluss Lowat. 

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Großbritannien hätte er wohl in die JKnie zwingen können, wenn er in Dünkirchen seine Panzer gezielt und vehemnet eingesetzt hätte. Auch in Afrika hätten sie die Briten geschlagen, wenn sie auf Malta Fallschirmjäger abgesetzt hätten. Auch der Ausgang der Luftschlacht hätte anders ausfallen können, wäre der Schwerpunkt auf Jägerproduktion statt übermäßigem Bombereinsatz, der "lediglich" Terror verbreitete, aber keinen Sieg bescherte.

Moskau wäre evtl. dann gefallen, wenn kein solch strenger Winter gekommen wäre, auf den die hochmütige Wehrmacht nicht eingestellt gewesen war und gleichzeitig die Japaner im Osten losgeschlagen hätten. Doch selbst bei einem solch günstigem Fall wäre damit die SU noch nicht besiegt gewesen. Kommt hinzu, dass bei einer Teileinnahme dieser Stadt dann wie in Stalingrad ein Kessel um die eindringende Armee gebildet worden wäre, der wie in Kalatsch dann zuschnappte.

Die SU war sehr viel stärker als GB, lediglich deren Marine war recht wehrhaft, gegen die konnte Nazi-Deutschl. nichts Äquivalentes in die Waagschale werfen.

Bevor Du solche kruden Fragen stellst, befasse Dich erst mal mit der Thematik.

Die Wehrmacht hat 1941 Moskau angegriffen und erst 1942 Stalingrad.

Die Reihenfolge spielt aber keine Rolle. Die deutsche Seite hat sich völlig überschätzt. Mit Überheblichkeit gewinnt man aber keinen Krieg. Die Front war hoffnungslos überdehnt, die Versorgung der Truppe funktionierte nicht mehr, weil die Versorgungswege zu lang waren und es fehlte jegliche Tiefenstaffelung.

Diesen Krieg überhaupt erst anzufangen, war vollkommen idiotisch. Generäle wie Blomberg, Fritsch und Beck wußten das. Aber auf die hat man nicht gehört.

Man hat mit dem Feldzug denselben Fehler gemacht, wie Karl XII. von Schweden (sh. Poltawa) und Napoleon, obwohl man deren Niederlagen kannte.

Auch Rundstedt hat gewarnt: Doch Hitler sagte ihm nur: Alles, was ich von ihnen verlange, ist, die Türe mit einem kräftigen Tritt einzutreten. Das Haus fällt von alleine zusammen.

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Man darf allerdings nicht vergessen, dass Russland den ersten Weltkrieg verloren hatte - aufgrund des inneren Verfalls. Das war es wohl, das Hitler beeindruckt hat.

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@Mastrodonato

Ja, damals hatte aber auch die OHL kräftig nachgeholfen, indem man Lenin und seine Leute mit 'ner Kiste Gold nach Rußland schickte.

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@Mastrodonato

nicht nur das, der Finnland-Feldzug der SU verlief nicht gerade ruhmreich für die Rote Armee. Kommt hinzu, dass Stalin sehr viele höhere Offiziere hinrichten ließ, daher eine umfangreiche Militärführung zunächst nicht existierte.

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@Hegemon

Ja, wenig beachtet, aber einer der grössten Fehlgriffe der Geschichte. Hätte sich die Russische Republik behauptet, wäre die Geschichte auch anders gegangen. Hätten die Amerikaner Russland so unterstützt wie im Zweiten Weltkrieg, hätte es den Kommunismus nicht gegeben.

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