Hätte es nachfolgen wenn man die Mücken ausrotten?

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9 Antworten

London/Wien - Im Moment dürfte die Gelsenplage bei uns gerade abflauen, sagt Harald Krenn. "Das liegt vor allem am kühlen, windigen Wetter". Wenn es in den nächsten Wochen aber wieder heiß werden sollte, dann sei eine neuerliche Invasion zu befürchten, so der Entomologe und Ökologe vom Department für Evolutionsbiologie an der Uni Wien.

Für uns Menschen sind Stechmücken vor allem lästig, genauer: die weiblichen. Denn während sich die männlichen Gelsen Vegetarier sind, ernähren sich die Weibchen von Blut, was in unseren Breiten im Normalfall "nur" zu juckenden Gelsenstichen führt. In anderen Weltgegenden sind die Folgen von Moskitostichen weitaus dramatischer.

So werden durch Stechmücken weltweit rund 247 Millionen Menschen pro Jahr mit Malaria infiziert, und rund eine Million Menschen sterben jährlich daran. Dazu kommen noch andere fiese, durch die kleinen Blutsauger übertragene Krankheiten wie Gelbfieber, Japanische Enzephalitis oder das West-Nil-Virus, mit dem sich zuletzt auch schon in Ungarn Menschen ansteckten.

Was aber wäre, wenn man die Plagegeister einfach ausrotten könnte? Welche Konsequenzen hätte das für die Ökosysteme auf unserem Planeten? Dieser Frage ging das britische Wissenschaftsmagazin "Nature" (Bd. 466, S. 432) nach und kam dabei zum Resümee, dass man es erstens so genau nicht sagen kann, aber womöglich gar nicht so schlimm wäre.

3500 verschiedene Arten

Die Wissenschaft kennt rund 3500 Stechmückenarten weltweit, von denen ein paar Hundert auch uns Menschen piesacken. Die Insekten leben auf allen Kontinenten (bis auf die Antarktis) und in fast allen Habitaten. Für die Ausbreitung hatten sie auch reichlich Zeit: Die ersten Mücken seien vor mehr als 100 Millionen Jahren aufgetaucht und hätten sich in Ko-Evolution mit vielen anderen Lebewesen entwickelt, sagt Jittawadee Murphy, die seit zwanzig Jahren über Stechmücken und ihre Parasitenübertragung forscht.

Eben deshalb hätte die US-amerikanische Entomologin gar nichts dagegen, wenn die Stechmücken ein für alle Mal vom Planeten verschwinden würden. Geht es um die Malaria-übertragende Anopheles-Mücke, würden ihr wohl die meisten recht geben. Schließlich ist kostet die Malaria nicht nur viele Menschenleben, auch ihre Prävention ist teuer: Allein 2010 werden rund 1,5 Milliarden Euro für Sprays gegen die Anophelesmücke ausgegeben und 1,7 Milliarden für Insektennetze.

Was aber würde passieren, wenn man zum Beispiel auch jene zwei Stechmückenarten los werden könnte, die in der arktischen Tundra massenhaft auftreten?

Darüber sind sich die von "Nature" befragten Wissenschafter uneins - zumal man gar nicht genau weiß, wie groß die Biomasse der Insekten tatsächlich ist. So wird geschätzt, dass die Anzahl der Zugvögel, die sich unter anderem von den Mücken ernähren, um mehr als die Hälfte sinken könnte. Unabsehbar aber ist zum Beispiel, wie sich eine mückenfreie Arktis auf das Verhalten der Rentiere auswirkt, deren Wanderungen auch von ihren Quälgeistern abhängt, die ihnen bis zu 300 Milliliter Blut pro Tag abzapfen.

In der Camargue in Südfrankreich hat man kürzlich die Auswirkungen eines Ökosystems mit weniger Stechmücken empirisch untersucht ("Journal for Applied Ecology", Bd. 47, S. 884). Eine der Folgen war, dass die Vögel im Schnitt zwei statt sonst drei Eier im Nest hatten.

Die meisten Mücken-fressenden Vögel würden wahrscheinlich auf andere Insekten umschwenken. Und Fledermäuse würden sich überhaupt nur zu ganz geringem Teil von Mücken ernähren, weil sie fette Motten und Falter bevorzugen.

Kakao braucht Bartmücken

Schlimmer würde es jedenfalls vielen Pflanzenarten ergehen, die von Stechmückenarten bestäubt werden. Eine Welt ohne bestimmte Bartmücken- bzw. Gnitzenart wäre zum Beispiel auch eine Welt ohne Kakaopflanzen. Hunderte weitere Pflanzenarten würden ebenfalls aussterben.

Folgen hätte eine mückenfreie Welt vor allem aber auch unter Wasser: Ihre Larven sind wichtiger Nahrungsbestandteil. "Außerdem halten sie das Wasser sauber, indem sie Mikropartikel fressen", sagt Harald Krenn. Ohne die Larven wären etwa die Gewässer in der Lobau nicht nutzbar, weil das Wasser zu verschmutzt wäre."

Für den Wissenschafter ist klar, dass in Ökosystemen immer alles eine Rolle spielt - "ob uns Menschen das passt oder nicht, ist unerheblich". Und er schließt mit dem abgewandelten Leitspruch eines Fachkollegen: "Auch die Gelsen und die Wanzen gehören zu dem Ganzen". (Klaus Taschwer/DER STANDARD, Printausgabe, 29. 7. 2010)

Ich weiss,aber googeln kann auch jeder! Wenn die zu faul für's Googeln ist bin ich zu faul zum schreiben Patrick

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Also ich könnte auf die Mücken verzichten .! Da diese Plagegeister aber hauptsächlich Nachts fliegen , würden einige Fledermäuse hungern müssen .??

Ich weiß es nicht , keine Ahnung .! http://www.swp.de/ulm/nachrichten/vermischtes/Mit-Fledermaeusen-gegen-Muecken;art4304,525446

Sicher hätte es Auswirkungen, die Mücken sind für andere Tiere Nahrung!!

Wenn es keine mücken mehr gibt, haben z.B größere Insekten oder spinnen keine nahrung mehr und sterben aus. Dadurch haben wiederum andere tiere keine nahrung mehr. So kann es durch eine kettenreaktion passieren das tausende tierarten aussterben, darunter auch nutztiere der Menschen.

In den gewässern in denen die mückenlarven 'aufwachsen' ,würden die mücken plankton essen, da sie aber fehlen würde der plankton sich stärker verbreiten und dann lebensräume anderer lebewesen so unbewohnbar werden.

Kurz gesagt: Ja es hat kann katastrophale auswirkungen auf unser ganzes Ökosystem haben.

Also ich hab in 'ner tierdoku iwo gehört, dass jedes einzelne lebewesen wichtig ist und es die welt aus dem gleichgewicht bringen würde, wenn eine art ausstirbt?! Aber komisch find ich das schon. Schließlich sind mücken keine nutztiere oder so und wenn die ausrotten würden, wäre das sogar eher 'ne erleichterung. Aber es kann keiner ahnen was passieren könnte.

Du kommst auf Ideen um halb 12 nachts. Was sollte das bringen? Denk mal drüber nach. Jedes Tier hat seine Daseinsberechtigung.

Haha schon. Mücken haben aber irgendwie nur den Zweck mich zu stechen und zwar zu zwanigt und zu verhintern das ich 20 sekunden das Fenster offen zu machen ohne das direkt 5-6 Mücken inklusive anderer Fliegetiere die sich dann an meiner Decken den Showdown liefern :D

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Naja, es gibt durchaus Tiere, die für mich kein Recht auf Leben haben. Endoparasiten zum Beispiel, also Tiere die im anderen Leben und diese krank machen

Im Fälle von Mücken, würde ich eher mittels einbringen gezüchteter Mücken, dafür sorgen, das zukünftige Mücken Menschen meiden.

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Überhaubt nicht. Die nützen meinem Wissen nach wierklich nichts...

Dann erweiter mal den Wissen! Der Name "Nahrungskette" sagt dir nix?

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Dann kannste dir auch diese Feage stellen: "hätte es schwerwiegende Nachfolgen wenn man die Menschen ausrotten würde?"

Die Erde kann gut ohne den Menschen weiter existieren :-)) hat absolut keine Auswirkung

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@peterobm

Es hätte große Auswirkungen. Da viele Tiere sich dann wieder stärker ausbreiten würden. Da wäre die Frage ob es auch SCHLECHTE auswirkungen auf unser Ökosystem hat. Denn gute Auswirkungen gäbe es auf jedem Fall

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@Patrick311299

Die Natur regelt sich selbst, bei den Tieren heisst die Parole, nur die Starken kommen weiter, die Schwachen gehen vor die Hunde.

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Dass du Menschen stark nennst. Feige würde da eher passen. Denn stark sind wir nicht, sondern nur unsere Waffen und Geräte die wir erschaffen.

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dann würden viele Vögel sterben

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