Hätte eine Weiterführung der Außenpolitik Bismarcks den 1. Weltkrieg verhindern können?

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6 Antworten

Es gab keinen unabänderlichen Weg, der notwendigerweise zum WK I geführt hat! Es gab auch keinen unabänderlichen Weg, der den WK I in jedem Falle verhindert hätte! Die Fragestellung ist also ebenso unhistorisch wie müßig.

Wenn man die Tatsachen betrachtet, so hat Bismarck seinen Nachfolgern ein kompliziertes, auch widersprüchliches Bündnissystem hinterlassen, das irgendwann zu Konflikten geführt hätte. Kein Mensch kann sagen, wie Bismarck dann regiert hätte. Sein Nachfolger, Caprivi, hat bestehende Defizite erkannt und ist einen offenen, ehrlichen Weg gegangen. In der Zwickmühle zwischen dem Bündnis mit Österreich-Ungarn und dem Rückversicherungsvertrag mit Russland hat er eine klare Entscheidung getroffen und sich für Österreich-Ungarn entschieden. Auf dieser Basis hätte die deutsche politische Führung mit auf allseitige Verständigung ausgerichteten Zielsetzungen weiterarbeiten können.

Was dann Caprivis Nachfolger einschließlich des Kaisers und seiner Berater an politischen und militärstrategischen Fehlern begangen haben, dafür kann und darf man Bismarck weder im positiven noch negativen Sinne verantwortlich machen.

MfG

Arnold

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Kommentar von Joevonkitego
04.11.2015, 14:25

Die Ehrlichkeit in der Außenpolitik von Caprivi war ja gerade das Problem. Man kann nicht einfach plötzlich alle vor den Kopf stoßen. Unter Bismark hatte Russland die Sicherheit, dass das Deutsche Reich auf der Seite Russlands stand. Unter Caprivi ging diese Sicherheit verloren und es kam zur Annährung mit Frankreich. Das löste Frankreich wiederum aus der Isolation und führte dann auch schließlich zum 2 Fronten Krieg.

Man kann die Politik Bismarcks verurteilen, weil sie Konflikte in gang hielt um die anderen Mächte zu beschäftigen und das Deutsche Reich als wichtigen Vermittler unverzichtbar zu machen. Aber machen das die Amerikaner seit Jahrzehnten nicht auch mit Erfolg?

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Für mich ist die Antwort auch ein klares Ja. Bismarck war vor allem in der Aussenpolitik ein Realist und Gleichgewichtspolitiker. Einen solchen Wahnsinnsplan wie denjenigen von Schlieffen hätte er schön in den Schubladen des Generalstabs dösen lassen.

Auch hat er gesagt, der Balkan sei das Leben eines deutschen Soldaten nicht wert. Hier kannst Du eine Diskussion zu ihm nachlesen: http://geschichte-forum.forums.ag/t326-bismarck-realpolitiker-gleichgewichtspolitiker-reaktionar-restaurator-und-was-sonst-noch-alles

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Ja, der Weltkrieg I war durchaus vermeidbar. Die wilhelmsche Politik war hingegen auf Konfrontation aus, war eine des Imperialismus, während Bismarck den traditionellen Nationalismus vertrat.

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Ja.

Warum das so gewesen wäre, kannst Du in der einschlägigen Literatur nachlesen.

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Kommentar von molastov
03.11.2015, 20:46

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Ja, seine ausgleichspolitik hätte verhindert, dass deutschland zwischen die fronten gerät. Der Kriegerisch kurs von wilhelm2 wurde von Bismarck auch nicht unterstützt.

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Ja sicherlich. Wilhelm der Zweite hat die Bündnisse nicht verlängert und so erst einen Zweifrontenkrieg ermöglicht.

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