Hätte eine Weiterführung der Außenpolitik Bismarcks den 1. Weltkrieg verhindern können?

6 Antworten

Es gab keinen unabänderlichen Weg, der notwendigerweise zum WK I geführt hat! Es gab auch keinen unabänderlichen Weg, der den WK I in jedem Falle verhindert hätte! Die Fragestellung ist also ebenso unhistorisch wie müßig.

Wenn man die Tatsachen betrachtet, so hat Bismarck seinen Nachfolgern ein kompliziertes, auch widersprüchliches Bündnissystem hinterlassen, das irgendwann zu Konflikten geführt hätte. Kein Mensch kann sagen, wie Bismarck dann regiert hätte. Sein Nachfolger, Caprivi, hat bestehende Defizite erkannt und ist einen offenen, ehrlichen Weg gegangen. In der Zwickmühle zwischen dem Bündnis mit Österreich-Ungarn und dem Rückversicherungsvertrag mit Russland hat er eine klare Entscheidung getroffen und sich für Österreich-Ungarn entschieden. Auf dieser Basis hätte die deutsche politische Führung mit auf allseitige Verständigung ausgerichteten Zielsetzungen weiterarbeiten können.

Was dann Caprivis Nachfolger einschließlich des Kaisers und seiner Berater an politischen und militärstrategischen Fehlern begangen haben, dafür kann und darf man Bismarck weder im positiven noch negativen Sinne verantwortlich machen.

MfG

Arnold

Die Ehrlichkeit in der Außenpolitik von Caprivi war ja gerade das Problem. Man kann nicht einfach plötzlich alle vor den Kopf stoßen. Unter Bismark hatte Russland die Sicherheit, dass das Deutsche Reich auf der Seite Russlands stand. Unter Caprivi ging diese Sicherheit verloren und es kam zur Annährung mit Frankreich. Das löste Frankreich wiederum aus der Isolation und führte dann auch schließlich zum 2 Fronten Krieg.

Man kann die Politik Bismarcks verurteilen, weil sie Konflikte in gang hielt um die anderen Mächte zu beschäftigen und das Deutsche Reich als wichtigen Vermittler unverzichtbar zu machen. Aber machen das die Amerikaner seit Jahrzehnten nicht auch mit Erfolg?

0
@Joevonkitego

Nein, die Entrüstung richtete sich nicht gegen Caprivi, sondern gegen Deutschlands Politik seiner Nachfolger, die sich von Russland abkehrten, sodass Russland nun ohne jeden Bündnispartner dastand, und Österreich gegen Russland unterstützten. Grundsätzlich hätte Deutschland eine Politik betreiben können, einen Ausgleich zwischen den drei Kaiserreichen herbeizuführen. Aber dazu waren die Wilhelminer nicht in der Lage. Und deswegen fanden schließlich Frankreich und Russland als Gemeinschaft zusammen, die sich von Deutschland und Österreich-Ungarn bedroht fühlte.

Es macht übrigens Bismarcks Politik nicht besser, dass die USA seine Fehler wiederholen! Und wie die "Erfolge" der USA aussehen, kann man z. B. in Afghanistan und besonders im Nahen Osten beobachten.

0

Ja, der Weltkrieg I war durchaus vermeidbar. Die wilhelmsche Politik war hingegen auf Konfrontation aus, war eine des Imperialismus, während Bismarck den traditionellen Nationalismus vertrat.

Für mich ist die Antwort auch ein klares Ja. Bismarck war vor allem in der Aussenpolitik ein Realist und Gleichgewichtspolitiker. Einen solchen Wahnsinnsplan wie denjenigen von Schlieffen hätte er schön in den Schubladen des Generalstabs dösen lassen.

Auch hat er gesagt, der Balkan sei das Leben eines deutschen Soldaten nicht wert. Hier kannst Du eine Diskussion zu ihm nachlesen: http://geschichte-forum.forums.ag/t326-bismarck-realpolitiker-gleichgewichtspolitiker-reaktionar-restaurator-und-was-sonst-noch-alles

kann mir das mal jemand für 'dumme' wie mich erklären? :S :D (geschichte)

also es geht um geschichte ;) ..bismarcks außenpolitik...eines seiner Ziele:

  • Überbrückung der Interessengegensätze (Russland <-> Österreich-Ungarn) => Dreikaiserabkommen

was ist mit ' überbrückung der Interessengegensätze' gemeint?? und was ist das 'dreikaiserabkommen' denn ich finde keinen text, den ich verstehe (ich weiß bloß, dass es zwischen Zar Alexander II., Kaiser Franz Joseph I. und Wilhelm I. 'stattfand'..)

danke im voraus :)

...zur Frage

Was haben Nibelungentreue und Blankoscheck mit dem Weg zum 1. Weltkrieg zu tun?

Wir haben in Geschichte den "Weg in den ersten Weltkrieg".

Im Bezug auf die Frage "Warum scheiterte das Bündnis zwischen Deutschland und England?" haben wir die Wörter "Nibelungentreue" und "Blankoscheck"

Kann mir jemand kurz erklären was daszu bedeuten hat?

Im Internet gibt es leider nur sehr ausführliche, unklare Informationen, aber ich brauche nur 3-4 konkrete Stichpunkte.

...zur Frage

Hatte die britische Außenpolitik Chancen oder Möglichkeiten den Frieden in Europa vor dem zweiten Weltkrieg zu bewahren?

Hatte die britische Außenpolitik Chancen oder Möglichkeiten den Frieden in Europa vor dem zweiten Weltkrieg zu bewahren?

Bezogen auf die Rede von chamberlain am 17.03.1939

...zur Frage

Bismarcks Regierungsstil im Reichstag?

Halle ihr Lieben,

wir haben momentan Bismarck im Unterricht. Wir haben eine Karikatur bekommen, welche wir interpretieren bzw. analysieren sollen. Vielleicht kann mir jemand behilflich sein.

Ich habe die Vermutung dass es sich um "Zuckerbrot und Peitsche" oder um die "Blut und Eisen"-Politik handle. Da Bismarck eine Peitsche in der Hand hat. Aber andererseits lautet der Untertitel: Entschieden ist er und ein gewaltiger Redner das muss man ihm lassen.

Zudem befindet er sich im Reichstag bzw. im Parlament. In den Benken hinter ihm ducken sich gerade die Abgeordneten. Aber wovor haben diese Angst? Sicherlich vor der Peitsche, aber im übertragenem Sinne?

Danke im voraus :)

...zur Frage

Schaffte Bismarck die Isolation Frankreichs?

Ich weiß, dass ein Ziel von Bismarcks Außenpolitik die Isolation Frankreichs war. Aber hat er sie auch geschafft? Oder ist er gescheitert? Würde mich über Antworten freuen!

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?