Hängt die Inflation davon ab, wieviele Kredite neu aufgenommen werden?

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7 Antworten

Inflation ist Preissteigerung, nicht Geldmengensteigerung. Die reine Gewährung von Krediten führt noch nicht zu Inflation. Sie führt unter Umständen dann zu Inflation, wenn die aufgenommenen Mittel zum Konsum genutzt werden. Steigende Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot führt zu steigenden Preisen, also Inflation.

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Richtig, Kreditvergabe regt die Geldschöpfung an und steigert dadurch die Geldmenge.

Unter anderem kommt dadurch auch Inflation zustande. Kredite werden meist vergeben um Anschaffungen zu finanzieren, also steigt tatsächlich die Nachfrage. Das schafft in der langen Frist immer Inflation.

Kurzfristig kann es aber sein, dass es zu keiner Inflation kommt. Dies kann u.a. daran liegen, dass Produktionskosten kurzfristig konstant sind.

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Jein. Das hat aber nicht unbedingt Inflation zur Folge.

In Höhe der Ersparnis müssen!! zwingend Kredite aufgenommen werden, sonst fehlt was.

Inflation entsteht, wenn über die Ersparnis hinaus Kredite gewährt werden. So gesehen hängt die Inflation ganz eindeutig vom Volumen der zusätzlichen Kredite ab. Es ist aber unmöglich, das "optimale" Kreditvolumen im Vorfeld zu ermitteln, d.h. in der Regel macht sich ein zu viel an Kredit immer erst in Inflation bemerkbar.

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Ja das trägt dazu bei, ist aber nicht der alleinige, ausschlaggebende Grund. Es kommt auf die Verwendung des (geliehenen)  Geldes an. Die Überlegung trifft insbesondere zu, wenn die Gelder in den Konsum fließen, ohne das entsprechende Investitionen vorgenommen werden.   Ab einer bestimmten Infaltionsrate ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes weitaus entscheidender für das steigen der Inflation.

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Das stimmt. 

Das ist auch der Grund, weswegen die Europäische Zentralbank die Zinsen gesenkt hat. Das soll mehr Kreditvergaben bringen, die weiten die Geldmenge aus und das soll zur Inflation führen.

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Nein. Denn der Darlehensbetrag, den ein Darlehensnehmer aufnimmt, muss ja vorher beim Darlehensgeber vorhanden sein. Die Darlehensaufnahme ist ein reiner Transfer.

Geldvermehrung entsteht erst durch die Zinsen. Die entstehen quasi aus dem Nichts. 

Sie entstehen nicht tatsächlich aus dem Nichts, denn der Darlehensnehmer muss sie erarbeiten, um sie dem Darlehensgeber bezahlen zu können. 

Das Geld entsteht also durch die Wertschöpfung des Darlehensnehmers, sind aber sichtbar durch die Zahlungsflüsse der Zinsen an den Darlehensgeber.

Und da dem Geldzuwachs eine entsprechende Leistungszunahme entgegensteht, wird der Gesamtbetrag des umlaufenden Geldes dadurch nicht entwertet. 

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Kommentar von DocOc1
13.08.2016, 12:08

Denn der Darlehensbetrag, den ein Darlehensnehmer aufnimmt, muss ja vorher beim Darlehensgeber vorhanden sein.

Nicht wirklich. Kreditinstitute können sich bei der EZB Geld zum Leitzins leihen und die EZB "druckt" dieses Geld ohne einen Gegenwert.

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Kommentar von Fool09
15.08.2016, 15:27

Doch, das kann sie. Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, dann schreibt sie dem Kreditnehmer den entsprechenden Betrag gut. Dafür müssen im Vorfeld weder Zentralbankgeld noch Spareinlagen hereingeholt werden.

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Nein - hier sind die Lohnstückkosten maßgeblich.

Günter

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